Biathlon, Weltcup

Für einen Sieg reicht hat es beim Biathlon-Weltcup in Oberhof nicht für die deutschen Skijäger.

13.01.2019 - 16:32:05

Staffeln in Oberhof - Warnschuss für Biathlon-Männer - Skijägerinnen Zweite. In Ruhpolding in der nächsten Woche soll es dann klappen. Die Tendenz stimmt, auch wenn die Männer-Staffel am Ende patzt.

Oberhof - Für Deutschlands Biathlon-Männer war es ein Warnschuss im strömenden Regen, die Skijägerinnen kämpften sich in Oberhof von ganz unten bis fast nach ganz oben.

Die ohne Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier laufende Frauen-Staffel wurde nach einem historisch schwachen Weltcup-Auftakt am Final-Sonntag nur von Russland geschlagen. Das in Bestbesetzung laufende Männer-Quartett dagegen kam nach starkem Beginn beim Sieg der Russen nur auf Rang acht. «Auf alle Fälle bleibt mal das Positive hängen, dass wir sehr, sehr ordentliche Wettkämpfe gemacht haben in den Einzelkonkurrenzen. Auch mit einer Rehabilitation der Damen», sagte Chef-Bundestrainer Mark Kirchner.

«Wir werden in der nächsten Woche in Ruhpolding wieder angreifen», kündigte Arnd Peiffer an. Einen Tag nachdem der Olympiasieger als Verfolgungszweiter für Jubelstürme in der Rennsteig-Arena sorgte, ging über die 4x7,5 Kilometer nicht viel. Erik Lesser, Simon Schempp, Peiffer und Benedikt Doll benötigten 17 Nachlader, Schempp und Peiffer mussten in die Strafrunde. «So macht es wenig Sinn», sagte Massenstart-Weltmeister Schempp, der auch im Sprint schwächelte und die Qualifikation für den Verfolger nicht schaffte - möglicherweise legt er eine Pause ein. Wenigstens Lesser hatte Grund zur Freude, war der 30-Jährige doch am Vortag erstmals Vater geworden.

Das Frauen-Team vergab den ersten Staffel-Sieg in Oberhof seit 2008 beim letzten Schießen. Karolin Horchler, Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Denise Herrmann lagen nach zwei Strafrunden und zehn Nachladern 33,5 Sekunden hinter den Russinnen, die in einer kuriosen Staffel mit vielen Stürzen lediglich acht Reservepatronen benötigten.

«Das macht Mut für die nächsten Rennen», sagte Franziska Preuß. Angesichts der Wetterlage in der Heimat sagte die in Ruhpolding lebende 24-Jährige: «Ich bin mal gespannt, wie viel Schnee wir zu Hause noch schippen müssen.» Am Mittwoch in der Chiemgau-Arena werden Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier und Staffel-Weltmeisterin Vanessa Hinz im Frauen-Sprint wieder dabei sein. «Vorausgesetzt, dass nicht wieder jemand krank wird, ist es fix, dass sie dazukommen», sagte Damen-Trainer Florian Steirer am Samstag nach der Verfolgung.

Beim erneuten Oberhof-Sieg der Italienerin Lisa Vittozzi hatte sich Franziska Preuß um 39 Ränge auf Platz sechs vorgekämpft. Auch Denise Herrmann (Platz 9) und Karolin Horchler (11) sowie Franziska Hildebrand (24) verbesserten sich. Und hätte Herrmann in der Staffel beim letzten Schießen nicht gleich zwei Strafrunden drehen müssen, dann wäre der erste Saison-Sieg unter Dach und Fach gewesen. «Aber wir sind glücklich, dass wir auf dem Podium stehen», sagte Herrmann.

Im WM-Ort von 2023 schaffte es Peiffer als Zweiter in der Verfolgung hinter dem überragenden Norweger Johannes Thingnes Bö (sieben Siege in zehn Rennen) sogar auf das Podest, Sprint-Weltmeister Benedikt Doll wurde Siebter. Seit Olympiasieger Peiffer Ende November Papa geworden ist, läuft es auch in Loipe und am Schießstand. Bärenstark ist der 31 Jahre alte Niedersachse in die Saison gestartet. Von den vier deutschen Podestplätzen in diesem Winter hat er zwei geholt.

Sein früherer Zimmerkollege Michael Rösch dagegen beendet seine Karriere. Der mittlerweile für Belgien startende Staffel-Olympiasieger wird im März Vater und bestreitet in Ruhpolding sein letztes Biathlon-Rennen. «Ich war ganz unten, dann ganz oben, wieder unten, wieder oben. Die Berg- und Talfahrt hat nun ein Ende», beschrieb der Sachse seine Karriere.

@ dpa.de

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