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Rudern, EM

Nur dank eines beherzten Endspurts bleibt Einer-Fahrer Oliver Zeidler bei der EM der erste große RĂŒckschlag seiner noch jungen Ruder-Karriere erspart.

10.10.2020 - 13:56:10

WettkĂ€mpfe in Posen - EM-Zitterpartie fĂŒr Ruderer Zeidler - Greiten auf Kurs. Dagegen sorgt Pia Greiten im Frauen-Skiff erneut fĂŒr Aufsehen.

Posen - Zitterpartie statt Mutmacher. Oliver Zeidler hat bei der Ruder-EM in Posen nur mit MĂŒhe und Not ein vorzeitiges Aus abgewendet.

In einem umkÀmpften Halbfinale musste sich der 24 Jahre alte Welt- und Europameister dem DÀnen Sverri Nielsen und dem Griechen Stefanos Ntouskos deutlich geschlagen geben, verteidigte aber in einem Kraftakt auf den letzten Metern noch den dritten Rang. «Ich hab ein bisschen die Corona-Krise und bin nicht bei 100 Prozent. Aber am Sonntag bietet sich noch mal die Chance, den Karren aus dem Dreck zu ziehen», kommentierte er voller Hoffnung auf eine Leistungssteigerung im Finale.

Immerhin kam Zeidler - anders als noch bei seiner Niederlage am Freitag im Vorlauf - vor dem NiederlĂ€nder Amos Keijser ins Ziel. Das konnte die Laune aber nur bedingt verbessern. Nach stetigem AufwĂ€rtstrend in seiner noch jungen Ruderkarriere zeigt die Formkurve des einstigen Leistungsschwimmers erstmals nach unten. Die lange Wettkampfpause in der von der Corona-Pandemie ĂŒberschatteten Saison brachte ihn nach eigener EinschĂ€tzung aus dem Rhythmus: «Vor zweieinhalb Monaten war ich besser drauf und auch schneller. Das macht einfach auch die Jahreszeit. Im Oktober fahren wir eigentlich keine Rennen.»

Anders als Zeidler werden Pia Greiten gute Chancen auf Edelmetall eingerĂ€umt. Wie schon am Freitag bei ihrem ĂŒberraschenden Vorlaufsieg ĂŒber die Weltmeisterin Sanita Puspure (Irland) verblĂŒffte die 23 Jahre alte OsnabrĂŒckerin auch im Halbfinale die Fachwelt. In einem engen Rennen setzte sie sich im Schlussspurt knapp gegen die Griechin Anneta Kyridou durch. «Im Vergleich zu gestern hat mich meine Leistung heute nicht so sehr ĂŒberrascht. Ich wĂŒrde lĂŒgen, wenn ich sagen wĂŒrde, nicht mit einer Medaille zu liebĂ€ugeln», bekannte Greiten.

Beste Chancen auf das Siegertreppchen hat auch der leichte MĂ€nner-Doppelzweier. Jonathan Rommelmann (Krefeld) und Jason Osborne (Mainz) ließen die Konkurrenz auch im Halbfinale am Samstag wie schon im Vorlauf hinter sich. Insgesamt konnten sich neun DRV-Boote fĂŒr die EndlĂ€ufe in den 14 olympischen Klassen qualifizieren.

Als wohl grĂ¶ĂŸter AnwĂ€rter auf Gold gilt der Deutschland-Achter. Der Vorlaufsieg ĂŒber RumĂ€nien und den WM-Zweiten Niederlande schĂŒrte beim Titelverteidiger um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) die Zuversicht. «Wir sind ein fast perfektes Einstiegsrennen gefahren. Am Streckenschlag mĂŒssen wir aber noch arbeiten», sagte Crew-Mitglied Jakob Schneider (Essen) mit Blick auf den Showdown (15.01 Uhr) der einzigen internationalen Regatta ĂŒber die klassische 2000-Meter-Distanz in dieser Saison.

© dpa-infocom, dpa:201010-99-895775/3

@ dpa.de