Pferdesport, Dressur

Wieder Gold für Isabell Werth.

15.09.2018 - 11:06:06

Titelkämpfe in den USA - Dressurkönigin Werth will auch das zehnte WM-Gold. Im Einzel siegt die Dressurreiterin erneut und schlägt nicht nur einen jungen Herausforderer. Am Sonntag gibt es in der Kür die nächste Gold-Chance.

Tryon - Isabell Werth hat noch nicht genug. Die erfolgreichste Reiterin der Welt gewann ihre neunte Gold-Medaille bei einer Weltmeisterschaft - und nun will sie am Sonntag in der Kür die zehnte folgen lassen.

«Was wir haben, das haben wir», sagte die 49 Jahre alte Dressurreiterin vergnügt: «Wir schauen mal, was noch kommt.» Nach dem Sieg im Grand Prix Special hatte Werth es eilig. «Ich muss schnell zu Mado und sehen, wie es ihr geht», sagte Werth. Mado, das ist Madeleine Winter-Schulze. Die Besitzerin ihres WM-Pferdes Bella Rose war am Vorabend gestürzt und musste wegen eines Oberschenkelhalsbuchs operiert werden. Werth besuchte sie nach dem erneuten Sieg, um ihr «Gold und Champagner ins Hospital zu bringen».

Werth konnte nach dem Sieg mit der Mannschaft die Special- Goldmedaille ins Krankenhaus mitbringen, weil sie als letzte Starterin im Sattel ihrer Stute Bella Rose die Nerven behielt und mit 86,246 Prozent siegte. Die Reiterin aus Rheinberg lag damit klar vor der US-Amerikanerin Laura Graves mit Verdades (81,717). Dritte wurde die Britin Charlotte Dujardin mit Mount St John (81,489). Eine Medaille verpasste als Vierter Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo (81,277).

«Das war Dressur in ihrer schönsten Form», kommentierte Bundestrainerin Monica Theodorescu Werths famosen Ritt. «Der letzte Erfolg ist immer der schönste», sagte Theodorescu, die selber Olympia-Gold gewonnen hat und nun erneut als Trainerin einen Sieg feiern durfte. Bella Rose, die dreieinhalb Jahre verletzt pausieren musste, war auch in der zweiten WM-Prüfung «null müde, die ist in guter Kondition», wie Theodorescu sagte. «Das war zelebriert», schwärmte sie über den fehlerfreien Ritt der Rekordreiterin. Das lässt für Sonntag einen weiteren Erfolg vermuten.

«Der Wunsch von Isabell und mir, dass das Pferd hier alles zeigt, ist aufgegangen.» Werth und die Bundestrainerin setzten auf Bella Rose und nicht auf Weihegold, mit der die Reiterin vor einem Jahr bei der EM in Göteborg drei Medaillen gewonnen hatte.

Enttäuscht war Sönke Rothenberger, der als großer Herausforderer galt und sich im Special mit Platz vier zufrieden geben musste. «Das ist sehr schade, dass er eine Medaille verpasst hat», sagte die Bundestrainerin: «Das ist bitter. Vierter ist natürlich ganz blöd. Vor allem, wenn man ein Pferd hat, das das Potenzial hat.»

«Es haben sich zu viele Fehler eingeschlichen», kommentierte Rothenberger. «Leider war die Luft raus. Schade, dass das bei der WM passiert ist.» Ein Chance, es besser zu machen, hat Rothenberger am Sonntag, wenn in der Kür weitere Einzelmedaillen vergeben werden. «Ich muss das abhaken und mich jetzt auf die Kür konzentrieren», sagte Rothenberger.

@ dpa.de

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