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Fußball, Bundesliga

Was für ein Tag beim FC Bayern! Sieben-Titel-Trainer Flick und die Triple-Helden feiern einen emotionalen Abschied mit der Meisterschale, Lewandowski schafft einen unglaublichen Rekord.

22.05.2021 - 18:24:10

34. Spieltag - Lewandowski-Rekord, Meisterschale, Emotionen bei Bayern-Sieg. Dass 250 Zuschauer dabei sein können, ist ein hoffnungsvoller Anfang.

München - Die Münchner Stars um Rekordmann Robert Lewandowski jubelten und tanzten ausgelassen mit der Meisterschale. Die historische Bundesliga-Bestmarke des Weltfußballers hat einen großen Bayern-Tag mit Titelkür und bewegenden Abschieden für den Serienchampion perfekt gemacht.

«Das war zu 100 Prozent ein besonderer Moment, wahrscheinlich ein historischer Moment», sagte Lewandowski nach Tor Nummer 41, das ihm in fast letzter Sekunde glückte.

Außer ihm konnten Sieben-Titel-Trainer Hansi Flick sowie die Triple-Helden Jérôme Boateng, David Alaba und Javi Martínez den kurzweiligen und bewegenden Samstag beim 5:2 (4:0) gegen den FC Augsburg besonders genießen. «Das ist schon ein besonderer Moment», sagte Flick mit Blick auf die Abschiede. «Ich bin mächtig stolz. Es war mir ein sehr großes Vergnügen, diese Mannschaft begleitet zu haben.»

Die Stars posierten nach der Übergabe der Meisterschale durch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert gern mit der Trophäe. Vor allem die Servus-Garde, die Familienmitglieder in der Arena begrüßen durfte. Zum 31. Mal sind die Münchner nationaler Champion, zum neunten Mal nacheinander.

Bis zur 90. Minute wollte Lewandowski einfach kein Treffer gelingen. Nachdem der Torschützenkönig vor einer Woche den 40-Tore-Rekord von Gerd Müller ausgeglichen hatte, konnte er nun kurz vor dem Abpfiff nachlegen. Lewandowski (41 Tore) vor Müller (40) lautet nun die Rangfolge der besten Torschützen einer Bundesliga-Saison.

250 Zuschauer - erstmals seit März 2020 spielte der FC Bayern zu Hause damit wieder vor Publikum - feierten ihren «deutschen Fußball-Meister, FCB» und den historischen Liga-Moment mit der Lewandowski-Bestmarke lautstark. «Wir freuen uns alle darauf, wenn die Fans zurückkehren», sagte Joshua Kimmich und staunte über Lewandowski. «Ich glaube nicht, dass der Rekord jemals wieder gebrochen wird.»

Nachdem FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleeuw (9. Minute) die Münchner per Eigentor früh in Führung gebracht hatte, schlug der alte und neue deutsche Fußball-Meister im Zehnminutentakt zu. Serge Gnabry (23.), Kimmich (33.) und Kingsley Coman (43.) sorgten in ihren neuen gold-schwarzen Trikots für einen meisterlichen Pausen-Vorsprung. Nach dem Seitenwechsel gestaltete Augsburg das Ergebnis durch André Hahn (67.) und Florian Niederlechner (72.) freundlicher. Dann kam Lewandowskis Schluss-Pointe, der zum sechsten Mal als Torschützenkönig geehrt wurde.

Große Bilder von Trophäen, Umarmungen und nette Worte gab es für Alaba, Boateng und Martínez sowie den wohl Bald-Bundestrainer Flick schon vor dem Anpfiff. Auch dessen ebenfalls scheidende Assistenten Miroslav Klose und Hermann Gerland wurden geehrt. Lange mussten die beschenkten Protagonisten nicht warten, da durften sie auch über ein Tor jubeln. Gouweleeuw drückte den für Coman gedachten Ball zu seinem ersten Bundesliga-Eigentor über die Linie.

Vielleicht wäre der Nachmittag für den bereits geretteten FCA erfolgreicher verlaufen, wenn er einen von Lucas Hernández an Niederlechner verursachten Foulelfmeter nicht verschossen hätte. Manuel Neuer parierte den zu zentral geschossenen Strafstoß von Daniel Caligiuri aber souverän (25.).

Außer den Toren gab es vor allem ein Privatduell zwischen Lewandowski und Gäste-Torwart Rafal Gikiewicz zu bestaunen. Der polnische Keeper rettete wiederholt mit klasse Paraden gegen seinen Landsmann. Dazu strich ein Kopfball von Lewandowski, der immer wieder von seinem persönlichen Vorbereiter Thomas Müller gesucht wurde, knapp über das Tor (40.). Auch nach der Pause fehlte Lewandowski das Abschlussglück, lächelnd schüttelte er nach einer weiteren Chance den Kopf (56.). Auch per Freistoß konnte er Gikiewicz nicht überwinden (70.). Erst als dieser einen Schuss von Sané nicht festhalten konnte, staubte Lewandowski ab. Nach dem Schlusspfiff konnten die beiden Polen über ihr Duell lachen.

Alaba und Boateng durften bereits in der Startformation ran, Javi Martínez wurde von Flick für die letzte halbe Stunde gebracht. Er kam für Boateng, der sehr bewegt das Spielfeld verließ. Nach Umarmungen der Teamkollegen schloss auch Flick ihn vor der Trainerbank herzlich in die Arme. Ähnlich waren die Bilder bei Alaba, auch Neuer kam wie bei Boateng für die Verabschiedung aus seinem Kasten gerannt. Herzlich nahmen sich Boateng und Alaba dann im Kreis der Reservisten in die Arme - eine Bayern-Ära ist vorbei. «Sie haben den Verein geprägt, sie haben zweimal das Triple geholt», sagte Kimmich.

© dpa-infocom, dpa:210522-99-705085/3

@ dpa.de