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Handball, EM

Trotz einiger Ausfälle blickt die deutsche Handball-Nationalmannschaft der EM optimistisch entgegen.

02.01.2020 - 13:52:04

Handball-Nationalmannschaft - Mit Teamgeist zum Erfolg: DHB-Team startet EM-Feinschliff. Bei der Umsetzung der Medaillen-Mission wird es in entscheidendem Maße auf das Torhüter-Gespann ankommen.

Frankfurt/Main - Bundestrainer Christian Prokop checkte fast als Erster im Team-Hotel ein, Kapitän Uwe Gensheimer fuhr als Letzter vor. Voller Tatendrang und Zuversicht sind Deutschlands Handballer am Donnerstag in die finale Vorbereitung auf die Europameisterschaft gestartet.

Torwart Andreas Wolff gab nach der Ankunft in Frankfurt gewohnt forsch die Marschroute für die kommenden Tage vor: «Wir müssen als Mannschaft das Gefühl aufbauen, dass wir eine Einheit sind, dass wir zusammen die Europameisterschaft gewinnen wollen und einfach eine Geilheit auf das Turnier entfachen.»

Nach der kurzen Silvester-Pause konnte Prokop alle 17 Spieler seines vorläufigen EM-Aufgebotes, aus dem bis zum EM-Auftakt noch ein Akteur gestrichen werden muss, gesund und munter begrüßen. «Ich bin gut ins neue Jahr gerutscht und voller Vorfreude auf die Jungs», berichtete der 41-Jährige. Vor Prokop traf lediglich der Flensburger Johannes Golla ein.

In den nächsten Tagen stehen mehrere Trainingseinheiten sowie zwei Testspiele gegen Island am Samstag in Mannheim und Österreich am kommenden Montag in Wien auf dem Plan, ehe die DHB-Auswahl am 7. Januar nach Trondheim fliegt. Bei dem Turnier vom 9. bis 26. Januar in Norwegen, Österreich und Schweden trifft der WM-Vierte in der Vorrunde auf die Niederlande, Titelverteidiger Spanien und Lettland.

Da durch den Ausfall von gleich sechs Rückraumspielern einiges an Offensiv-Power verloren gegangen ist, kommt der Defensive um das Torwart-Duo Andreas Wolff/Johannes Bitter eine noch größere Bedeutung zu. «Wir brauchen natürlich ein starkes Torhütergespann. Ohne werden wir eine normale EM spielen, aber nichts Außergewöhnliches erreichen können», betonte Prokop.

Beide Keeper wissen, wie es funktioniert. Wolff wurde 2016 mit dem DHB-Team Europameister, Rückkehrer Bitter 2007 unter Heiner Brand sogar Weltmeister. «Ich glaube, dass wir die Chance haben, etwas zu erreichen», sagte der 37 Jahre alte Torwart-Oldie vom TVB Stuttgart vor seinem Comeback nach fast sechs Jahren.

Beide Keeper haben vor Weihnachten bereits telefoniert und sich ausgetauscht. «Wir sind beide gute Torhüter und auf einer Wellenlänge. Ich glaube, wir werden ein gutes Duo stellen», prophezeite Wolff und lieferte auch gleich ein Erfolgsrezept für das Team mit: «Wir müssen wieder dieses Gefühl von 2016 schaffen, diese Unbekümmertheit an den Tag legen und einfach nur Handball spielen.»

Anders als seine Teamkollegen kam der 28-Jährige völlig ausgeruht zum Lehrgang, bestritt er das letzte Spiel mit seinem neuen Verein Vive Kielce doch vor mehr als vier Wochen. «Ich bin froh, dass es endlich losgeht. Es war teilweise schon etwas langweilig zuhause und hat sich fast angefühlt wie eine Sommerpause», berichtete Wolff. «Ich brauche einfach diese Action.»

Nach den Weihnachtsfeiertagen hat er daher in Leipzig ein individuelles Training beim Bundestrainer absolviert. «Das war sehr wichtig und ein befreiendes Gefühl für das Turnier», sagte Wolff, «denn die vielen kleinen Muskeln, die für das Torhüterspiel entscheidend sind, waren zwar noch nicht eingerostet, aber schon etwas schläfrig.»

Und die Zeit drängt. Schon am nächsten Donnerstag steht das erste Vorrundenspiel gegen EM-Neuling Niederlande an. «Es wird sehr wichtig sein, die Balance zu finden zwischen Regeneration und Spannungsaufbau für die EM», sagte Wolff. Ähnlich sieht es Bitter: «Wir müssen schauen, dass wir uns bestmöglich einspielen.»

Trotz der vielen Ausfälle will die Mannschaft eine Medaille, die sie bei der Heim-WM 2019 so knapp verpasst hatte. «Die Jungs, die hier sind, beweisen jede Woche in der Bundesliga, dass sie das Niveau haben, erfolgreich zu sein. Jetzt müssen wir das noch zusammenfügen», sagte Gensheimer. «Ich habe da großes Vertrauen in uns als Mannschaft, dass wir das hinbekommen.»

@ dpa.de

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