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Ski alpin, Weltcup

In einem Winter nach einer schweren Knieverletzung geht es für Skirennfahrer normalerweise darum, langsam wieder zurück zu alter Form zu finden.

13.02.2020 - 15:04:06

Ski alpin - Dreßen holt fünften Abfahrtssieg seiner Karriere. Für Thomas Dreßen gilt das nicht - bei der Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm schrieb er schon wieder deutsche Ski-Geschichte.

Saalbach-Hinterglemm - Knapp zwei Wochen nach dem Abfahrts-Sieg in Garmisch-Partenkirchen jubelte Thomas Dreßen ein wenig ungläubig über den nächsten Erfolg in einer Art alten Heimat.

Fünf Jahre nach seiner Weltcup-Premiere in Saalbach-Hinterglemm, nicht weit entfernt von dem Ort Saalfelden, in dem er jahrelang das Ski-Gymnasium besucht hatte, gewann der 26 Jahre alte Skirennfahrer auch den Wettkampf in Österreich und schrieb damit deutsche Ski-Geschichte. Zwei Abfahrten in Serie hat im Weltcup noch kein Deutscher jemals gewonnen. Mit seinen nun fünf Abfahrtssiegen ist Dreßen ohnehin schon Rekordhalter. Dabei hatte ihn ein Fehler schon fast von der Piste geworfen.

«Meine Reaktion im Ziel hat es gezeigt: So ganz damit gerechnet habe ich nicht mehr», sagte er. «An der Mittelstation vorbei habe ich gedacht: Jetzt fängt das Rennen neu an. Mach das, was du mit den Trainern besprochen hast. Ist aufgegangen.» 0,07 Sekunden trennten ihn am Donnerstag im Ziel von Beat Feuz, der zwar eine Gruppe von vier Schweizern anführte, aber sich Dreßen geschlagen geben musste. Mal wieder. Dreßen habe «auch keine perfekt Fahrt gehabt, aber den Speed am besten mitgenommen. Vom Instinkt ist er einer der Topleute», sagte der Abfahrts-Weltmeister von 2017 anerkennend.

In der Gesamtwertung hat Feuz zwar noch immer 194 Punkte Vorsprung auf seinen Verfolger aus Deutschland. Aber Dreßen konnte die Entscheidung um die kleine Kristallkugel für den besten Abfahrer des Winters zumindest verschieben. Und er wird probieren, seine neue Lockerheit auch in die verbleibenden beiden Abfahrten von Kvitfjell und Cortina d'Ampezzo mitzunehmen. «Im Moment läuft es einfach gut. Ich habe die Lockerheit wieder gefunden», sagte Dreßen. «In Garmisch schon gedacht: Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Das, was ich jetzt habe, kann mir keiner mehr nehmen.»

Andreas Sander belegte Rang 13. Auch Josef Ferstl (23.), Romed Baumann (25.) und Dominik Schwaiger (28.) holten Weltcup-Punkte für den Deutschen Skiverband. Hauptdarsteller war aber wie so oft in dieser sensationellen Comeback-Saison nach seiner schweren Knieverletzung im Winter zuvor Thomas Dreßen. «Das finde ich halt auch cool: Weltcup-Debüt vor fünf Jahren und jetzt da heute gewinnen. Das ist schon schön.»

@ dpa.de