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American Football, NFL

Erstmals seit zehn Jahren scheitern Tom Brady und die New England Patriots wieder in der ersten Playoffrunde.

05.01.2020 - 11:18:10

Brady-Ära droht Ende - NFL-Playoffs: Titelverteidiger New England scheitert früh. Mit dem Aus des Titelverteidigers droht auch der Ära des erfolgreichsten Quarterbacks der Geschichte das Ende.

  • New England Patriots - Tennessee Titans - Foto: Charles Krupa/AP/dpa

    Tom Brady, Quarterback der New England Patriots, geht nach der Niederlgage seines Teams gegen die Titans vom Platz. Foto: Charles Krupa/AP/dpa

  • Houston Texans - Buffalo Bills - Foto: Eric Christian Smith/FR171023 AP/dpa

    Quarterback Josh Allen (17/l) von den Buffalo Bills taucht zu einem Touchdown ab. Jahleel Addae (37)von den Houston Texans kann ihn nicht aufhalten. Foto: Eric Christian Smith/FR171023 AP/dpa

New England Patriots - Tennessee Titans - Foto: Charles Krupa/AP/dpaHouston Texans - Buffalo Bills - Foto: Eric Christian Smith/FR171023 AP/dpa

Foxborough - Nach dem ernüchternden Ende der Playoff-Erfolgsära seiner New England Patriots präsentierte sich Tom Brady komplett niedergeschlagen und schloss einen Rücktritt eher halbherzig aus.

«Ich würde sagen, dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, aber...», sagte der 42-Jährige ungewohnt unsicher und schob nach kurzer Pause etwas leiser hinterher: «Hoffentlich unwahrscheinlich.» Wie in Trance schlich der erfolgreichste Quarterback der Football-Geschichte mit versteinerter Miene vom Feld, joggte die letzten Schritte Richtung Kabine.

Die niederschmetternde 13:20-Niederlage des Titelverteidigers gegen die Tennessee Titans zum Playoffstart der NFL setzte Brady sichtbar zu. Seit sieben Jahren hatte der Spielmacher mit den Patriots kein K.o.-Heimspiel mehr verloren, stand in den vergangenen vier von fünf Jahren im Super Bowl, scheiterte nun aber erstmals wieder nach 2009 in der ersten Runde.

Nun ist der sechsmalige Champion erstmals in seiner ruhmreichen Karriere zum Saisonende ohne Vertrag und schwärmte in großen Worten über das Team von Besitzer Robert Kraft und Coach Bill Belichick. «Ich liebe die Patriots», sagte Brady. «Es gibt niemanden, der eine bessere Karriere als ich hatte und das nur, weil ich mit ihnen zusammen war. Ich bin sehr gesegnet. Ich weiß nicht, wie die Zukunft aussehen wird, deshalb will ich sie nicht vorhersagen.»

Wie auch schon gegen Ende der regulären Saison, als die Patriots das Erstrunden-Freilos leichtfertig verspielten, lief Brady auch beim Playoffauftakt nicht zu alter Form auf. Mit seinen Pässen erzielte der Quarterback lediglich gut 200 Yards Raumgewinn, blieb ohne Touchdownwurf. Stattdessen zermürbte vor allen Titans-Running-Back Derrick Henry die Verteidigung von New England. So musste Brady kurz vor Ende aus verzweifelter Lage agieren, seinen Fehlpass lief Tennessee direkt zum Touchdown zurück.

Dennoch feierten die Fans im Gillette Stadium ihren Helden immer wieder mit Sprechchören, auf einem Banner in der ersten Runde stand flehentlich die Aufschrift: «Bitte bleibe Tommy». «Es war die Erfahrung meines Lebens», sagte der langjährige Patriots-Kapitän Matthew Slater über seine Zeit mit Brady. «Er macht die Dinge auf die richtige Art und Weise, hatte den größten Erfolg, aber bleibt immer noch er selbst. Das sagt viel darüber aus, wie er als Mann ist.»

Nur ein langjähriger Weggefährte wollte nicht in große Lobeshymnen ausbrechen. Erfolgscoach Belichick kommentierte die Frage nach Bradys Zukunft in gewohnt grummeliger Manier. «Jetzt gerade haben wir ein Spiel beendet», sagte der 67-Jährige unsentimental. «Also fokussieren wir uns auf dieses Spiel, okay.» Die Frage nach der Zukunft von Brady dürfte die NFL aber noch länger beschäftigen.

Bereits zuvor hatten die Houston Texans eine starke Aufholjagd gegen die Buffalo Bills gekrönt. Im dritten Viertel lagen sie noch 0:16 zurück, doch am Ende triumphierten die Hausherren mit 22:19 nach Verlängerung. Das entscheidende Fieldgoal erzielte Ka'imi Fairbairn. Während Buffalo seit 24 Jahren auf einen Sieg in den Playoffs wartet, treffen die Texans in der zweiten Runde auf die Kansas City Chiefs.

@ dpa.de

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