Olympia, Pyeongchang

Die Mehrzahl der deutschen Athleten sind in den olympischen Dörfern von Pyeongchang einquartiert.

06.02.2018 - 12:28:06

Spartanische Zimmer - «Back Street Boys» an der Wand»: Einzug ins olympische Dorf. Ein Hort der Gemütlichkeit sind die Unterkünfte nicht, dennoch sind alle fasziniert von dem Leben mit den Wintersport-Weltstars und klagen nicht über spartanische Zimmer.

Pyeongchang - Skeleton-Weltmeisterin Jacqueline Lölling kann sich keinen schöneren Ort für ihren 33. Geburtstag vorstellen als das olympische Dorf in Pyeongchang.

«Die ganze Atmosphäre hier. Mit den ganzen Sportlern zusammen sein zu können, ist toll - und wir sind ja noch aus einem bestimmten Grund da», meinte die Athletin vom RSG Sauerland fröhlich. «Da habe ich gern Geburtstag hier.»

Dabei ist das Appartement im deutschen Hochhaus des olympischen Dorfes in den Bergen nicht gerade ein Hort der Gemütlichkeit. Die Küchenzeile ist mit Folie abgeklebt, weil die Wohnung wie weitere 600 in den acht 15-stöckigen Gebäuden des «Pyeongchang Village» schon verkauft sind. Auch wenn die Zimmer spartanisch und alles sonst bis auf den blauen Bettüberwürfen mit Olympia-Motiven recht schmucklos ist, klagen die deutschen Athleten nicht. «Wir haben es ganz gut getroffen, der Platz reicht auch», befand Goldhoffnung Lölling.

Auf jeden Fall ist es kuschelig warm - und draußen klirrend kalt. «Es ist drinnen schon angenehmer», meinte die Gesamtweltcupsiegerin aus Siegen. Dass sie in den nächsten Tagen mit einem dünnen Rennanzug kopfüber den Eiskanal beim Temperaturen um minus 20 Grad Celsius runterstürzen muss, macht ihr keine Sorgen. «Während der Fahrt bekommt man es durch das Adrenalin nicht mit. Allerdings weiß ich nicht wie es bei minus 20 Grad sein wird», meinte Lölling. «Das hatte ich noch nicht, dafür aber schon Schneesturm. Das ist schlimmer.»

Fast zufrieden ist auch Skeleton-Kollegin Tina Herrmann. «Das olympische Dorf ist Wahnsinn», meinte sie. Nur: «Die Betten sind ein bisschen hart.» Auch für Wohngenossin Anna Fernstädt passt das Meiste, lediglich der Schrank ist für die 63 Teile des deutschen Outfits zu klein. «Jeder hat viele Klamotten - zum Glück bei der Kälte», meinte sie gelassen.

Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig hat zwar auf Rechnung des Deutschen Olympischen Sportbundes noch ein paar Fernseher und Kühlschränke in den deutschen Unterkünften der 153 Mitglieder des Team Deutschland aufstellen lassen, für Wanddekorationen mussten sie aber selber sorgen. So haben die Rodel-Asse Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger ein großes Poster mit den «Back Street Boys» aufgehängt. «Sie sind große Fans der Gruppe», berichtete Anna Fernstädt. «Und wir schauen auch mal hin.»

Zufrieden sind alle auch mit dem Essen in der Mensa des «Dorfes» für rund 3500 Sportler; in der Küstenregion von Gangneung gibt es noch ein zweites für etwa 2400 Eissportler. Nur mit der koreanischen Küche sind sie noch vorsichtig. Die Nationalspeise «Kimchi» - mit Knoblauch und in scharfer, roter Pfeffersoße eingelegter Weißkohl - ist ihnen nicht ganz geheuer. «Mehr als an Sushi haben wir uns nicht getraut», meinte Lölling.

@ dpa.de

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