WM, Gruppe D

Dank eines Treffers von Mitchell Duke gewinnt Australien gegen Tunesien und meldet sich im Kampf um die K.o.-Phase zurück.

26.11.2022 - 13:26:20

Australiens Traum lebt - Duke: «Bester Tag meines Lebens». Den Nordafrikanern droht wieder mal das frühe WM-Aus.

  • Australiens Mitchell Duke (3.vr) bejubelt sein Tor mit den Teamgefährten. - Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa

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  • Tunesiens Torhüter Aymen Dahmen (hinten) streckt sich vergeblich nach dem Ball von Mitchell Duke (nicht im Bild), der zum 0-1 ins Tor geht. - Foto: Petr David Josek/AP/dpa

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  • Tunesiens Mohamed Dräger (M) ärgert sich nach einer verpassten Torchance. - Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

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Australiens Mitchell Duke (3.vr) bejubelt sein Tor mit den Teamgefährten. - Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpaTunesiens Torhüter Aymen Dahmen (hinten) streckt sich vergeblich nach dem Ball von Mitchell Duke (nicht im Bild), der zum 0-1 ins Tor geht. - Foto: Petr David Josek/AP/dpaTunesiens Mohamed Dräger (M) ärgert sich nach einer verpassten Torchance. - Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Die komplette Mannschaft herzte und umarmte den Siegtorschützen, Trainer Graham Arnold hatte sogar Tränen in den Augen. Australien ist wieder voll im Rennen um den ersten Einzug ins Achtelfinale einer Fußball-WM seit 16 Jahren, Tunesien droht erneut das traditionelle Vorrunden-Aus.

Die Socceroos bezwangen die Nordafrikaner mit 1:0 (1:0) und stehen vor dem abschließenden Spieltag der Gruppe D bei drei Punkten. Tunesien hat nur einen Zähler und trifft zudem noch auf Titelverteidiger Frankreich. Mitchell Duke (23. Minute) traf vor 41.823 Zuschauern im Al-Dschanub Stadion für die Australier. 

Duke trifft zum Sieg für Australien

«Das ist der bisher beste Tag meines Lebens, meiner Karriere. Aber wir haben noch einen weiteren Job zu erledigen», sagte der 31 Jahre alte Stürmer vom japanischen Zweitligisten Fagiano Okayamaalte. Den Treffer widmete er seinem auf der Tribüne mitfiebernden Sohn mit einem Zeichen. «Die Geste war der Buchstabe J, als erster Buchstabe seines Namens», sagte Duke.

Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert hatte bei seiner WM-Premiere trotz zahlreicher Unterbrechungen wegen kleinerer Fouls keine Schwierigkeiten mit der Leitung der intensiven Partie. «Das war eine starke Leistung vom ganzen Schiedsrichter-Team», befand der Hamburger Bundesliga-Schiedsrichter und MagentaTV-Experte Patrick Ittrich.

Beide Trainer stellten ihre Startformationen im Vergleich zum ersten Spieltag nur auf jeweils einer Position um. Bei den Australiern, die zum bislang einzigen Mal 2006 in Deutschland die Runde der letzten 16 bei einer WM erreicht haben, ersetzte Fran Karacic auf der rechten Abwehrseite den verletzten Nathaniel Atkinson. Im Mittelfeld vertraute Coach Graham Arnold erneut unter anderen auf Jackson Irvine vom Zweitligisten FC St. Pauli und Ex-Bundesliga-Profi Mathew Leckie. Bei den Tunesiern, die bei ihren vorherigen fünf WM-Teilnahmen noch nie über die Gruppenphase hinausgekommen sind, stürmte Naim Sliti statt Anis Slimane.

Tunesier tun sich schwer Chancen zu kreieren

Ein «extrem physisches Spiel» hatte Australiens Trainer Arnold erwartet - und er sollte Recht behalten. Viel Kampf, dafür aber wenig Kreatives gab es zu sehen. Die Socceroos präsentierten sich nach der 1:4-Klatsche zum Auftakt gegen Frankreich insgesamt jedoch klar verbessert und gaben in der ersten Halbzeit den Ton an. Richtig torgefährlich wurden sie zwar selten. Nach gut 20 Minuten belohnte Stürmer Duke ihre Bemühungen aber mit dem 1:0. Der 31-Jährige hatte den Angriff selbst eingeleitet, die leicht abgefälschte Flanke von Craig Goodwin köpfte er dann platziert ins rechte Eck.

Auch die Tunesier taten sich schwer, wirklich zwingende Chancen zu kreieren. Wenn sie mal nach vorne kamen, war meist Mittelfeldmotor Ellyes Skhiri vom 1. FC Köln beteiligt. Einen Schuss des gebürtigen Freiburgers Mohamed Dräger blockte Australiens Verteidiger Harry Souttar in höchster Not (41.). Nur kurz später vergab der insgesamt sehr auffällige Kapitän Youssef Msakni die beste Möglichkeit zum Ausgleich, der mittlerweile nicht mehr unverdient gewesen wäre. So gingen die Australier in ihrem insgesamt 18. WM-Spiel erstmals mit einer Führung in die Pause.

In der zweiten Hälfte erhöhten die Tunesier den offensiven Druck, es fehlte ihnen aber weiter an der Präzision. Die Australier, für ihren leidenschaftlichen Spielstil bekannt, stemmten sich dagegen. 20 Minuten vor Schluss rutschte Leckie dann sogar am 2:0 vorbei.

@ dpa.de