WM, Halbfinale

Es ist schon jetzt die bislang beste WM des Lionel Messi.

13.12.2022 - 21:58:36

3:0 gegen Kroatien: Messi führt Argentinien ins Finale. Es fehlt nur noch die Krönung. Beim überraschend deutlichen 3:0 gegen Kroatien führt der Superstar die Argentinier ins Finale.

  • Lionel Messi erzielt per Strafstoß das Tor zur 1:0-Führung gegen Kroatien. - Foto: Mike Egerton/PA Wire/dpa

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  • Argentiniens Enzo Fernandez (l-r), Julian Alvarez und Lionel Messi feiern das 2:0 für ihre Mannschaft. - Foto: Maximiliano Luna/telam/dpa

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  • Kroatiens Torhüter Dominik Livakovic (l) foult im Strafraum den Argentinier Julian Alvarez. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa

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  • Argentiniens Julian Alvarez (9) erzielt das 2:0 gegen Kroatien. - Foto: Fernando Gens/telam/dpa

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  • Argentiniens Torschütze Julian Alvarez (r) jubelt nach dem 3:0 mit Vorlagengeber Lionel Messi. - Foto: Robert Michael/dpa

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Lionel Messi erzielt per Strafstoß das Tor zur 1:0-Führung gegen Kroatien. - Foto: Mike Egerton/PA Wire/dpaArgentiniens Enzo Fernandez (l-r), Julian Alvarez und Lionel Messi feiern das 2:0 für ihre Mannschaft. - Foto: Maximiliano Luna/telam/dpaKroatiens Torhüter Dominik Livakovic (l) foult im Strafraum den Argentinier Julian Alvarez. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpaArgentiniens Julian Alvarez (9) erzielt das 2:0 gegen Kroatien. - Foto: Fernando Gens/telam/dpaArgentiniens Torschütze Julian Alvarez (r) jubelt nach dem 3:0 mit Vorlagengeber Lionel Messi. - Foto: Robert Michael/dpa

Argentiniens Trainer kamen die Tränen, als ihn Lionel Messi nach dem Einzug ins WM-Endspiel umarmte. «Gracias», danke - mehr brachte Lionel Scaloni nicht hervor. Der Superstar der Argentinier ist jetzt nur noch einen Sieg vom lang ersehnten ersten WM-Titel entfernt.

Messi führte seine Mannschaft auch im ersten Halbfinale dieser Weltmeisterschaft zu einem klaren 3:0 (2:0)-Sieg gegen Kroatien. Das erste Tor erzielte der sechsmalige Weltfußballer in der 34. Minute per Foulelfmeter selbst. Das 2:0 und 3:0 legte der 35-Jährige seinem Sturmpartner Julian Álvarez jeweils auf (39./69.).

«Es gehen mir so viele Dinge durch den Kopf. Ich weiß gar nicht, wie ich meine Gefühle beschreiben soll», sagte Messi. «Wenn ich diese Leute sehe, die Menschen, die Familien, diese Fangemeinde, die uns die ganze Zeit begleitet hat. Jetzt sind wir im Finale, das wollten wir.  Es hat unglaublich Spaß gemacht, soweit zu kommen. Das müssen wir genießen.»

Vor 88.966 Zuschauern im Lusail-Stadion waren die Kroaten der individuellen Klasse der beiden argentinischen Stürmer nur in der Anfangsphase gewachsen. Sie verpassten ihre zweite Endspiel-Teilnahme nacheinander auch deshalb, weil sich ausgerechnet dieses nervenstarke Team entscheidende Abwehrpatzer leistete. 

«Wir freuen uns sehr auf das Finale»

Argentinien wartet nun am Mittwochabend auf seinen Final-Gegner: Titelverteidiger Frankreich oder die große WM-Überraschung Marokko. 1978 und 1986 gewannen die Südamerikaner den Titel bereits. Messi selbst kam jedoch bei seinen vorangegangenen vier WM-Teilnahmen nie weiter als bis zum Endspiel 2014, das er mit 0:1 gegen Deutschland verlor. Auch gegen Kroatien bestätigte er noch einmal, dass seine fünfte WM bislang seine mit Abstand beste ist.

Messi bedankte sich nach dem Triumph bei seiner Familie. «Das ist für mich das allerwichtigste. Meine Frau - wir haben schwere Zeiten erlebt, sie war immer an meiner Seite. Das ist auch ein Sieg für meine Familie, aber auch für die Fußballfamilie Argentiniens.» Doppel-Torschütze Álvarez betonte: «Wir haben das verdient. Es ist ein tolles Spiel, dass wir gemacht. Es ist eine Riesenfreude für alle. Wir freuen uns sehr auf das Finale.»

Ein kroatischer Kontrollverlust hilft Argentinien

Das Spiel gegen den 2018er-Finalisten Kroatien begann auch noch damit, dass der Stürmer von Paris Saint-Germain einen 24 Jahre alten WM-Rekord von Lothar Matthäus einstellte. Beide kamen nun 25 Mal bei einer Weltmeisterschaft zum Einsatz. Zum ersten Platz in der ewigen WM-Torschützenliste fehlen Messi aber noch fünf Treffer. Den besetzt Miroslav Klose mit 16 Toren. 

Ansonsten lief zumindest am Anfang noch nichts nach Plan für Argentiniens Nummer 10. Messi fasste sich schon nach wenigen Minuten mehrfach an den hinteren linken Oberschenkel und dehnte seine Muskulatur. Vom Spiel war er zunächst auch größtenteils abgeschnitten, weil die Kroaten bereits die Passwege in Richtung des Superstars zustellten und die Unterstützung der eigenen Mitspieler recht übersichtlich war. Trainer Lionel Scaloni opferte wie schon beim Viertelfinal-Erfolg gegen die Niederlande den dritten Offensivspieler zugunsten einer defensiveren Formation. 

Und so half dem Favoriten dann etwas, was bei dieser und auch der vergangenen Weltmeisterschaft nur ganz selten passierte: ein kompletter kroatischer Kontrollverlust. Vor dem 1:0 rutschte der Ball im Mittelfeld ausgerechnet dem großen Star Luka Modric von Real Madrid unter der Sohle hindurch. Argentiniens Enzo Fernandez passte steil auf Stürmer Álvarez, der wurde im Strafraum von Torwart Dominik Livakovic gefoult - und Messi verwandelte den Strafstoß ins obere rechte Eck des Tores.

Kroatien völlig harmlos und ideenlos

Das 2:0 nur fünf Minuten später fiel sogar nach einem kroatischen Eckball und einer noch viel gravierenderen Fehlerkette. Diesmal spielte Messi den Ball auf Álvarez - und gleich zwei kroatische Verteidiger säbelten daran im Strafraum vorbei. Ihre viel gelobte Abgebrühtheit und Stabilität ließ die Kroaten in den entscheidenden Minuten eines WM-Halbfinals im Stich.

Kurz vor und kurz nach der Pause hatten sie zweimal das Glück, nicht ganz schnell noch einen dritten Gegentreffer zu schlucken. Alexis Mac Allister (43.) und Messi (58.) scheiterten jeweils am stark reagierenden Livakovic.

Die Kroaten warfen nun beinahe alles ins Spiel, was ihre Ersatzbank an Offensivkräften hergab: Mislav Orsic, Nikola Vlasic und Bruno Petkovic, der späte Torschütze des Brasilien-Spiels, kamen bis zur 50. Minute neu in die Partie. Gefährlicher wurde der WM-Finalist von 2018 dadurch aber nicht. Kroatien blieb nach überzeugenden ersten 20 Minuten völlig harmlos und ideenlos. Auch ihr für die Angreifer im Kader zuständiger Co-Trainer Mario Mandzukic konnte ihnen nicht mehr helfen: Der frühere Bayern-Torjäger sah wegen Protestierens auf der Bank die Rote Karte (35.).

@ dpa.de