Fußball, Europa League

RB Leipzig muss schnell den Schalter umlegen, nur drei Tage nach der Europa League steht schon wieder Bundesliga an.

09.11.2018 - 07:24:06

Europa League - Nach 1:2 in Glasgow: Leipzig muss schnell umschalten. Nach dem bitteren 1:2 bei Celtic Glasgow steht die K.o.-Runde in der Europa League auf der Kippe. Ist aber aus eigener Kraft noch möglich.

Glasgow - RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick war nach der am Ende unnötigen Niederlage sichtlich angefressen. Im Hexenkessel von Glasgow verspielt der Fußball-Bundesligist innerhalb einer Minute den möglichen Punktgewinn.

Und damit eine kleine Vorentscheidung in Sachen K.o.-Runde der Europa League. Zudem wartet am Sonntag schon das schwere Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

PROBLEMHÄLFTE EINS: Im ersten Durchgang ging nach dem schnellen Rückstand in der 11. Minute nicht viel bei den Sachsen. Zumal der schottische Meister in einer völlig anderen Verfassung auflief, als bei der 0:2-Niederlage in Leipzig. Glasgow stellte früher die Räume zu, das Pressing war wesentlich effektiver als im Hinspiel. Dadurch hatten die RB-Stürmer kaum Räume und Probleme, in Ballbesitz zu kommen und RB eine magere Passquote von 66 Prozent. Die Lösung: Mehr Lücken aufreißen durch Tiefgang, um Unordnung in die Celtic-Abwehr zu bringen. «Das haben wir in der Halbzeit auch angesprochen und es in der zweiten Hälfte auch deutlich besser gemacht», sagte Kevin Kampl.

DER SCHNELLE GEGENSCHLAG: Nicht mal eine Minute nach der Jubelstimmung der Leipziger nach dem Ausgleich durch Jean-Kevin Augustin folgte der Tiefschlag. Nach dem Siegtreffer herrscht bei den Schotten Ekstase pur, auch Edelfan und Rocker Rod Stewart flippte aus. Wie das passieren konnte? So eine richtige Erklärung hatte bei RB keiner. «Wir waren beim 0:1 nicht wach und beim zweiten Tor auch nicht. Es ist ärgerlich, wenn man die Reise auf sich nimmt und zweimal so schläft», haderte der früh für den verletzten Marcello Saracchi eingewechselte Abwehrspieler Marcel Halstenberg.

DIE MITTELFELDACHSE: Erstmals in dieser Saison standen weder Kevin Kampl noch Diego Demme in der Startelf. Stefan Ilsanker spielte statt in der Innenverteidigung als Sechser und sollte das Spiel mitgestalten. Das gelang ihm nicht. Als Kampl/Demme in Hälfte zwei eingewechselt wurden, war deutlich mehr Zug zum Tor. Kampl hatte zwei Riesenchancen. Doch Rangnick sah das anders. «Wir haben zum einen in drei Tagen wieder ein Spiel und zum anderen sind andere Spieler, die zuletzt nicht gespielt haben, ausgeruht. Deswegen haben wir mit der Mannschaft begonnen. Ich glaube nicht, dass das ausschlaggebend war für den Verlauf des Spiels», sagte der 60-Jährige.

DIE AUSSICHTEN: Trotz der ersten Niederlage hat RB Leipzig das Weiterkommen in der eigenen Hand. Die Sachsen haben hinter dem souveränen Spitzenreiter RB Salzburg (12) wie Celtic sechs Punkte. Den direkten Vergleich gegen Celtic hat Leipzig dank des 2:0 im Hinspiel gewonnen. In den letzten Duellen in Salzburg (29. November) und gegen Trondheim (13. Dezember) darf RB aber nicht patzen.

DIE NÄCHSTE HERAUSFORDERUNG: Bereits am Sonntag wartet auf Leipzig das schwere Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Das Team von Trainer Heiko Herrlich machte mit dem 1:0 gegen den FC Zürich die K.o.-Runde der Europa League vorzeitig klar. Und kommt mit einem Erfolgserlebnis in die Messestadt. «Wir haben vorher so viele Spiele gewonnen, da muss man jetzt keine Reaktion zeigen. Wir werden da weiter machen, wo wir zu Hause aufgehört haben», sagte Kampl. RB hatte zuvor zehn Spiele nacheinander nicht verloren und sechsmal in Serie kein Gegentor kassiert.

@ dpa.de