Fußball, Bundesliga

Theoretisch kann Werder Bremen noch absteigen.

02.04.2018 - 10:46:06

Nach 2:1 gegen Frankfurt - Werders Reifeprozess: Vom Abstiegskandidaten zur Attraktion. Realistisch ist das nach dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt nicht mehr. Trainer Florian Kohfeldt will aber einen Spannungsabfall wie vor einem Jahr vermeiden. Und seine Mannschaft folgt ihm.

Bremen - Den Kampf gegen den Abstieg wollte bei Werder Bremen noch niemand für beendet erklären. Auch nach dem glücklichen 2:1 (1:0) gegen Champions-League-Aspirant Eintracht Frankfurt vermieden Cheftrainer Florian Kohfeldt und Co. klare Aussagen zur vorzeitigen Rettung.

«Die direkten Abstiegsplätze sind sehr weit entfernt, aber der Relegationsplatz ist noch in Reichweite», sagte Kohfeldt - und fand Zustimmung bei seinen Profis. «Rechnerisch sind wir noch nicht durch», sagte Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein, fügte aber mit einem Lächeln hinzu: «Ich darf ja nichts anderes sagen.»

Dass die Bremer ernsthaft noch in Gefahr geraten, glaubt letztlich niemand mehr. Derzeit sind sie hinter Bayern München und Schalke 04 die drittbeste Rückrunden-Mannschaft. 16 Punkte Abstand auf die direkten Abstiegsplätze hat Werder bei noch sechs Punktspielen, zehn Zähler beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang. Sogar der Sprung nach Europa ist wieder möglich. Davon will der 35 Jahre alte Cheftrainer-Neuling Kohfeldt aber nichts wissen: «Ich lasse mich auf keine tabellarischen Spielchen ein.» Werder sei noch keine «Spitzenmannschaft».

Übertriebenes hanseatisches Understatement, Ausdruck von Reife oder schlicht Erfahrungswert? Im vergangenen Jahr hatten die Bremer eine starke Serie unter dem damaligen Trainer Alexander Nouri in der Rückrunde hingelegt und sich vorzeitig gerettet. Plötzlich war vom Europapokal die Rede. Was folgte, war der Spannungsabfall zum Saisonende, der in den Absturz zu Beginn der laufenden Serie mündete.

Doch diese Gefahr scheint bei der Werder-Generation 2018 nicht zu bestehen. Es gehe nicht nur um die Tabelle, «sondern um die Gier», betonte denn auch Thomas Delaney. Stürmer Max Kruse meinte: «Wir wollen Spiel für Spiel gewinnen, egal auf was für einen Platz wir stehen. Diese Mentalität wollen wir zeigen.»

Unter ihrem jungen Trainer ist aus dem Abstiegskandidaten eine Attraktion der Liga geworden. Auch gegen einen starken Gegner wie Eintracht Frankfurt demonstrierten sie in einem «hochklassigen Spiel» (Kohfeldt) phasenweise gehobene Fußball-Kultur. «Wir sind in dem letzten halben Jahr unter Kohfeldt sehr gereift und stellen uns nicht mehr hinten rein, wie wir es in der Hinrunde ab und an gemacht haben», sagte Kruse.

Dass der Sieg am Ende dank des Eigentors von Eintracht-Kapitän David Abraham (79.) - begünstigt durch den Patzer von Eintracht-Keeper Lukas Hdradecky - glücklich zustande kam, wusste jeder.

Zuvor hatten die Frankfurter bewiesen, warum sie sich unter Trainer Niko Kovac zu einem ernsthaften Kandidaten für die Teilnahme an der Königsklasse gemausert haben. Nach dem Tor von Luka Jovic (53.), der die Bremer Führung durch Kapitän Zlatko Junuzovic (28.) ausglich, hatten die Gäste durchaus die Chance zum Sieg, scheiterten aber oft an Werder-Keeper Jiri Pavlenka.

«Das war einer der besten Auftritte einer Gastmannschaft, den ich in den letzten Monaten hier gesehen habe», meinte Kohfeldt. «Ich wäre auch zufrieden gewesen, wenn ich hier mit einem Punkt gesessen hätte.» Eine Spitzenmannschaft seien die Bremer noch nicht, meinte der Werder-Coach. Sie wollen aber von den Besten lernen. Das gelingt ihnen derzeit erstaunlich gut.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

2. Bundesliga: Bochum spielt unentschieden in Kiel Am 6. (Sport, 22.09.2018 - 14:59) weiterlesen...

Bundesliga am Sonntag - RB Leipzig nach Rangnicks Wutrede in Frankfurt gefordert. Drei Tage nach dem peinlichen 2:3 gegen RB Salzburg will Trainer Ralf Rangnick eine andere Einstellung bei seinen Profis sehen. Frankfurt/Main - Im Duell der beiden Europa-League-Teilnehmer steht RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt unter besonderer Beobachtung. (Sport, 22.09.2018 - 10:36) weiterlesen...

0:0 gegen Düsseldorf - Noch sieglos: VfB vor Wochen im unteren Tabellendrittel Klappt es in Leipzig? Oder brauchen die Fans des VfB Stuttgart sogar Geduld bis zum Heimspiel gegen Bremen für den ersten Saisonsieg? Sportvorstand Michael Reschke rechnet nach dem 0:0 gegen Aufsteiger Düsseldorf mit Wochen, in denen die Tabelle niemandem gefällt. (Sport, 22.09.2018 - 10:08) weiterlesen...

Schalke 04 empfängt Meister Bayern. Berlin - Das Duell zwischen Vizemeister und Meister steht am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga im Blickpunkt. Aber Schalke 04 steht im Tabellenkeller und hinkt Spitzenreiter FC Bayern schon neun Punkte hinterher. Hinter den Münchnern will Verfolger Borussia Dortmund Schritt halten, 1899 Hoffenheim will es den Borussen aber nicht leicht machen. Zu einem Verfolgerduell kommt es in Berlin zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach. Außerdem treffen der VfL Wolfsburg und SC Freiburg aufeinander, Werder Bremen gegen den FC Augsburg sowie der 1. FC Nürnberg und Hannover 96. Schalke 04 empfängt Meister Bayern (Politik, 22.09.2018 - 07:52) weiterlesen...

0:0 gegen Düsseldorf - «Wird unseren Erwartungen nicht gerecht»: VfB noch sieglos. Doch gegen Fortuna Düsseldorf reicht es nur zu einem 0:0 - und die ersten Zuschauer reagieren mit Pfiffen auf das fünfte Pflichtspiel ohne Sieg. Ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger: Dem Anspruch nach ist ein Sieg für den VfB Stuttgart in so einer Partie Pflicht. (Sport, 22.09.2018 - 07:38) weiterlesen...

4. Bundesliga-Spieltag - Schalke gegen FCB unter Druck - Verfolger-Duell in Berlin. Den Königsblauen droht ein ähnlicher Fehlstart wie vor zwei Jahren. Besser steht Revier-Rivale Dortmund vor dem Spiel in Hoffenheim da. Neun Punkte beträgt der Abstand zwischen Meister FC Bayern und Vize Schalke 04 vor dem direkten Aufeinandertreffen am Samstag. (Sport, 22.09.2018 - 04:32) weiterlesen...