Weltcup, Wintersport

Denise Herrmann-Wick holt sich mit ihrem Sieg in Antholz weiter Selbstvertrauen.

22.01.2023 - 13:43:06

Biathlon-Staffel auch ohne die Beste auf Platz drei. Und verzichtet zwecks Formaufbau auf die Staffel, die überraschend sogar ohne die Beste auf das Podest stürmt.

  • Denise Herrmann-Wick verzichtete auf die Staffel. - Foto: Christian Einecke/dpa

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  • Hanna Kebinger war die Schlussläuferin der deutschen Biathlon-Staffel. - Foto: Christian Einecke/dpa

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Denise Herrmann-Wick verzichtete auf die Staffel. - Foto: Christian Einecke/dpaHanna Kebinger war die Schlussläuferin der deutschen Biathlon-Staffel. - Foto: Christian Einecke/dpa

Nach dem berauschenden Gefühl ihres zehnten Weltcupsiegs verzichtete Denise Herrmann-Wick auf die Staffel-Generalprobe und fokussierte sich voll auf die Heim-WM in Oberhof.

«Dass ich das letzte Rennen in Antholz nicht laufen werde, war langfristig geplant. Ich lege jetzt noch mal einen Trainingsblock in der Höhe ein, um dann möglichst optimal vorbereitet bei der WM an den Start gehen zu können», sagte die 34-Jährige.

Mit Ehemann Thomas Wick reiste die Sächsin noch vor Ende des Biathlon-Weltcups in Südtirol weiter auf die Seiser Alm in den Dolomiten. Erholung und die nächsten Kilometer in der Höhe sollen den weiteren Grundstein legen für die WM-Festtage am Rennsteig, in die die Ex-Weltmeisterin spätestens nach ihrem Verfolgungstriumph am Samstag in Italien als größte deutsche Medaillen-Hoffnung geht. «Es passt alles. Es wird sicher eine geile WM werden, und wir sind als Team extrem motiviert», sagte Herrmann-Wick.

Staffel auf Rang drei

Auch ohne die deutsche Nummer eins wurden Vanessa Voigt, Sophia Schneider, Janina Hettich-Walz und Hanna Kebinger in der Premieren-Formation beim Sieg Frankreichs überraschend Dritte und überzeugten. «Wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben gezeigt, dass auch wir vier auf das Podest laufen können. Das macht uns natürlich überglücklich», sagte Schneider. Es war bereits der dritte Podestplatz im vierten Staffelrennen - ein starker Fingerzeig Richtung WM.

Mit Blick auf den Saisonhöhepunkt in Thüringen sei das «A und O, jetzt gesund zu bleiben. Man muss einen guten Mittelweg finden zwischen Erholung und Belastung», erklärte die Einzel-Olympiasiegerin. Nach einer Woche geht es dann nach Hause nach Ruhpolding, Wäsche waschen und noch mal harte Einheiten absolvieren, wie Herrmann-Wick erzählte. 

Damit gehen die deutschen Damen mit insgesamt zwei Siegen und einem dritten Platz - alle durch Herrmann-Wick - und drei Staffel-Podien in die WM-Vorbereitung. Zumindest bei Herrmann-Wick scheint der Formaufbau voll aufzugehen. Denn mit Laufbestzeit und gutem Schießen sendete die 34-Jährige im letzten Jagdrennen vor der WM (8. bis 19. Februar) eine Kampfansage an die Konkurrenz. Ohnehin zeigte sie läuferisch in den letzten Wochen immer wieder ihre Klasse. «Mit einem guten Flow Richtung Oberhof zu gehen, ist sicher nicht hinderlich», meinte die Ex-Weltmeisterin.

Den Sieg in der Verfolgung in der WM-Arena von 2020 nehme sie natürlich gerne mit in die Pause. «Aber bei der WM geht es wieder bei null los. Es sind neue Wettkämpfe, man muss seinen eigenen Tunnel finden, das ist das Ziel und die Herausforderung», sagte Herrmann-Wick. «Und der stellen wir uns als Team.»

Herrmann-Wick ernsthafte Medaillenkandidatin bei WM

Zweieinhalb Wochen vor den Heimrennen am Rennsteig ist aber nur Herrmann-Wick eine ernsthafte Medaillenkandidatin. Die ebenfalls qualifizierten Voigt, Schneider, Hettich-Walz, Anna Weidel und Franziska Preuß können die Top 10 angreifen, da muss aber alles zusammenpassen. Die zuletzt angeschlagene Weidel startete in Antholz nicht. Eine Chance auf das WM-Ticket hat auch noch Hanna Kebinger, die zwar nur die Hälfte der Norm erfüllte, als Staffel-Schlussläuferin aber einen ganz starken Eindruck hinterließ und mit ins letzte Trainingslager vor dem Saison-Highlight reist.  

Besonders die Verfassung von Franziska Preuß macht Sorge. Nach ihrer mehrwöchigen Krankheitspause lief die Ex-Staffel-Weltmeisterin in Antholz hinterher (Plätze 34 und 38) und wurde in der Staffel nicht aufgestellt. Es waren ihre ersten Wettkämpfe im neuen Jahr. Auch in der Sommervorbereitung war sie mehrere Wochen ausgefallen, mehr als 70 Stunden Training fehlten ihr da schon, und die kann sie auch nicht wieder aufholen, wie sie sagte. Ob ihre Verfassung bis zum WM-Start besser wird, bleibt abzuwarten.

@ dpa.de