Handball, Frauen

Was fĂŒr ein Coup zum EM-Auftakt! Den deutschen Handballerinnen gelingt im ersten Gruppenspiel ein ĂŒberraschender Sieg ĂŒber den großen Favoriten Norwegen.

02.12.2018 - 10:30:07

Europameisterschaft - Jubel bei Handball-Frauen nach EM-Coup gegen Norwegen. Bereits am Montag kann das Team von Bundestrainer Groener den Einzug in die Hauptrunde schaffen.

Brest - Als sich der erste Jubel der deutschen Handball-Frauen ĂŒber den EM-Traumstart gegen Titelverteidiger Norwegen gelegt hatte, saß SiegschĂŒtzin Emily Bölk ganz alleine auf der Bank und starrte unglĂ€ubig auf die Anzeigetafel. 33:32 stand dort - die erste Sensation der Europameisterschaft!

«So richtig fassen kann ich das noch nicht. Das hĂ€tte doch vor dem Spiel niemand gedacht. Die Wettquoten standen ziemlich deutlich gegen uns», sagte Bölk ĂŒber den Coup der jungen DHB-Auswahl. «Umso geiler ist es, das wir so ĂŒberraschen konnten.»

Mit einem Sieg gegen den EM-FĂŒnften RumĂ€nien an diesem Montag (18.00 Uhr) kann das neu formierte Team des neuen Bundestrainers Henk Groener vorzeitig den Einzug in die Hauptrunde perfekt machen. Das wĂ€re ein erster Meilenstein auf dem angestrebten Weg zurĂŒck in die Weltspitze.

Die erste BewÀhrungsprobe nach der verpatzten Heim-WM 2017 und dem darauf folgenden Umbruch bestanden die DHB-Frauen am Samstag vor 4077 Zuschauern in Brest mit Bravour. «Die Mannschaft hat unglaublich gekÀmpft und super gespielt», lobte Groener. Der 58 Jahre alte NiederlÀnder verordnete seinem Team einen gnadenlosen Tempo-Handball, der die klar favorisierten Norwegerinnen von Beginn an vor Probleme stellte.

«Wir haben unser Spiel durchgezogen, sind locker geblieben. Und als es eng wurde, sind wir cool geblieben, was von unserem jungen Team so nicht zu erwarten war», stellte Bölk zufrieden fest. Die 20-JĂ€hrige, deren Mutter Andrea vor 25 Jahren mit Deutschland den WM-Titel gewann, gehört trotz ihres jungen Alters schon zu den FĂŒhrungsfiguren in der DHB-Auswahl.

Dieser Verantwortung wurde Bölk, die bei der WM im Vorjahr wegen einer Fußverletzung nicht glĂ€nzen konnte, beim ersten deutschen Erfolg gegen den siebenmaligen Rekord-Europameister Norwegen seit sieben Jahren gerecht. Die RĂŒckraumspielerin vom deutschen Meister ThĂŒringer HC war neben Linksaußen Ina Großmann mit fĂŒnf Toren beste Werferin und sorgte 23 Sekunden vor Schluss fĂŒr den umjubelten Siegtreffer. «Es hat Mega-Spaß gemacht», befand Bölk.

Ohne Angst vor großen Namen spielte die deutsche Mannschaft gegen einen der großen Turnierfavoriten, der seine letzte EM-Niederlage 2014 erlitten hatte, von Beginn an mutig und locker auf. «Im Angriff haben wir immer Lösungen gegen die starke norwegische Abwehr gefunden, und wir haben es fast ĂŒber das ganze Spiel geschafft, deren Tempospiel zu unterbinden. Wir wussten, wenn uns das gelingt, haben wir eine Chance ? und die haben wir heute genutzt», resĂŒmierte Groener.

Julia Behnke, Alicia Stolle und Xenia Smits trafen jeweils viermal fĂŒr den Außenseiter, der schon vor zwei Jahren mit einem Auftaktsieg gegen den spĂ€teren EM-Zweiten Niederlande ĂŒberrascht hatte. «Wir sind super-happy, dass wir diesen Super-Brocken zum Auftakt geschafft haben», sagte KapitĂ€nin Behnke. «Darauf sind wir unheimlich stolz.»

@ dpa.de