Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

trading-house Börsenakademie

Gemeinsam erfolgreich

MARKETSX
Film, Festivals

Bei der Berlinale sind nun auch deutsche Wettbewerber auf der Leinwand zu sehen.

08.02.2019 - 17:28:05

Festival - Berlinale startet mit Ozon und «Systemsprenger». Den Reigen eröffnet «Systemsprenger». Zur Premiere berichtet die kindliche Hauptdarstellerin von Problemen beim Dreh.

  • François Ozon - Foto: Gregor Fischer

    François Ozon stellte auf der Berlinale seinen Film «Grace a Dieu» (Dt. Titel: Gelobt sei Gott) vor. Foto: Gregor Fischer

  • Berlinale - Foto: Gregor Fischer

    Albrecht Schuch (l-r), Regisseurin Nora Fingscheidt, Helena Zengel und Lisa Hagmeister beim Photocall zum Film «Systemsprenger» in Berlin. Foto: Gregor Fischer

François Ozon - Foto: Gregor FischerBerlinale - Foto: Gregor Fischer

Berlin - Mit «Systemsprenger» ist der erste deutsche Film in den Berlinale-Wettbewerb um die Bären gestartet. Der Film von Nora Fingscheidt gehört zu den drei deutschen Beiträgen bei den 69. Filmfestspielen.

Die deutsche Regisseurin schaffte es mit ihrem Spielfilmdebüt auf Anhieb in den Wettbewerb. «Ich bin aufgeregt und freue mich gleichzeitig, das geht Hand in Hand», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur vor der Premiere am Freitag. 

An diesem Samstag wird der nächste deutsche Film erwartet. Mit «Der Goldene Handschuh» kehrt Berlinale-Preisträger Fatih Akin («Gegen die Wand») in den Bären-Wettbewerb zurück.

Fingscheidt, die auch das Drehbuch geschrieben hat, sagte in Berlin: «Ich habe diesen Film gedreht, weil mich die Geschichte persönlich interessiert und weil sie sich mit etwas vermischt, was gesellschaftlich relevant ist.» Für die Regisseurin und ihr Team gab es nach einer Vorführung viel Beifall.

Das Drama handelt von der neunjährigen Benni (Helena Zengel). Sie hält sich und ihre Umwelt mit unkontrollierten Wut- und Gewaltausbrüchen in Schach - was von den Betroffenen, wie etwa Sozialarbeitern, salopp oft mit dem fachlich nicht anerkannten Begriff «Systemsprenger» bezeichnet wird.

Die jetzt zehnjährige Hauptdarstellerin Zengel erzählte begeistert von den Dreharbeiten: «Schwierig war nur, sozusagen auf Knopfdruck zu weinen.» Über den Arbeitsprozess verriet sie: «Ich habe das Drehbuch erst mit meiner Mutter gelesen, und wir haben darüber geredet, warum das Kind so ist, wie es ist.»

Als einer der Favoriten ging am Freitag der französische Regisseur François Ozon («8 Frauen») mit «Grâce à Dieu» («Gelobt sei Gott») über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ins Rennen. Die Wahl des Themas begründete der fünfmalige Berlinale-Teilnehmer Ozon mit seiner bisherigen Arbeit: «Ich habe viele Filme gemacht mit starken Frauen, und ich wollte schon lange einen Film machen über Männer, die ihre Gefühle und Emotionen ausdrücken.» Eines Tages sei er zufällig auf die Geschichte gestoßen.

Dabei geht es um einen Priester in Frankreich, der in den 1980er Jahren gegen Dutzende Kinder übergriffig geworden sein soll. Der Film erzählt, wie die Opfer Jahre später die Aufarbeitung einfordern. Aktuell läuft ein Prozess gegen den mächtigen Erzbischof von Lyon und fünf weiteren Geistliche wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen.

Der Stoff wurde unter einem Arbeitstitel verarbeitet. «Der Film wurde zunächst unter einem falschen Titel gedreht», sagte Produzent Nicolas Altmayer in Berlin, «darin war überhaupt nicht die Rede von diesen barbarischen Taten.»

Co-Produzent Eric Altmayer berichtete zudem von Problemen bei der Finanzierung. «Der Film war nicht so ganz einfach zu finanzieren, das kann man sich vorstellen bei dem Thema», sagte er. «Auch eher klassische Filmpartner wollten nicht finanzieren aufgrund des Themas, obwohl sie die anderen Filme von Ozon vorher unterstützt hatten.»

«Wir haben gar nicht versucht, einen Finanzierung in Lyon zu bekommen, weil die Stadt sehr katholisch und die Mächtigen in Lyon sehr eng mit der Kirche verwoben sind», sagte Ozon, der das fünfte Mal im Wettbewerb dabei ist. «Wir wollten uns da keine Zensur auferlegen und frei arbeiten können.»

@ dpa.de