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DIE ZEIT

Berlin - Der schlimmste Tag in Heiner Brands Leben war der, an dem sein Freund und Teamkollege Jo Deckarm verungl?ckte.

18.04.2021 - 16:02:20

Binnen Sekunden ?ndert sich ein Leben- Heiner Brand ?ber seinen schlimmsten Tag. W?hrend eines Europapokalspiels in Ungarn am 23.

Berlin - Der schlimmste Tag in Heiner Brands Leben war der, an dem sein Freund und Teamkollege Jo Deckarm verungl?ckte. W?hrend eines Europapokalspiels in Ungarn am 23. M?rz 1979 warf Heiner Brand einen Pass auf Deckarm, der unmittelbar danach mit einem Gegenspieler zusammenprallte und bewusstlos am Boden liegen blieb. Deckarm wurde ins Krankenhaus transportiert. "Jo erwachte erst nach 131 Tagen wieder. Wir h?rten davon, fuhren kurz darauf nach Homburg und stellten uns eine nette Begr??ung mit ihm vor. Waren wir sch?n naiv: nicht nach so langer Zeit im Koma", erz?hlt der langj?hrige Handballbundestrainer in der ZEIT-ONLINE-Serie "Mein schlimmster Tag".

Brand und Deckarm spielten gemeinsam f?r Gummersbach und in der Nationalmannschaft. Nach dem Unfall sp?rte Brand, dass sich etwas ver?ndert hatte: "Im ersten Jahr nach dem Unfall merkte ich, dass wir nicht mehr so intuitiv spielten. Manche L?cken, die da gewesen w?ren, lie?en wir aus, weil wir zu lange nachdachten. Wir dachten an Jo, wir wurden vorsichtiger und es dauerte, bis das ?berwunden war."

Gemeinsam mit bekannten Handballern aus Deutschland und Freunden des Handballsports wurde ein Fonds gegr?ndet, um die Reha-Ma?nahmen f?r Jo Deckarm zu finanzieren. Der k?mpfte sich aus dem Koma zur?ck ins Leben, er hat sich das Sprechen und auch das Gehen m?hsam wieder selbst erarbeitet. "Als wir unsere Karrieren beendet hatten und Benefizspiele f?r ihn austrugen, war Jo wieder mit dabei. Wenn er da drau?en sa?, sahen wir ihn auf der Trib?ne und wie sehr er auf fremde Hilfe angewiesen war. Da floss bei jedem von uns immer mal eine Tr?ne", sagt Brand.

Brands Karriere setzte sich fort, erst als Spieler, dann als Trainer. 2007 gewann er bei der WM in Deutschland Gold mit dem deutschen Nationalteam. Er war der erste deutsche Handballer, der als Spieler und als Trainer Weltmeister wurde. "Durch den Unfall wurde mir aber fr?h in meinem Leben bewusst, dass Anderes wichtiger ist: Verantwortung, Solidarit?t, Demut vor dem Leben. F?r diese Werte stehen wir bis heute. Ich w?rde behaupten, dass meine Mannschaften, die 2004 Europameister und 2007 Weltmeister wurden, diese Werte auch in sich trugen. In Gespr?chen habe ich diese Erfahrung als Trainer immer weitergegeben. In unserer Gesellschaft gibt es viel Egoismus, Sport kann da vorbildlich hineinwirken", sagt Brand.

Heute lebt Deckarm in einem Seniorenheim in Brands Wohnort Gummersbach, Brand besucht seinen Freund regelm??ig: "Alles, was gemacht werden konnte, wurde getan. Seit dem Unfall wird Jo so versorgt, wie es am besten m?glich ist. Er hat immer zu unserem Team geh?rt, war und ist einer von uns." Er selbst sei durch den Unfall fr?her erwachsen geworden: "Ein ganzes Leben kann sich binnen einer Sekunde ver?ndern. Das habe ich gelernt."

Brands Schilderungen sind der zweite Teil der neuen ZEIT-ONLINE-Serie "Mein schlimmster Tag". Dort sprechen Sportlerinnen und Sportler, Trainerinnen und Trainer und fr?here Athletinnen und Athleten ?bers Scheitern und andere einschneidende Erlebnisse in ihren Leben. Vor allem Sportlerinnen und Sportler kennen dieses Gef?hl und den Umgang damit sehr gut. In jedem Teil der Serie erkl?rten die Protagonisten auch, was sie aus ihrem "schlimmen Tag" gelernt hat, wie sie mit ihm umgehen und woraus sie Mut sch?pfen. Im ersten Teil der Serie sprach die Olympiasiegerin Britta Steffen ?ber einen Tag in einem Berliner Freibad.

Den kompletten Text zu dieser Meldung finden Sie unter https://ots.de/M6C9H6

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Bei R?ckfragen wenden Sie sich bitte an Fabian Scheler ( mailto:fabian.scheler@zeit.de).

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