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Radsport, Doping

Brüssel - Rudy Pevenage hat in seiner Biografie langjährige Dopingpraktiken in der Zeit als Teamchef, Betreuer und Mentor des früheren Tour-de-France-Siegers Jan Ullrich zugegeben.

23.01.2020 - 16:42:06

Biografie veröffentlicht - Ullrich-Mentor Pevenage gibt langjährige Dopingpraktiken zu

In dem am Donnerstag erschienenen Buch «Der Rudy» berichtet der Belgier detailliert zum Dopinggebrauch im Radsport. Blutbeutel in Milchpaketen, Dopingmittel in doppelwandigen Cola-Dosen und eine Handy-Panne, die schließlich die Verbindung zum Dopingarzt Eufemiano Fuentes offenlegte, werden in dem Buch beschrieben. «Ich möchte niemanden verletzen, erzähle aber die Wahrheit darüber, was ich mitgemacht und gesehen habe», schrieb Pevenage, der Ullrich in seiner gesamten Profikarriere begleitet hatte.

So berichtet der 65-Jährige, wie er vor dem Tour-Start 2004 in Lüttich ein Hotelzimmer im nahe gelegenen Kelmis mit einem Extra-Kühlschrank angemietet hat. Auch die spanischen Dopingärzte Fuentes und José Luis Merino hätten sich in dem Hotel aufgehalten. Von dort habe ein ehemaliger Mountainbiker als Kurier die in leeren Milchkartons verpackten Blutbeutel zu Fahrern gebracht.

Der Skandal um Fuentes war 2006 im Zuge der Operacion Puerto aufgeflogen. Zahlreichen Radprofis wurden die beim Arzt gelagerten Blutbeutel per DNA-Abgleich zugewiesen, darunter auch Ullrich. Der deutsche Radstar wurde 2012 vom Internationalen Sportgerichtshof Cas wegen seiner Verwicklung in den Skandal zu einer zweijährigen Sperre verurteilt. Ein Jahr später gab Ullrich in einem «Focus»-Interview zu, Fuentes-Behandlungen in Anspruch genommen zu haben. Ullrich war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht zu erreichen.

Die Verbindungen zwischen Fuentes und Ullrich waren auch durch einen Telefon-Anruf von Pevenage während des Giro d'Italia 2006 aufgedeckt worden.

Pevenage schreibt in dem Buch, dass die Telefonkarte seiner Freundin leer gewesen sei und er daher sein eigenes Handy benutzt wurde. «Das war nicht so schlau, sie haben ihn abgehört. So hatten die Ermittler und die spanische Polizei plötzlich meine Nummer», schrieb Pevenage.

@ dpa.de