Ski alpin, Olympia

Für die Skirennfahrer stehen in Kitzbühel die prestigeträchtigsten Abfahrten der Saison an.

20.01.2022 - 13:16:07

Weltcup in Kitzbühel - Mit Corona-Sorgen auf die Streif: Nervenprobe für Alpin-Asse. Zwei Wochen vor Olympia wächst aber die Sorge vor positiven Corona-Tests.

Auch deshalb sei ein Verzicht auf die prestigeträchtigen Rennen in Österreich für seine Athleten kein Thema gewesen. «Kitzbühel ist im Speedbereich das wichtigste Wochenende im Weltcup», sagte Schwaiger. «Wir versuchen, unseren Kreis so kleinzuhalten, wie es nur geht.» Das gilt ohnehin schon für den ganzen Winter. In den Hotels, in denen oft auch Gäste absteigen, die nichts mit den Ski-Events zu tun haben, isoliert sich das deutsche Team so gut es geht, wohnt möglichst in einem eigenen Stockwerk und isst für sich alleine. «In Wengen war ich nur am Berg oder im Zimmer», sagte Schwaiger rückblickend auf das aus deutscher Sicht enttäuschende vergangene Wochenende in der Schweiz.

Am Lauberhorn hatte Schwaigers Speed-Riege die Top 15 jeweils geschlossen verpasst und Vizeweltmeister Andreas Sander die zweite Schussfahrt wegen seines jüngsten Formtiefs sogar ausgelassen. Die Erwartungshaltung sei vor den Kitzbühel-Klassikern «etwas gedämpft», gestand Schwaiger daher. Mut machen ihm aber die deutschen Resultate auf der Streif aus den Vorjahren. Sander und Romed Baumann rasten in den Abfahrten 2021 jeweils in die Top 5, Josef Ferstl gewann 2019 im Super-G. Das dürfte «einen Motivationsschub geben», glaubt Schwaiger.

1000 Zuschauer zugelassen

Die Piste habe sich «hervorragend präsentiert - fordernd und richtig cool», sagte Baumann nach dem ersten Training. An die neue Einfahrt in die Traverse, die durch eine Geländekorrektur etwas verändert wurde, muss er sich erst noch gewöhnen. Generell ist der Routinier im deutschen Team aber «bereit» für die Streif. «Ich freue mich darauf.»

Auch, wenn die Atmosphäre wieder nichts mit der zu tun haben wird, die man über Jahre hinweg von Kitzbühel gewohnt war. 50.000 Fans waren teilweise pro Tag dabei - darunter reichlich Prominenz. Anders als bei den Geisterrennen im Vorjahr sind diesmal immerhin 1000 Zuschauer erlaubt - trotz vergleichsweise hoher Sieben-Tage-Inzidenz. Man müsse «ein Zeichen setzen», sagte der Präsident des Kitzbüheler Skiclubs, Michael Huber, zur Teilzulassung. Das Event sei so etwas wie «nationales Kulturgut.» Die große Party oder den VIP-Tempel im Zielraum wird es aber erneut nicht geben. Vorsicht ist das oberste Gebot. Auf der Strecke. Und daneben.

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