Biathlon, Weltcup

Ex-Doper Alexander Loginow gewinnt in Oberhof sein erstes Weltcuprennen - der IOC-Chef hätte sich etwas anderes gewünscht.

11.01.2019 - 17:22:05

Biathlon-Weltcup - Ex-Doper Loginow siegt in Oberhof - «Müssen das hinnehmen». Benedikt Doll und Arnd Peiffer verpassen in Thüringen im Sprint nur knapp die Podestplätze.

  • Benedikt Doll - Foto: Martin Schutt

    Benedikt Doll beim Schießen in Oberhof. Foto: Martin Schutt

  • Alexander Loginow - Foto: Hendrik Schmidt

    Gewann in Oberhof den Sprint: Alexander Loginow. Foto: Hendrik Schmidt

Benedikt Doll - Foto: Martin SchuttAlexander Loginow - Foto: Hendrik Schmidt

Oberhof nicht schaffte.

Nun wird Loginow von der Konkurrenz gejagt - er hat einen Vorsprung von 25 Sekunden. Wenn es nach IOC Präsident Thomas Bach, 1976 Fecht-Olympiasieger, ginge, hätte es der Russe nach seiner Epo-Sperre erst gar nicht auf das Podest geschafft. «Ich bin angetreten als Athletensprecher vor vielen Jahren und habe mit großer Überzeugung und Nachdruck eine lebenslange Sperre für Dopingsünder gefordert», sagte Bach der Deutschen Presse-Agentur. «Aber es ist so in unserem Rechtssystem, dass das nicht möglich ist. Und dass jeder, wenn er seine Strafe verbüßt hat, dann auch wieder das Recht hat zu starten. Und das Recht hat gleich behandelt zu werden.»

Die klare Bach-Kante würde man sich auch in den großen sportpolitischen Diskussionen wünschen. Denn Loginows Oberhof-Sieg wirft ein Schlaglicht auf die Doppel-Moral im Sport. Lesser, einer der Athletensprecher der Biathleten, sagt: «Auch wenn es schwerfällt, man muss damit leben. Schön finde ich es nicht.» Peiffer meinte: «Grundsätzlich hat er seine Strafe verbüßt. Er war zwei Jahre gesperrt, jetzt ist er wieder da. Ich muss erst einmal aus Athletensicht vom Positiven ausgehen: Er ist geläutert, er hat gut trainiert.» Der frühere Juniorenweltmeister Loginow war bis Ende 2016 gesperrt.

«Ich lade alle ein, mich im Training zu besuchen und zu schauen, wie ich arbeite», sagte er einmal. Aktuell gehört Loginow auch zu jenen fünf russischen Skijägern, gegen die in Österreich die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln bei der WM 2017 in Hochfilzen ermittelt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht die nächste Sperre.

Loginow bestreitet vehement jede Form des Missbrauchs und verwies bei Instagram vor wenigen Wochen auf seine vielen negativen Dopingtests. Sein Sieg in Thüringen hatte sich angedeutet, in diesem Winter war er schon zweimal Zweiter und zweimal Dritter geworden.

«Wenn keine positive Doping-Probe in der nächsten Zeit kommt, dann müssen wir das einfach so hinnehmen. Ob wir ihn respektieren auf der Strecke, das ist etwas anderes», sagte Lesser. Auch die in Oberhof fehlende Teamkollegin Vanessa Hinz wurde - angesprochen auf Loginow und dessen in der Vergangenheit ebenfalls gesperrte Landsfrau Irina Starych - deutlich. «Dass die einfach so zurückkommen und plötzlich wieder vorne mit dabei sind. Ich tue mich schwer damit, denen zu gratulieren», sagte Hinz im Dezember: «Können die sich überhaupt noch selbst im Spiegel anschauen?»

Nach dem historisch schlechten Damen-Sprint am Donnerstag mit den Plätzen 34 bis 45 und 80 ohne Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier soll in der Verfolgung am Samstag die Wende zum Guten eingeleitet werden - Podestplätze sind allerdings nicht zu erwarten. «Jede soll ihr Rennen so gestalten, dass sie eine gute Leistung bringt und Selbstvertrauen tankt», sagte Damen-Bundestrainer Kristian Mehringer.

@ dpa.de