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Radsport, Tour de France

Nach neun Etappen sind die Gastgeber im Radsport-Fieber: Liebling Alaphilippe erobert sich das Maillot Jaune zurück, auch Thibaut Pinot macht Hoffnung.

14.07.2019 - 17:56:05

106. Tour de France - Impey gewinnt neunte Etappe - Alaphilippe weiter in Gelb. Die Deutschen gehen wieder einmal leer aus.

  • Daryl Impey - Foto: David Mariuz/AAP

    Der südafrikanische Meister Daryl Impey konnte den neunten Teilabschnitt für sich entscheiden. Foto: David Mariuz/AAP

  • Gelbes Trikot - Foto: Yorick Jansens/BELGA

    Julian Alaphilippe (l) verteidigte das Gelbe Trikot. Foto: Yorick Jansens/BELGA

  • Tony Martin - Foto: Yorick Jansens/BELGA

    Tony Martin (Jumno-Visma) bestimmte lange den Tag in der Ausreißergruppe. Foto: Yorick Jansens/BELGA

  • Titelverteidiger - Foto: Thibault Camus/AP

    Das Team Ineos um Egan Bernal (l) und Titelverteidiger Geraint Thomas auf der Verfolgung. Foto: Thibault Camus/AP

Daryl Impey - Foto: David Mariuz/AAPGelbes Trikot - Foto: Yorick Jansens/BELGATony Martin - Foto: Yorick Jansens/BELGATitelverteidiger - Foto: Thibault Camus/AP

Brioude - Publikumsliebling Julian Alaphilippe ist zurück im Gelben Trikot, Mitfavorit Thibaut Pinot nimmt Kurs den ganz großen Wurf: Bei der 106. Tour de France sind die Gastgeber pünktlich zum französischen Nationalfeiertag am Sonntag ins Rampenlicht gefahren. 

Während die deutschen Radprofis um den Tages-15. Tony Martin noch immer auf ihren ersten Tagessieg warten, wird bei der Grand Nation nach einer überragenden ersten Woche vom ersten Tour-Gesamtsieg seit 34 Jahren geträumt.

Am Samstag hatten der angriffslustige Alaphilippe und Landsmann Pinot den weiteren Favoriten auf der hügeligen Etappe einige Zeit abgenommen. «Die französische Allianz. Sie haben dem französischen Radsport Ehre erwiesen», schrieb die Sport-Tageszeitung «L'Equipe».

Auch der Sieg des Südafrikaners Daryl Impey in Brioude am Sonntag konnte die französische Party nicht stoppen, zahlreiche Zuschauer feierten auf den Straßen wieder einmal nur Alaphilippe. Der 27-Jährige vom Team Deceuninck Quick-Step startet auch am Montag im Gelben Trikot.

Nach einem kräftezehrenden Samstag ließen die Teams am Sonntag eine Fluchtgruppe um Zeitfahr-Spezialist Martin davonziehen, die sich schnell einen Vorsprung von zehn Minuten herausfuhr. Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel wurde die Gruppe gesprengt, der Österreicher Lukas Pöstlberger riskierte ein Solo, wurde aber am Schlussanstieg eingeholt. Stattdessen siegte Impey im Sprint vor Tiesj Benoot und Jan Tratnik.

Früh überschattet wurde das neunte Teilstück von einem schweren Sturz des Italiener Alessandro De Marchi. Der Profi vom Team CCC stürzte nach wenigen Kilometern, lag zunächst regungslos auf dem Boden und wurde anschließend mit dem Krankenwagen abtransportiert. Er habe eine tiefe Risswunde im Gesicht davongetragen, schrieb sein Team.

Einen weit harmloseren Abflug hatte Vorjahressieger Geraint Thomas am Samstag ohne bleibende Schäden und ohne Zeitverlust auf das Feld überstanden. «Das ist frustrierend», sagte der Waliser. «Wäre ich nicht gestürzt, hätte die Geschichte vielleicht einen anderen Ausgang gehabt», mutmaßte er.

So überholte ihn Mitfavorit Pinot im Gesamtklassement. Der 29-Jährige wirkt in diesem Jahr auf den Punkt fit und dürfte die verbleibenden schweren Bergetappen in Pyrenäen und Alpen weiter angriffslustig ins Visier nehmen, um Thomas und dessen Teamkollege Egan Bernal weiter zu fordern. «Ich bin in einer großartigen Form», sagte Pinot nach dem Ausrufezeichen auf der Berg- und Talfahrt nach Saint-Étienne am  Samstag.

Für die deutschen Profis läuft die Frankreich-Rundfahrt weiter ernüchternd. Emanuel Buchmann verbesserte sich zwar im Klassement auf Rang zehn, der erste Etappensieg lässt aber weiter auf sich warten. Nils Politt verpasste am Sonntag den Sprung in eine Ausreißergruppe, Martin war in der 15-köpfigen Gruppe letztlich chancenlos. Da passte es ins Bild, dass der 14-malige Etappensieger Marcel Kittel der Tour am Wochenende einen Besuch abstattete.

Der 31-Jährige nimmt derzeit eine persönliche Auszeit und weiß noch nicht, ob er seine Karriere überhaupt fortsetzen möchte. «Die Frage, die sich mir stellt, ist: Welche Möglichkeiten habe ich für 2020? Ich brauche die richtigen Leute um mich herum», sagte er in einer internationalen Medienrunde. Bei der Tour ist er für drei Tage als ARD-Experte dabei, erst nach Ende der Rundfahrt will er final über seine Zukunft als Radprofi entscheiden. Am Montag wird die Tour mit einer 217,5 Kilometer langen Etappe nach Albi fortgesetzt.

@ dpa.de

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