Radsport, Tour de France

Die Tour de France 2019 wird eine bergige Angelegenheit.

25.10.2018 - 15:22:05

Frankreich-Rundfahrt - 106. Tour de France: Eine Sache für die Kletterer. Nicht weniger als fünf Bergankünfte warten auf den Weg von Brüssel nach Paris. Nicht nur Titelverteidiger Geraint Thomas zeigt großen Respekt.

  • Sky-Duo - Foto: Thibault Camus/AP

    Tour-Sieger Geraint Thomas und sein Sky-Teamkollege Chris Froome bei der Tour-Streckenvorstellung. Foto: Thibault Camus/AP

  • Titelverteidiger - Foto: Christophe Ena/AP

    Gewann 2018 die Tour de France: Geraint Thomas. Foto: Christophe Ena/AP

Sky-Duo - Foto: Thibault Camus/APTitelverteidiger - Foto: Christophe Ena/AP

Paris - Kletterqualitäten gefragt: Der Weg zum Gesamtsieg der 106. Tour de France führt über die Berge. Mit insgesamt fünf Bergankünfte, drei davon in über 2000 Metern Höhe, wartet die Frankreich-Radrundfahrt 2019 auf.

«Das sieht richtig hart aus», sagte Titelverteidiger Geraint Thomas nach der Streckenvorstellung am Donnerstag im Palais des Congres in Paris. Der Meinung seines Sky-Teamkollegen schloss sich der vierfache Gesamtsieger Chris Froome an. «Die Anzahl der Bergankünfte in solchen Höhen macht es sehr schwer», erklärte er.

Gestartet wird die Große Schleife zu Ehren der belgischen Radsportlegende Eddy Merckx, 50 Jahre nach dessen ersten von fünf Tour-Siegen, in Brüssel. Zum 23. Mal ist der Grand Depart somit im Ausland. Auf dem 192 Kilometer langen flachen Teilstück mit Start und Ziel in der belgischen Hauptstadt darf sich auch der bei der diesjährigen Tour leer ausgegangene deutsche Topsprinter Marcel Kittel Hoffnung auf den Tagessieg und das erste Gelbe Trikot der Auflage 2019 machen.

Weniger schmecken dürfte das Profil dem letztjährigen Gesamtzweiten Tom Dumoulin, Deutschlands Zeitfahr-Ass Tony Martin und anderen Spezialisten im Kampf gegen die Uhr. Lediglich 54 Zeitfahrkilometer bauten die Streckenplaner in der Kurs ein: 27 beim Teamzeitfahren auf der zweiten Etappe mit Start und Ziel in Brüssel, dieselbe Distanz auf dem Einzelzeitfahren der 13. Etappe in und um Pau. Auf großes Spektakel, wie etwa die diesjährige Kopfsteinpflaster-Etappe nach Roubaix, verzichtete Tour-Chef Christian Prudhomme indes.

Dafür ist zum 100-jährigen Jubiläum des Gelben Trikots vor allem eines gefragt: Kletterqualitäten in dünner Luft. Bereits am sechsten Tour-Tag kommt es an der Planche des Belles Filles in den Vogesen bei der ersten Bergankunft zum ersten Kräftemessen der Anwärter auf den Gesamtsieg. Mit 1140 Metern liegt das Ziel dort jedoch noch moderat. Die richtigen Herausforderungen stellen sich den Thomas, Froome, Dumoulin und Co. in den Pyrenäen und den Alpen in den Weg. Sieben Berge über 2000 Meter gilt es zu überqueren, auf drei von ihnen endet der Arbeitstag für die Radprofis. «Das gab es noch nie bei einer Tour», sagte Prudhomme. So wird in den Pyrenäen die 14. Etappe auf dem legendären Tourmalet enden.

Die Entscheidung über den Gesamtsieg fällt am vorletzten Tour-Tag in den französischen Alpen, wo auf der 19. Etappe zuvor mit dem 2770 hohem Col d'Iseran das Dach der 106. Tour überquert wird. Im 2365 Meter hoch gelegenen Skiort Val Thorens endet das 20. Teilstück, bevor es für den Tour-Tross zu letzten Etappe auf die Pariser Prachtmeile Champs-Elysées geht, um dort nach 3460 Gesamtkilometern den Tour-Sieger 2019 zu küren.

Indes können sich deutsche Radsportfans nach dem Grand Depart 2017 in Düsseldorf Hoffnungen auf eine Rückkehr der Tour nach Deutschland machen. «Europa ist ohne Deutschland nicht komplett und der Sport ist ohne Deutschland auch nicht komplett. Wir werden Deutschland nicht ignorieren, ganz im Gegenteil», sagte Prudhomme am Rande der Präsentation der Deutschen Presse-Agentur.

@ dpa.de