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Pferdesport, Olympia

Im letzten olympischen Pferdesport-Wettbewerb von Tokio kommen die deutschen Springreiter nur auf den vorletzten Rang.

07.08.2021 - 14:24:10

Olympia - Deutsche Springreiter verpassen Medaille deutlich. Nach den vier Medaillen in der Dressur und in der Vielseitigkeit ist das eine große Enttäuschung.

Tokio - Die deutschen Springreiter verließen den Baji Koen Equestrian Park mit schlechter Laune. Die erhoffte olympische Medaille verpassten sie deutlich, kamen am Samstag nach der Aufgabe von Daniel Deußer nur auf Platz neun.

Der im belgischen Rijmenam lebende Reiter beendete den Parcours nach einer Verweigerung mit Killer Queen vorzeitig. «Wir sind natürlich enttäuscht, gerade weil es gestern noch gut war», sagte Bundestrainer Otto Becker im ZDF-Interview: «Wir hatten uns mehr versprochen.»

Gold sicherte sich die Mannschaft aus Schweden im Stechen gegen das US-Team. Bronze sicherte sich Belgien mit dem deutschen Trainer Peter Weinberg.

Startreiter André Thieme mit Chakaria begann sicher, doch der Ritt des 46-Jährigen aus Plau am See wurde zusehends unruhiger. Am drittletzten Sprung fiel die erste Stange, am vorletzten die zweite. Mit acht Strafpunkten ritt Thieme mit der elf Jahre alten Stute aus dem Parcours. «Es fing super an», sagte Thieme. «Leider haben wir vorher eine Plan gemacht, und bei dem bin ich geblieben - da hätte ich einfach flexibler sein müssen.» Der zweite Abwurf sei «dann ein Folgefehler» gewesen. Es tue im leid für «meine Mannschaftskollegen».

Besser sah der anschließende Ritt von Maurice Tebbel mit Don Diarado aus. Doch auch der 27-Jährige aus Emsbüren kam nicht ohne Abwurf durch den Parcours. Mit vier Strafpunkten ritt Tebbel auf dem zwölfjährigen Hengst ins Ziel nach 545 Metern. «Ich bin enttäuscht», kommentierte der Reiter. Es seien «zu viele Fehler» des deutschen Teams.

Deußer-Aufgabe «im Sinne des Pferdes»

Als Daniel Deußer einritt, gab es sogar noch eine Medaillenchance. Er wirkte mit Killer Queen zunächst souverän, doch nach einem Abwurf und anschließender Verweigerung gab der 39-Jährige auf. «Es war die richtige Entscheidung, dass er aufgegeben hat im Sinne des Pferdes», sagte der Bundestrainer.

Es nutzt nichts, dass es über «einen mit viel Liebe wunderschön gemachten Parcours» ging, wie Becker es ausdrückte. Es sei «nochmal eine richtig anspruchsvolle Nummer». Der Parcours sei «schwer, aber fair gebaut».

Nach der Enttäuschung im Individual-Wettbewerb war das Team der Deutschen Reiterlichen Vereinigung souverän ins Finale eingezogen, blieb in den drei Runden ohne Abwurf, doch das zählte im Finale nicht, weil es für alle Teams wieder bei null losging. Im Einzel waren die Springreiter zuvor ebenfalls ohne Medaille geblieben. Deußer war am Mittwoch als bester nur auf Rang 18 geritten.

Zu den Enttäuschungen gehörte auch das britische Team um Einzel-Olympiasieger Ben Maher mit Explosion, der nach den schwachen Ritten der ersten beiden Paare des Teams nicht mehr antrat. Großbritannien konnte mit Scott Brash den zweitbesten Reiter, dessen Pferd sich in Tokio verletzt hat, nicht ersetzen und wurde noch hinter Deutschland Letzter.

© dpa-infocom, dpa:210807-99-757623/5

@ dpa.de