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Biathlon, Weltcup

Für die deutschen Biathlon-Männer waren die Heim-Weltcups in Ruhpolding und Oberhof mit insgesamt vier Podestplätzen erfolgreich.

19.01.2020 - 16:02:05

Biathlon-Weltcup - Doll verpasst Verfolgungs-Podium knapp - WM-Aus für Schempp. Bei den Frauen sieht das anders 25 Tage vor dem WM-Start aus. Simon Schempp muss erneut ein WM-Aus verkraften.

  • Sechste - Foto: Matthias Balk/dpa

    Denise Herrmann landete in der Verfolgung auf Platz sechs. Foto: Matthias Balk/dpa

  • Fünfter - Foto: Sven Hoppe/dpa

    Benedikt Doll wurde Fünfter in der Verfolgung. Foto: Sven Hoppe/dpa

Sechste - Foto: Matthias Balk/dpaFünfter - Foto: Sven Hoppe/dpa

Ruhpolding - Nach einem «verrückten» Biathlon-Rennen mit Stockbruch und einer dicken Schramme über dem Auge war Benedikt Doll «glücklich und betrübt zugleich.»

Denn trotz nur eines Schießfehlers reichte es am Sonntag als Fünfter knapp nicht für das Podest. «Ich fühle mich auf der Ruhpolding-Runde nicht so wohl. Darum war es schon nach dem Schießen klar, dass es schwierig wird, die Runde zu gewinnen», sagte Doll, der im Schlussspurt um Rang drei nicht mithalten. Im Kampf um das Podest war zudem der Stock des Norwegers Vetle Sjaastad Christiansen aus Versehen im Gesicht von Doll gelandet. «Im Gefecht, gibt es ein paar Schäden», sagte der Sprint-Dritte ohne Vorwurf.

Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade gewann das Jagdrennen vor seinem Teamkollegen Quentin Fillon Maillet und Christiansen. Im Hexenkessel der Chiemgau Arena wurde Doll von den 22 000 Zuschauern trotzdem gefeiert, genau wie Fourcade. Der elfmalige Weltmeister schoss in allen drei Ruhpolding-Rennen keinen einzigen Fehler und führte Frankreichs Staffel am Samstag zum Sieg. Das deutsche Quartett wurde Fünfter, weil es am Schießstand nicht rund gelaufen war. In der Verfolgung wurde Philipp Nawrath (3) Zwölfter, Olympiasieger Arnd Peiffer (1) 14. Bundestrainer Mark Kirchner verspricht: «Wir werden mit einer schlagkräftigen Mannschaft zur Weltmeisterschaft fahren.»

25 Tage vor dem WM-Start in Antholz war bei den Frauen einmal mehr Denise Herrmann beste Deutsche. Die 31-Jährige verbesserte sich beim sechsten Saisonsieg von Tiril Eckhoff im elften Rennen um 13 Positionen und wurde nach drei Fehlern noch Verfolgungs-Sechste. «Ich hoffe, dass wir ihr bei der WM am Tag X Paroli bieten können», sagte die Verfolgungsweltmeisterin über die Norwegerin Eckhoff.

«Es geht prinzipiell in die richtige Richtung», befand Damen-Trainer Florian Steirer. Aufsteigende Form nach ihrer Krankheit zeigte auch Franziska Preuß auf Rang zwölf, Karolin Horchler wurde 17 und war nah dran an der halben WM-Norm.

Eine absolute Top-Platzierung vergab dagegen Vanessa Hinz. Genau wie zuvor in der Staffel patzte die Sprint-Achte und fiel nach vier Strafrunden auf Rang 21 zurückfiel. «So wie es ausgeschaut hat, ist es ein mentales Problem», sagte Steirer. Hinz, die neben Herrmann und Preuß die WM-Norm hat, befand: «Ich lass mir nicht einreden, dass ich es nicht kann.»

Während die Suche nach weiteren WM-tauglichen Skijägerinnen beim nächsten Weltcup in Pokljuka weitergeht, ist der Konkurrenzkampf bei den Männer hart. Peiffer, Ex-Weltmeister Doll, Kühn, Rees und nun auch Nawrath haben die Norm erfüllt. Erik Lesser könnte noch eine Chance bekommen, für Simon Schempp ist die Tür zu. Er fehlt bei der WM in Antholz. Für den ehemaligen Weltmeister haben man «einen anderen Plan entwickelt», sagte Kirchner. «Schweren Herzens» sei «die Entscheidung Richtung Weltmeisterschaft gefallen, dass er da nicht teilnehmen wird.»

Der Konkurrenzkampf im Männer-Team, meint Peiffer, habe sich «jetzt über die letzten zwei Jahre angedeutet.» Die nachgerückten Teamkollegen «sind alle nah dran, da kann jeder vor jedem an einem bestimmten Tag sein. Es ist nicht so, dass da eine große Lücke herrscht.» Für Chefbundestrainer Mark Kirchner ein Resulat der knüppelharten Auswahlkriterien. «Wir sind unserer Linie treu geblieben, und räumen denjenigen, die im IBU-Cup Leistung bringen, auch Möglichkeiten ein.»

Klar ist, dass in Antholz eine Damen-Staffel am Start sein wird - trotz fehlender WM-Normen. Der zweite Frauen-Trainer Kristian Mehringer deutete an, dass man Geduld haben müsse, bis es bei den Frauen so ist wie momentan bei den Männern. «So einen Olympia-Zyklus dauert es sicher, also vier bis sechs Jahre kann man rechnen.»

@ dpa.de