Sportpolitik, Doping

Doping war gestern - russische Sportler wollen trotz Sanktionen bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea antreten.

12.12.2017 - 12:40:06

Olympia-Beschluss - Russland lässt seine Sportler zu den Winterspielen fahren. Die Sportpolitik lässt sie ziehen.

Moskau - Russische Athleten dürfen zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea fahren und unter neutraler Flagge starten. Das beschloss erwartungsgemäß das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) in Moskau.

Wegen des Doping-Skandals hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) Russland als Nationalteam für Pyeongchang gesperrt. Dopingfreie russische Sportler und Mannschaften dürfen aber unter Olympia-Flagge starten. Darüber will Russland ab dem 15. Dezember mit dem IOC verhandeln.

«Alle Redner waren sich einig: Unsere Sportler sollten nach Südkorea fahren und dort Siege zum Ruhme Russlands erringen», sagte ROC-Präsident Alexander Schukow nach der Sitzung. Etwa 200 russische Athleten könnten an den Spielen vom 9. bis 25. Februar teilnehmen. Der Beschluss in der Olympischen Versammlung, dem obersten ROC-Organ, sei einstimmig gefallen, meldete die Agentur Tass.

Seit Verkündung der IOC-Strafen vergangene Woche wurde in Russland diskutiert, ob man die Winterspiele nicht boykottieren sollte. Die stolze Sportgroßmacht solle sich nicht herabwürdigen lassen, sagten nationalistische Politiker. Dagegen sagten die meisten Sportler, sie wollten ungeachtet der erschwerten Bedingungen starten.

«Ein Boykott führt zu nichts, das bedeutete nur neue Sanktionen, Probleme für die Teilnahme an künftigen Olympischen Spielen, Probleme für unsere Sportler», sagte auch der frühere ROC-Präsident Witali Smirnow.

Präsident Wladimir Putin hatte den Athleten die Reise nach Pyeongchang freigestellt. Der Kreml heiße die Entscheidung des ROC gut, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Das ROC werde sowohl die Olympia-Fahrer unterstützen wie auch die Sportler, die nicht fahren wollen oder nicht vom IOC eingeladen werden, sagte Schukow. Im erweiterten russischen Olympia-Kader mit 450 Namen hätten mehr als 400 Sportlerinnen und Sportlern keinerlei Doping-Geschichte, sagte Sportminister Pawel Kolobkow.

Der Erste Fernsehkanal Russlands kündigte an, olympische Wettbewerbe mit russischer Beteiligung doch zu zeigen. In einer ersten Reaktion auf die IOC-Strafen hatten die staatlichen Sender erklärt, sie wollten die Spiele in Südkorea gar nicht zeigen.

Das IOC hatte mit den Sanktionen, die vor allem Sportfunktionäre treffen, die Konsequenzen aus dem Dopingsystem gezogen. Gerade bei den Winterspielen im russischen Sotschi 2014 waren Dopingproben manipuliert worden, wie eine IOC-Kommission befand. 25 russische Sportler haben deshalb lebenslang die Startberechtigung für Olympia verloren. In Südkorea starten die Sportler offiziell als «Olympia-Teilnehmer aus Russland». Bei Siegerehrungen wird die olympische Hymne gespielt und die olympische Flagge gehisst.

@ dpa.de

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