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Fußball, Neymar

Paris - Diesmal vergoss Neymar keine Tränen, sondern konnte sogar als Verlierer jubeln.

14.04.2021 - 07:26:08

Champions League - Neymar jubelt als Verlierer - Ziel: «Den Pokal holen». Das nächste 0:1 gegen den FC Bayern fühlte sich nicht nur für den brasilianischen Fußball-Weltstar ganz anders an als das vor fast acht Monaten im Champions-League-Endspiel von Lissabon.

Damals vergoss der 29-Jährige bittere Tränen und musste auf dem Platz sogar von Bayern-Profi David Alaba getröstet werden. Nun war im Prinzenpark nach dem Einzug ins Halbfinale ein glücklicher und auch unheimlich erleichterter Neymar zu erleben.

«Jetzt hoffen wir, dass wir den Pokal holen», sagte der teuerste Spieler der Welt, für den PSG vor vier Jahren 222 Millionen Euro an den FC Barcelona zahlte. Im Barca-Trikot triumphierte er 2015 an der Seite von Lion Messi zum bislang einzigen Mal in der Königsklasse.

Das lange Leiden nach dem 3:2-Hinspielsieg in München hätte Neymar sich beim knappen Weiterkommen selbst ersparen können. Er spielte groß auf, aber er krönte seine Leistung nicht mit Toren. Allein vor der Pause hätte es einen vierfachen Neymar-Torjubel geben können. Gleich dreimal krachte der Ball an Latte und Pfosten, zudem stand ihm - wie im Finale - der stark haltende Welttorhüter Manuel Neuer im Weg. Im Sky-Interview schwärmte Neymar von einer «tollen Partie» für alle Fußballfans: «Wir haben uns gegen ein starkes Team durchgesetzt.»

Es ist ein Jubel mit besonderer Genugtuung gewesen, als Neymar und Leandro Paredes sich nach dem Schlusspfiff im Prinzenpark direkt vor den Augen von Joshua Kimmich an die Brust sprangen. «Das Schicksal wollte, dass auch Kimmich da war», sagte Neymar dem Fernsehsender «TNT Sports Brasil», der die Szene in Brasilien hervorhob.

«Wir waren die bessere Mannschaft im Hinspiel, aber haben verloren», hatte Bayerns Mittelfeldspieler Kimmich vor der Partie gesagt - und Neymar damit offensichtlich herausgefordert.

«Man kann so viel Ballbesitz haben, wie man will, so wie man eine Frau einen ganzen Abend bezirzen kann, und dann kommt einer und nimmt sie einem in fünf Minuten weg», sagte Neymar im brasilianischen TV-Interview und lachte herzhaft. Der 29-Jährige spielte damit auf die bisweilige Übermacht der Bayern an, die sich vor allem auch beim 3:2-Hinspielsieg von PSG in München nicht in Toren gespiegelt hatte.

In der vergangenen Saison sei Bayern für ihn das beste Team des Turniers gewesen, dieses Jahr habe er das jedoch nicht so gesehen. «Das ging so weit, dass ich gesagt habe: 'Wenn wir auf Bayern treffen, scheidet Bayern aus'», sagte Neymar. «Wir haben uns darauf vorbereitet, Bayern zu überwinden; wir haben das gebraucht, um uns selbst zu beweisen, dass wir das können.» Im Champions-League- Endspiel von Lissabon vor acht Monaten war PSG gegen Bayern ebenfalls mit 0:1 unterlegen. Neymar weinte damals bittere Tränen, und David Alaba, mit dem er sich diesmal umarmte, tröstete ihn.

Ob er bei PSG bleibe oder nicht, sei «nicht einmal mehr ein Thema. Es ist offensichtlich, dass ich mich sehr wohl fühle, zu Hause fühle hier bei Paris Saint-Germain», sagte Neymar, der in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung steht, aber auch immer wieder mit anderen Vereinen, etwa dem FC Barcelona, in Verbindung gebracht wird. «Ich fühle mich glücklicher, als ich davor war.»

Nach dem Einzug ins Halbfinale hat betonte Trainer Mauricio Pochettino die Bedeutung der Fußball-Königsklasse für Paris Saint-Germain. «Dieser Club träumt davon, die Champions League zu gewinnen, diesen Pokal zu gewinnen. Das Gefühl in diesem Wettbewerb ist anders, als wenn du in einem anderen Wettkampf antrittst», sagte der Argentinier dem TV-Sender CBS. Pochettino lobte den FC Bayern als «das beste Team der Welt momentan. Ein fantastisches Spiel.»

Der Nachfolger von Thomas Tuchel, der mit seinem neuen Club FC Chelsea ebenfalls den Einzug ins Halbfinale geschafft hat, lobte auch die Entwicklung seiner eigenen Mannschaft. «Nach drei Monaten sieht man mehr und mehr, dass das Team das macht, was wir wollen», sagte Pochettino.

© dpa-infocom, dpa:210414-99-194356/5

@ dpa.de