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Sportwetten, Glücksspielstaatsvertrag

Neuer Glücksspielstaatsvertrag kommt

20.11.2020 - 18:00:00

Die Ankündigung, dass die Regierung das Glücksspiel jetzt doch strenger regulieren will ist bei Anbietern mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden.

Bisher war Deutschland ein mehr oder weniger unregulierter Markt, was das Glücksspiel im Internet betrifft. Einzig das Bundesland Schleswig-Holstein war Vorreiter in dieser Hinsicht und begann schon vor einigen Jahren damit, das Glücksspiel zu regulieren. So müssen alle Casinos und Anbieter spezielle Regularien und Gesetze beachten, wenn sie ihre Dienstleistungen Kunden aus dem Bundesland im hohen Norden anbieten.

 
Quelle: pixabay.com

Sportwetten fallen zwar unter die anstehende Regelungen, allerdings sind diese in Deutschland bisher schon geregelt. Alle Sportwetten müssen in Deutschland versteuert werden. Der Steuersatz liegt hier bei bei 5% des Einsatzes und wird unterschiedlich bei den verschiedenen Anbietern im Netz gehandhabt. Rein rechtlich sind die Nutzer selbst für die Abgabe der Steuern in die Pflicht zu nehmen, dennoch sieht der praktische Ablauf etwas anders aus. Die Sportwetten-Anbieter selbst übernehmen in fast allen Fällen die Abgabe der Steuern. Dabei können die Steuern entweder komplett vom Anbieter selbst getragen, nur auf Gewinne eingefordert oder komplett auf den Nutzer abgewälzt werden. In allen Fällen muss der Sportwetten-Anbieter die Steuer abführen, egal, ob es dem Nutzer berechnet wird oder nicht.

Die Casino-Bereiche der Online Casinos, mit Spielen wie Blackjack, Poker, Roulette und den beliebten Spielautomaten hingegen werden deutlich strenger kontrolliert und reguliert. Laut den aktuellen Entwürfen steht der Spielerschutz jetzt mehr im Vordergrund und beinhaltet, dass gewisse Spiele oder Bereiche so nicht mehr existieren. Poker, Roulette und Blackjack sind vorerst ausgeschlossen und nur die Spielautomaten bleiben erhalten. Alle Live-Spiele stehen ebenso auf der Kippe.

Was bedeutet das für die Branche? Die meisten Anbieter haben ihren Hauptsitz und die aktuelle im Inselstaat Malta. Malta ist seit vielen Jahren ein Hotspot für die Glücksspielindustrie und hat von den Vorteilen der europäischen Union profitieren können. Die Regulierung in Deutschland ist ein herber Schlag und führt dazu, dass sich bereits viele Anbieter vom deutschen Markt zurückgezogen haben. Andere Unternehmen hingegen sind klare Gewinner. Die großen und bereits etablierten Anbieter nutzen ihre Kompetenz und Know-How dazu, sich auf die ersten Lizenzen zu bewerben. Diese Anbieter, sofern sie denn die Vorschriften einhalten, haben gute Chancen auf einer der begehrten Lizenzen und können somit eine Wertsteigerung erzielen.

Kein Einzelfall

Die Lizenzierung des Glücksspiels ist in Europa aber längst kein Einzelfall. Länder wie Spanien und Frankreich haben mit als erste ihre Märkte streng reguliert. Aber auch andere wie Italien, die NIederlande, Schweden, Dänemark und das Vereinigte Königreich haben vor einiger Zeit ihre Märkte reguliert. Die UKGC, die UK Gambling Commission ist dabei eine der strengsten Regulierungsbehörden und eine Lizenz dort gilt heutzutage als Gütesiegel. Allerdings gibt es weiterhin Casinos im Netz, die mit nicht-europäischen Lizenzen arbeiten und das System umgehen können. Wie genau sich das in der Zukunft gestalten bleibt aber fraglich. Es bleibt also abzuwarten, ob der EU-Gerichtshofs den aktuellen Entwurf der Bundesregierung unterzeichnet und abgesegnet und welchen weiteren Auswirkungen das auf den deutschen Glücksspielmarkt haben wird. Bis dahin bleibt uns nur, die Kurse der an den Börsen notierten Unternehmen genauer im Auge zu behalten und auf neue Entwicklungen zu reagieren.