Ski alpin, Weltcup

Hinter den deutschen Skirennfahrern liegt ein emotional aufreibendes Wochenende.

18.12.2017 - 10:32:06

Saison-Aus - Emotionale Ausschläge: Luitz-Verletzung trifft Alpine hart. Erst das endgültige Olympia-Aus für Felix Neureuther, dann der Super-G-Sieg von Josef Ferstl und am Sonntag der Kreuzbandriss von Stefan Luitz. Der Umgang damit fällt schwer.

Alta Badia und Podestplätzen (Luitz) auch gleich eindrucksvoll untermauerten. Und auf einmal fingen auch die schnellen Jungs in der Abfahrt und im Super-G an, richtig für Furore zu sorgen.

Inzwischen sind die emotionalen Ausschläge für die Beteiligten extrem. Gemeinschaftliche Trauer über die verunglückten David Poisson und Max Burkhart. Freude über Siege und Podestplätze in Disziplinen wie Super-G und Abfahrt, in denen das deutschen Herren jahrzehntelang nicht gelungen war. Der Kreuzbandriss von Neureuther. Die Hoffnung, er würde es dennoch zu Olympia schaffen. Die Nachricht, dass es nicht klappt. Nun die Verletzung von Luitz, die ebenso völlig unerwartet und ohne augenscheinlichen Grund passierte wie die von Neureuther. «So heftig, wie es uns immer erwischt, erwischt es eigentlich gar keinen in der Relation», meinte Maier mit Blick auf andere Teams.

Wieso sich Luitz und zuvor auch Neureuther einfach beim Fahren das Kreuzband rissen, konnte Maier nicht beantworten. Ob es an den neuen Riesenslalom-Ski für die Herren liege, die spektakulärer sind, den Rücken schonen, aber die Knie belasten? «Die völlig falsche Fährte ist es nicht. Aber man muss immer das Zusammenspiel sehen», sagte Maier. Fahrweise, Schneebedingungen, Athletik - all das spiele eben auch eine Rolle. «Wenn wir wüssten, wie das geht, würden wir alles in Bewegung setzen. Ich habe keine Lösung», antwortete er auf die Frage nach Konsequenzen für weniger Verletzungsgefahr.

Rebensburg bei den Damen, Josef Ferstl, Andreas Sander und Thomas Dreßen bei den Abfahrern - damit sind die formstarken Leistungsträger bei den Alpinen benannt. Fritz Dopfer ist durch die Folgen seines Schien- und Wadenbeinbruchs noch zu sehr eingeschränkt und weit von seinem eigentlichen Leistungsvermögen entfernt. Der Aufschwung der Damen im Windschatten Rebensburgs ist noch sehr zart.

Und bei den Technikern steht auf einmal der erst 23 Jahre alte Alexander Schmid im Fokus. Der überraschte vor einer Woche zwar mit dem sensationellen sechsten Platz in Val d'Isère und der Qualifikation für Olympia - hat aber eigentlich das Saisonziel, sich in den Top 30 zu platzieren. «Da muss man sich erst mal neu formieren», sagte Maier. «Aber wir geben deswegen nicht auf. Wir werden schauen, dass wir trotzdem das Beste geben, das wir geben können. Wir haben schon immer heftige Rückschläge aushalten müssen und müssen das jetzt halt auch aushalten.»

@ dpa.de

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