Sportpolitik, DOSB

Berlin - Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hofft nach der Wahl eines Nachfolgers des umstrittenen DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann auf ein Ende der Turbulenzen beim Dachverband.

14.11.2021 - 09:44:10

Ex-Bundespräsident - Wulff: Neuanfang beim DOSB «schwierige Aufgabe»

«Wir brauchen das für alle, dass der Sport sich wieder um das Eigentliche kümmert und nicht um seine internen Konflikte», sagte Wulff dem Deutschlandfunk. Der 62-Jährige hatte mit einer Findungskommission drei Kandidaten für den Chefposten beim Deutschen Olympischen Sportbund empfohlen. Es brauche beim DOSB wieder «Werte des Sports, aufeinander zuzugehen statt aufeinander loszugehen», mahnte Wulff.

Hörmann zieht sich zurück

DOSB-Präsident Hörmann hatte nach dem Wirbel um anonyme Vorwürfe aus dem Kreis der Mitarbeiter seinen Rückzug angekündigt. In einem Schreiben, das im Mai bekanntgeworden war, wurde eine «Kultur der Angst» in der Verbandszentrale kritisiert. Am 4. Dezember wird in Weimar Hörmanns Nachfolger gewählt.

Eine vom DOSB beauftragte Findungskommission schlug die frühere Weltklassefechterin Claudia Bokel, den CSU-Politiker Stephan Mayer und den noch amtierenden Tischtennis-Weltverbandspräsidenten Thomas Weikert als geeignete Bewerber vor. «Wir wollten sagen: aus denen könnt ihr guten Gewissens auswählen. Die haben die gute Chance, das Vertrauen bei den Medien, in der Politik, bei den Athleten, bei den Ehrenamtlichen wiederherzustellen und Geschlossenheit herbeizuführen», erklärte Wulff.

Nun könne der Sport seine Wahl treffen. Der Neuanfang beim DOSB werde aber nicht leicht. «Das wird eine schwierige Aufgabe sein, jetzt diese Dinge zurechtzurücken», sagte Wulff. Hörmann habe trotz der jüngsten Erschütterungen im Verband große Verdienste. «Er hat den Weg frei gemacht, und damit sollte man auch ihm danken für das, was er gemacht hat ehrenamtlich über die Jahre, was eigentlich ein Hauptamt ist», sagte der frühere Bundespräsident.

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