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Olympia, Eröffnungsfeier

Die Olympischen Spiele in Tokio beginnen mit einer Eröffnung, die ganz im Zeichen von Corona steht.

23.07.2021 - 16:32:06

Eröffnungsfeier - Keine Zuschauer, kein Flair: Olympia beginnt unspektakulär. Ohne Zuschauer fehlt das Flair - ein bitterer Vorgeschmack auf die 16 Wettkampftage.

  • Feuerwerk - Foto: Huang Zongzhi/XinHua/dpa

    Ein gro?es Feuerwerk zum Start der Er?ffnungsfeier in Tokio. Foto: Huang Zongzhi/XinHua/dpa

  • Ehreng?ste - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Knapp 1000 Ehreng?ste durften bei der Er?ffnungsfeier im Stadion dabei sein. Foto: Michael Kappeler/dpa

  • Thomas Bach und Kaiser Naruhito - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Thomas Bach (l) und der japanische Kaiser Naruhito winken vor Start der Zeremonie. Foto: Michael Kappeler/dpa

  • Olympische Ringe - Foto: Swen Pf?rtner/dpa

    Die Olympischen Ringe leuchten unter buntem Feuerwerk. Foto: Swen Pf?rtner/dpa

  • S?ngerin Misa - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

    S?ngerin Misa singt die japanische Nationalhymne. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

  • Tanzeinlage - Foto: Swen Pf?rtner/dpa

    T?nzer treten w?hrend der Show auf. Foto: Swen Pf?rtner/dpa

  • IOC-Fl?chtlingsteam - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Die Fahnentr?ger Yusra Mardini und Leichtathlet Tachlowini Gabriyesos f?hren das IOC-Fl?chtlingsteam ins Stadion. Foto: Michael Kappeler/dpa

  • Deutsche Mannschaft - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Die deutsche Mannschaft kommt angef?hrt von Wasserspringer Patrick Hausding und Beachvolleyballerin Laura Ludwig ins Stadion. Foto: Michael Kappeler/dpa

  • Demonstranten - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

    Rund um die Er?ffnungsfeier gab es vereinzelte Proteste. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

  • Olympischer Eid - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Drei M?nner und drei Frauen sprechen den olympischen Eid. Foto: Michael Kappeler/dpa

  • Gastgeber-Team - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Basketballer Rui Hachimura tr?gt die japanische Fahne ins Stadion. Foto: Michael Kappeler/dpa

Feuerwerk - Foto: Huang Zongzhi/XinHua/dpaEhreng?ste - Foto: Michael Kappeler/dpaThomas Bach und Kaiser Naruhito - Foto: Michael Kappeler/dpaOlympische Ringe - Foto: Swen Pf?rtner/dpaS?ngerin Misa - Foto: Sebastian Gollnow/dpaTanzeinlage - Foto: Swen Pf?rtner/dpaIOC-Fl?chtlingsteam - Foto: Michael Kappeler/dpaDeutsche Mannschaft - Foto: Michael Kappeler/dpaDemonstranten - Foto: Sebastian Gollnow/dpaOlympischer Eid - Foto: Michael Kappeler/dpaGastgeber-Team - Foto: Michael Kappeler/dpa

Tokio - Mit einer unspektakulären Party und begleitet von Protesten sind die wohl außergewöhnlichsten Olympischen Spiele der Neuzeit eröffnet worden. Lediglich knapp 1000 Ehrengäste - unter ihnen Japans Kaiser Naruhito - wohnten in Tokio der weitgehend trostlosen Zeremonie bei.

IOC-Präsident Thomas Bach sprach trotz der umfangreichen Corona-Einschränkungen in der Olympia-Stadt von einem wichtigen Zeichen in Zeiten der weltweiten Pandemie. «Heute ist ein Tag der Hoffnung. Ja, es ist ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Aber lasst uns diesen Moment wertschätzen, weil wir endlich alle zusammen hier sind», sagte Bach.

Um 23.13 Uhr Ortszeit erklärte der Tenno die XXXII. Olympischen Spiele für offiziell eröffnet. Zuvor waren die 205 Nationen und das Flüchtlingsteam unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in das fast leere Olympiastadion einmarschiert.

Ludwig genießt besonderen Moment

Die deutsche Mannschaft, die wegen der phonetischen Reihenfolge im japanischen Alphabet erstmals erst an 115. Stelle an der Reihe war, wurde angeführt von Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig und Wasserspringer Patrick Hausding. Das Duo, das sich in einer Wahl unter Sportfans und der Olympia-Mannschaft durchgesetzt hatte, trug als Zeichen der Gleichstellung gemeinsam die Fahne. Das hatte es zuvor noch nie gegeben. «Es ist cool, dass wir das zusammen machen konnten», sagte Ludwig.

Den besonderen Moment genoss sie in vollen Zügen. «Für mich ist es noch spezieller, Fahnenträger zu sein, als eine Medaille zu gewinnen, weil es viel weniger Menschen gibt, die eine Fahne tragen, als Menschen, die eine Medaille gewinnen», sagte die 35-Jährige und fügte hinzu: «Ich hoffe einfach, dass wir viele junge Leute zu Hause inspirieren können, Sport zu treiben, und dass viele Jüngere nach uns zu den Olympischen Spielen kommen können.»

Von den insgesamt 432 Athletinnen und Athleten aus dem Team Deutschland hatten sich nur 106 auf den Weg zum Olympiastadion gemacht. «Wenn ich so drüber nachdenke habe ich nicht eine Sekunde daran gedacht bei der Eröffnung dabei zu sein», twitterte Beachvolleyballerin Karla Borger.

Ein Hingucker beim Einmarsch war erneut Pita Taufatofua, der wie schon 2016 in Rio und 2018 in Pyeongchang halbnackt mit eingeölter Brust ins Stadion kam. Der 37 Jahre alte «Coconut Fighter» trug wieder die Fahne von Tonga und beeindruckte mit seinem durchtrainierten Oberkörper. Mit seinem Outfit war er aber nicht allein: Auch Ruderer Rii Riilio aus Vanuatu kam mit freiem Oberkörper, Bastrock und Flip-Flops an den Füßen in die Arena.

33 Sportarten, 339 Entscheidungen

Die mintgrüne Olympia-Kleidung der Deutschen kam dagegen nicht überall gut an. «Wer ist verantwortlich für dieses Outfit», schrieb Basketball-Nationalspieler Maodo Lo auf Instagram.

In den nächsten 16 Tagen kämpfen rund 11.000 Sportlerinnen und Sportler vor leeren Rängen um Gold, Silber und Bronze. In 33 Sportarten gibt es die Rekordzahl von 339 Olympia-Entscheidungen. Bei der Zeremonie bekamen die Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt bereits einen Vorgeschmack auf die ersten Olympischen Spiele ohne Zuschauer.

Vereinzelte Proteste vor der Arena

In seiner Rede sprach Bach allen Mut zu. «Ihr habt vor großen Herausforderungen bei eurer olympischen Reise gestanden», sagte der IOC-Chef an die Adresse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. «Ihr habt gekämpft, durchgehalten und niemals aufgegeben. Und heute lasst ihr euren Olympia-Traum wahr werden.» Zu diesem Zeitpunkt hatten etliche Athletinnen und Athleten wegen der großen Hitze und aus Gründen der Risikominimierung das Stadion aber bereits schon wieder verlassen.

Die Show, in deren Vorfeld es mehrere Skandale und Rücktritte im Kreis der Organisatoren gegeben hatte, war wegen der besonderen Umstände stark auf das Fernsehen zugeschnitten und verlief ohne Höhepunkte. Eingerahmt wurden die landestypischen Darbietungen der Künstler von einem Feuerwerk, das in der japanischen Metropole weithin sichtbar war.

Keinen Blick dafür hatten Hunderte japanische Olympia-Gegner, die vor der Arena lautstark gegen die Sommerspiele protestierten. Rufe wie «Stoppt die Spiele» oder «Brecht die Eröffnungsfeier ab» drangen über Megafone bis ins Olympiastadion. Zu ähnlichen Aktionen war es zuvor schon in der Stadt rund um das Rathaus gekommen. Auf Bannern stand «Löscht die Olympische Fackel» und «Keine Olympiade» sowie «Globales Verbrechen gegen Japan».

© dpa-infocom, dpa:210723-99-494083/9

@ dpa.de