WM, Nationalmannschaft

Bundestrainer Hansi Flick hat nach dem WM-Aus in der Vorrunde nicht nach Ausreden gesucht.

01.12.2022 - 23:31:26

Flick zu WM-Blamage: «Wir sind selbst schuld». Die verkorkste Weltmeisterschaft will er sehr schnell analysieren.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist trotz des 4:2 im abschließenden Gruppenspiel gegen Costa Rica zum zweiten Mal in Folge bei einer WM in der Vorrunde ausgeschieden.

Bundestrainer Hansi Flick äußerte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel unter anderem über die Gründe, die Aufarbeitung und über seinen Anteil an dem Aus. Eine Auswahl von Zitaten:

Flick auf die Frage, ob ihn die Niederlage von Spanien ärgere: «Nein, ich schaue nie nach anderen Mannschaften. Es liegt an uns. Die Summe der Spiele hat dazu beigetragen, dass wir ausgeschieden sind. Wir sind selbst schuld, wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir hatten genug Torchancen, ob gegen Japan bis zur 60. Minute oder zum Schluss gegen Spanien. Dann musst du diese Chancen reinmachen, dann wären es heute andere Voraussetzungen gewesen.» 

Flick über das Spiel gegen Costa Rica: «In der ersten Halbzeit haben wir versäumt, ein klares Ergebnis zu erzielen. Wenn du ein zweites, drittes oder viertes Tor machst, machst du Druck auf das andere Spiel. Das haben wir durch Nachlässigkeiten und individuelle Fehler nicht geschafft. Das sind Dinge, die mich sauer gemacht haben. In der Halbzeit war ich richtig sauer, und das habe ich der Mannschaft auch mitgeteilt. Wenn man was Positives rausziehen kann, dann, dass wir zurückgekommen sind. Kai Havertz hat das Spiel gedreht und neuen Elan reingebracht, sodass wir wenigstens mit einem Sieg nach Hause fahren.»

Flick über die Hauptgründe für das Ausscheiden: «Ich will nicht so sehr nach Ausreden suchen. Wir haben wenig Zeit gehabt für die Automatismen, aber daran hat es nicht gelegen. Standard wäre das Spiel gegen Spanien gewesen, was Intensität, Kompaktheit und Laufbereitschaft betrifft. Heute haben wir unsere Pflichtaufgabe erfüllt, aber zufrieden können wir nicht sein mit dem Spiel.»

Flick über die Aufarbeitung: «Kurz nach dem Ausscheiden ist das schwer. Aber wer mich kennt, weiß, dass wir das sehr, sehr schnell aufarbeiten und schauen, was die Zukunft betrifft. Es ist wichtig, wie wir unsere Ideen umsetzen wollen. Gerade, was die Euro betrifft. Auch wenn es direkt nach dem Spiel nicht der richtige Moment ist, um über die Euro zu sprechen. Es geht darum, die Dinge aufzuarbeiten und in die richtige Richtung zu stoßen. Das werden wir sehr, sehr zeitnah machen.»

Flick auf die Frage, ob Deutschland noch weltklasse ist: «Die Ergebnisse und das Ausscheiden muss man einberechnen. Trotzdem haben wir Spieler, die bei Top-Vereinen spielen. Ich sage schon: Wir haben Qualität. Wichtig für die Zukunft des deutschen Fußballs ist, dass man in der Ausbildung Dinge anders macht.»

Flick über die Leistung von Jamal Musiala: «Es ist schwierig, nach so einem Spiel jemanden herauszuheben. Aber es ist echt schade, dass so ein Spieler nicht mehr mitspielen kann, nicht mehr mitspielen darf. Seine Fähigkeiten, die er im Eins gegen Eins hat, sind richtig gut. Wir haben schon in den nächsten Jahren richtig gute Talente. Da geht es schon in die richtige Richtung, aber wir müssen schauen, was danach kommt. Jamal ist nicht in Deutschland ausgebildet, er ist in England ausgebildet. Aber Kai Havertz hat heute gezeigt, was er kann und wir haben auch noch den ein oder anderen jungen Spieler.»

Flick auf die Frage, ob er sich selbst etwas vorzuwerfen hat: «Das ist mit Sicherheit eine Sache, die wir intern besprechen bei unserer Analyse. Ich bin immer einer, der sehr kritisch ist und das wird auch in die Analyse mit einfließen.»

@ dpa.de