Fußball, Bundesliga

Wolfsburg - Auch Martin Schmidt ist für den VfL Wolfsburg noch nicht der erhoffte Heilsbringer.

19.09.2017 - 22:26:05

VfL mit altbekannten Schwächen - Wolfsburg mit Neu-Trainer Schmidt nur 1:1 gegen Bremen. Unter dem neuen Trainer kam der VfL im Krisenduell gegen das stark ersatzgeschwächte Werder Bremen nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und offenbarte in der zweiten Halbzeit altbekannte Schwächen.

Nach der verdienten Führung durch Divock Origi (28. Minute) und starker ersten Halbzeit wirkte der VfL auch unter dem erst am Montag für den glücklosen Andries Jonker verpflichteten Schmidt seltsam orientierungslos. Fin Bartels (55.) traf für die nach der Halbzeit dominierenden Gäste zum Ausgleich. Allerdings bleibt Werder trotz des Punktes nach fünf Spieltagen weiter sieglos und droht am Mittwoch auf den letzten Tabellenplatz zurückzufallen.

30 Stunden nach seiner Verpflichtung saß Schmidt bereits für Jonker auf der Bank. Der Niederländer Jonker rettete Wolfsburg in der vergangenen Saison in der Relegation zwar denkbar knapp vor dem Abstieg, doch in den vergangenen Wochen war kein Aufwärtstrend zu erkennen. Der VfL holte in den ersten vier Spiele nur vier Punkte. Der Schweizer Schmidt ist nun bereits der dritte Wolfsburger Trainer im laufenden Kalenderjahr und der vierte binnen zwölf Monaten. Manager Olaf Rebbe bewies bislang kein gutes Händchen bei seinen Trainer-Verpflichtungen und steht langsam selbst unter Druck.

Schmidt hatte vor dem Anpfiff vor allem Zug zum Tor gefordert. «Wir wollen schon richtig in die Box rein», sagte der 50-Jährige bei Sky. Tatsächlich begann Wolfsburg vor 26 174 Zuschauern bemüht, das Spiel zu dominieren und Druck aufzubauen. Die erste echte Torchance erspielte sich der VfL aber erst nach knapp einer halben Stunde - und die führte auch sogleich zur Führung. Nach einer scharfen Hereingabe von Paul-Georges Ntep ließ die Bremer Innenverteidigung die Liverpool-Leihgabe Origi bereitwillig zum 1:0 abstauben.

Immer wieder animierte der engagierte Schmidt seine Spieler am Spielfeldrand zur Offensive und Leidenschaft. Tatsächlich war Wolfsburg gegen die ersatzgeschwächten Bremer spätestens nach der Führung klar spielbestimmend und deutlich überlegen.

In der Defensive hatte Schmidt im Vergleich zu Jonker wieder auf eine Viererkette umgestellt und setzte im Mittelfeld zudem auf seinen alten Mainzer Schützling Yunus Malli. Die Bremer mussten nach dem kurzfristigen Ausfall von Innenverteidiger Lamine Sané (Knieprobleme) auf insgesamt vier Stammspieler verzichten. Auch Max Kruse, Zlatko Junuzovic und Niklas Moisander fehlten.

Nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit wechselte Werder-Coach Alexander Nouri doppelt und gab Neuzugang Ishak Belfodil sowie Philipp Bargfrede eine Chance. Bremen steigerte sich danach offensiv deutlich und wurde belohnt. Fin Bartels köpfte nach Flanke von Thomas Delaney zum Ausgleich. Wolfsburg verfiel in alte Verhaltensmuster, wirkte in der zweiten Hälfte vollkommen orientierungslos und verlor jegliche Stabilität. Bremen dominierte auch in der Folge und hätte kurz vor Schluss durch eine gute Chance von Theodor Gebre Selassie (80.) noch gewinnen können.

@ dpa.de

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