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Pferdesport, Dressur

Das Europameisterschafts-Heimspiel ist eine einzige Show für Deutschlands erfolgreichste Olympia-Teilnehmerin.

11.09.2021 - 16:32:06

Pferdesport - Drittes EM-Gold für Dressurreiterin von Bredow-Werndl. Nach Doppel-Gold in Tokio gibt es Dreifach-Gold in Hagen.

Hagen a.T.W. - Jessica von Bredow-Werndl ballte kurz die rechte Faust, tätschelte ihre Stute Dalera und schüttelte fast ungläubig den Kopf.

Obwohl die letzte Entscheidung der Heim-Europameisterschaft noch lief und zwei weitere Paare folgten, war ihr klar, dass sie den dritten Titel gewonnen hatte. So souverän war ihre Kür und so eindeutig das Ergebnis von 91,021 Prozent, dass der Sieg frühzeitig feststand. «Ich bin überglücklich», kommentierte die Siegerin, als das Ergebnis zwanzig Minuten später auch offiziell bestätigt war.

Die Doppel-Olympiasiegerin von Tokio dominierte die Dressurwettbewerbe in Hagen bei Osnabrück fast nach Belieben. «Wir surfen gerade die Welle. Vom ersten bis zum letzten Tag hatte Dalera Power», sagte die Siegerin über ihre Stute: «Sie hat gezeigt, wie viel Lust sie hat.»

Prozentzahl in Tokio noch höher

«Vom Gefühl war es die beste Kür, die wir je hatten», erklärte von Bredow-Werndl. Die Prozentzahl war allerdings bei ihrem Triumph in Tokio noch etwas höher. Nach der Rückreise aus Japan habe Dalera ihr «nach wenigen Tagen signalisiert, dass sie wieder Power hat». Nach einer kleinen Pause habe sie «Anfang letzter Woche angefangen mit den Lektionen», berichtete die Reiterin. Am Rande des Teutoburger Wald holte das Paare in allen drei Prüfungen die besten Leistungen des Teilnehmerfeldes.

Leer ging dieses Mal Isabell Werth aus. Nach dem Silber im Special musste sich die 52 Jahre alte Reiterin aus Rheinberg mit ihrem Pferd Weihegold in der Kür mit dem vierten Platz und 84,896 Prozent begnügen. Mit der 16 Jahre alten Stute war am Samstag nicht mehr drin. Zweite wurde die Dänin Cathrine Dufour mit Bohemian (88,436) vor der Britin Charlotte Dujardin mit Gio (87,246).

«Heute war eine bisschen der Wurm drin und die Luft raus», kommentierte Werth ihren Auftritt mit Weihegold. «Ich habe gemerkt, dass ich heute nicht vorne mitreiten kann.» Sie habe versucht, «es sauber nach Hause zu reiten».

Langehanenberg nur 14.

Einen enttäuschenden EM-Abschluss gab es für Helen Langehanenberg. Die 39-Jährige aus Billerbeck kam mit ihrer Stute Annabelle in der Kür nur auf Rang 14. «Schlecht war die Pirouette», kommentierte die Reiterin und sagte zum Grund des Patzers: «Sie wusste nicht, was ich wollte.» Ihr sei «kein anderer Fehler bewusst», sagte sie zu dem Ritt mit ihrer am Ende etwas müde wirkenden Annabelle.

Nicht mehr dabei war Dorothee Schneider. Die 52 Jahre alte Reiterin aus Framersheim hatte mit Faustus die Qualifikation für die besten 15 Paare geschafft, durfte aber nicht reiten, weil pro Nation nur drei Paare zugelassen sind.

© dpa-infocom, dpa:210911-99-178403/3

@ dpa.de