Fußball, Bundesliga

Mit Leidenschaft und Moral erkÀmpft sich der VfB Stuttgart den Sieg gegen den FC Augsburg und verlÀsst den letzten Tabellenplatz.

01.12.2018 - 19:14:06

«Wertvolle Punkte» - Donis erlöst VfB Stuttgart gegen Augsburg. Auf die RĂŒckkehr des TorschĂŒtzen hatte die Mannschaft von Markus Weinzierl seit Wochen gewartet. Der FCA befindet sich im Negativtrend.

Stuttgart - Den Stuttgarter SiegtorschĂŒtzen gegen den FC Augsburg schonte VfB-Trainer Markus Weinzierl schon ab der Pause.

Bei Anastasios Donis wollte der Chefcoach kein noch grĂ¶ĂŸeres Risiko eingehen. So folgte er der Bitte des mĂŒden Griechen, ihn als Vorsichtsmaßnahme nach 45 Minuten rauszunehmen. Neun Wochen hatte der 22-JĂ€hrige aufgrund eines MuskelbĂŒndelrisses im Oberschenkel gefehlt und war fĂŒr den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga herbeigesehnt worden. Und dann sorgte Donis beim ersten Einsatz nach seiner Genesung mit seinem Treffer in der 39. Minute gleich fĂŒr das 1:0 (1:0) gegen den FC Augsburg und den wichtigen ersten Heimsieg des VfB unter dem neuen Trainer Weinzierl. 

«Wenn du so wenig Punkte hast, dann tun die Punkte sehr, sehr gut. Es waren drei unheimlich wertvolle Punkte fĂŒr uns und damit auch fĂŒr mich», resĂŒmierte Weinzierl. Erleichtert war der 43-JĂ€hrige VfB-Sportvorstand Michael Reschke in die Arme gefallen, ausgerechnet nach dem Duell mit seinem frĂŒheren Verein darf er ein wenig aufatmen. Seine Elf schwor er nach dem Schlusspfiff auf die kniffligen kommenden Wochen ein - und spendierte ihnen zwei freie Tage.

Schließlich verließen die Stuttgarter, als Tabellenletzter in den Spieltag gestartet, mit dem hart erkĂ€mpften, aber auch glĂŒcklichen Erfolg in einer schwachen Bundesliga-Partie vor 52.739 Zuschauern voerst die AbstiegsrĂ€nge. Zumindest bis Montag sprangen sie auf Platz 15, der RĂŒckstand auf den FCA schrumpfte auf zwei ZĂ€hler zusammen.

Die GĂ€ste von Trainer Manuel Baum mĂŒssen sich nach der dritten Niederlage in Serie zunehmend nach unten orientieren. «Es ist extrem bitter, dass wir hier verlieren. Denn das war nicht nötig», bilanzierte Baum. «Im Großen und Ganzen haben wir zu viele Situationen zu unklar ausgespielt.»

Aufseiten der Stuttgarter war der flinke Donis seit dem 29. September, seit seinem vielversprechenden Auftritt beim zuvor einzigen Heimsieg der Saison gegen Werder Bremen (2:1), vermisst worden. Lange Zeit brachte auch der 22-JĂ€hrige keine Struktur und nur wenig Gefahr ins Stuttgarter Angriffsspiel, erlöste dann aber die Gastgeber bei der ersten richtigen Chance mit dem 1:0. Nach einem Zuspiel von Andreas Beck schob der FlĂŒgelspieler den Ball aus rund elf Metern ins linke untere Eck.

Stuttgarts AnhĂ€nger feierten den ersten TorschĂŒtzen im eigenen Stadion seit mehr als zwei Monaten. Zuvor hatten sie sich in der ersten HĂ€lfte am bundesweiten Boykott gegen die Kommerzialisierung des Fußballs beteiligt und ohne FangesĂ€nge fĂŒr eine ungewohnte AtmosphĂ€re gesorgt. Mit einem Pfeifkonzert gegen Schiedsrichter Harm Osmers und die GĂ€ste begleiteten sie aber zeitweilig die Partie.

Die erste Halbzeit prĂ€gten teilweise FehlpĂ€ssen hĂŒben wie drĂŒben. Auch bei Augsburg lief in der Offensive ohne den angeschlagenen TopstĂŒrmer Alfred Finnbogason nur wenig zusammen. Erst als Benjamin Pavard nach einem Rempler auf dem Boden lag, war VfB-TorhĂŒter Ron-Robert Zieler gegen Michael Gregoritsch zu einer famosen Parade gezwungen (20.).

In der zweiten HĂ€lfte drĂ€ngten die GĂ€ste ĂŒber weite Strecken auf den Ausgleich. Verteidiger Martin Hinteregger (56.), Hahn (61.) und Cordova (65.) kamen zu Chancen. FĂŒr Stuttgart vergab Thommy (82.). «Es geht nicht darum, schönen Fußball zu spielen. Es geht darum, drei Punkte zu holen», sagte VfB-TorhĂŒter Zieler bei Sky.

@ dpa.de

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