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Krankheiten, Gesundheit

Zehntausende Fans liegen sich nach einem historischen Sieg ihres Clubs in den Armen.

26.03.2020 - 15:41:21

Faktencheck - Champions-League-Spiel schuld an Corona-Krise in Italien?. Das Champions-League-Match zwischen Atalanta Bergamo und Valencia gilt als der Brandbeschleuniger bei der Ausbreitung des Coronavirus im norditalienischen Bergamo.

Rom - Ein Fußballspiel mit Zehntausenden Fans dicht an dicht im Stadion, unzählige Menschen verfolgen die Begegnung in vollen Bars: Das klingt nach der perfekten Mischung für die Verbreitung des hochansteckenden Coronavirus Sars-CoV-2.

BEHAUPTUNG: Ein Champions-League-Match zwischen Bergamo und Valencia ist schuld an der massiven Verbreitung des Coronavirus in der besonders betroffenen Region Bergamo. Von einer «biologischen Bombe» und dem «Spiel Null» in Anspielung auf den «Patient Null» - also den ersten erkannten Erkrankten - ist die Rede.

BEWERTUNG: Als einzige Erklärung für den extremen Covid-19-Ausbruch in der Provinz Bergamo taugt die Partie nicht. Aber sie hat die Verbreitung nach Expertenmeinung beschleunigt.

FAKTEN: Das Spiel zwischen dem italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo und dem FC Valencia ist historisch: Atalanta hat zum ersten Mal in der Geschichte den Einzug in die Champions League geschafft und ist dann gleich ins Achtelfinale gekommen. Ein Drittel (rund 45 000) der etwa 120 000 Einwohner Bergamos ist an jenem 19. Februar unterwegs zur Begegnung nach Mailand. Unzählige verfolgen zudem das Hinspiel mit Freunden, in Bars dicht gedrängt, wie Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori sagt. Nach dem 4:1-Sieg liegen sich die Fans jubelnd in den Armen.

Mittlerweile gibt es in der Region Bergamo mehr als 7000 Infizierte und mehr als 1000 Tote, mit einer extrem hohen Dunkelziffer. Hat die rasante Ausbreitung des Coronavirus im Fußballspiel ihren Ursprung?

Der Zivilschutz teilt auf Anfrage mit: «Wir haben keinerlei gesicherte Daten, die solch eine These unterstützen.» Allerdings spricht der Chef der Behörde, Angelo Borrelli, von einem «potenziellen Detonator». Der Chef des nationalen Gesundheitsbehörde ISS, Silvio Brusaferro, sagt, es sei eine Annahme, die in Betracht gezogen werde. Es sei aber derzeit schwer, sie zu überprüfen.

Der Immunologe Francesco Le Foche von der Uniklinik in Rom spricht von einem «Megafon für die Verbreitung der Coronavirus-Infektion in der Provinz Bergamo». «Fast 50 000 Fans, die von Bergamo nach Mailand unterwegs waren, in Bussen, Zügen und Tankstellen im engen Kontakt, oder in Restaurants und Kneipen. Die Explosion der Ansteckungen kam 14 Tage nach dem Spiel», sagt er der Nachrichtenagentur Ansa.

Die ersten beiden Corona-Fälle werden in Italien zwar bereits Ende Januar bei zwei chinesischen Touristen aus Rom registriert. Danach ist es aber zunächst still. Erst am 21. Februar wird in Norditalien der Ausbruch bekannt, danach breitet sich das Virus rasant aus.

Zwei Sperrzonen werden umgehend in der Provinz Lodi in der Lombardei und um den Ort Vo in Venetien eingerichtet. Die Provinz Bergamo gehört nicht dazu. Heute ist keine andere Region in Italien ist so stark von Covid-19 betroffen. Wissenschaftler betonen immer wieder, dass das Virus in Italien schon viel früher - möglicherweise schon letztes Jahr - zirkulierte.

Beim Serie-A-Club Atalanta, bei dem auch der Deutsche Robin Gosens spielt, wurde bisher nur der Torwart Marco Sportiello positiv getestet. Bei Valencia sind es nach Angaben des Clubs 35 Prozent der Mitarbeiter, auch mindestens fünf Spieler. Ein spanischer Journalist, der das Spiel in Mailand verfolgt, steckte sich ebenfalls an.

«Es war eine Gelegenheit für starke Ansteckungen, aber ich glaube nicht, dass es der Anfang von allem war», sagt Bergamos Bürgermeister Gori. Der «Funke» sei vielmehr ein Krankenhaus in der Region gewesen, in Alzardo Lombardo. Dort sei wahrscheinlich ein Patient mit einer vermeintlichen Lungenentzündung gewesen, die nicht als Covid-19 erkannt wurde. Er sei dann mit anderen Patienten und Medizinern in Kontakt gewesen. «Das erscheint mir die glaubwürdigere Erklärung für das Problem in Bergamo.»

@ dpa.de

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