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Fußball, Bundesliga

Marco Rose feiert Gladbach, Gladbach feiert Marco Rose.

28.06.2020 - 11:50:06

Gladbach in der Königsklasse - Rose will mit Champions-League-Millionen nächsten Schritt an. Bei der Verpflichtung des Trainers waren Zweifel vorhanden, die der 43-Jährige trotz einiger Rückschläge widerlegte. Die Champions League soll bei der Entwicklung zum dauerhaften Spitzenteam helfen.

Mönchengladbach seit 36 Jahren zum dritten Mal seit 2015 und 2016 im Kreis der europäischen Spitzenteams dabei. Nur 2015 unter Lucien Favre war Gladbach bei der ersten Champions-League-Qualifikation minimal besser mit 66 Zählern.

Die Entscheidung von Sportchef Max Eberl im Vorjahr, Dieter Hecking trotz überragender Hinserie und der Europa-League-Qualifikation durch den zweifachen österreichischen Meistercoach von Red Bull Salzburg zu ersetzen, war riskant und teils unpopulär. Aber sie zahlte sich aus. «Wir haben mit Marco einen Trainer gefunden, der wirklich unfassbar gut zu Borussia Mönchengladbach passt, der einen sensationellen Job gemacht hat, die ganze Saison über», lobte Eberl am Rande der Party, die direkt im Stadion im VIP-Bereich startete, im ZDF-Interview.

«Er ist die Schlüsselfigur des Erfolges», sagte Eberl weiter über Rose, der trotz der Titel in Österreich nun erstmals in der Champions League coacht. «Ich freue mich jetzt riesig, das auch erleben zu dürfen», sagte Rose, der 2018 mit Salzburg in der Qualifikation scheiterte und nach dem Titel 2019 an den Niederrhein wechselte.

Zunächst waren Zweifel vorhanden. Um den Jürgen-Klopp-Kumpel Rose gab es nicht nur in der Bundesliga einen Hype. Doch wie schnell könnte der jahrelang auf technisch anspruchsvollen Ballbesitz-Fußball getrimmte Borussen-Kader das kraftvolle Pressing des neuen Coaches verinnerlichen? Warum zog RB Leipzig Julian Nagelsmann dem doch im Red-Bull-Kosmos befindlichen gebürtigen Leipziger Rose trotz dessen Erfolge in Salzburg vor? Das unter dem Strich klägliche Vorrunden-Aus in der Europa League ließ die Zweifel noch einmal größer werden. Doch in der Liga lieferten Rose und Borussia ab. In der Hinserie waren sie Dauer-Tabellenführer und galten als Meisteranwärter.

«Diese Saison steht unter den Überschrift: Immer wieder aufgestanden», befand Eberl im Hinblick auf Misserfolge wie das 0:4 in der Europa League gegen Wolfsberg aus Österreich oder das 0:2 zum Rückrundenstart auf Schalke. Gladbach zeigte stets eine Reaktion und entwickelte auch in engen Spielen eine Sieger-Mentalität. Mit einer Quote von 59 Prozent erreichte Rose auf Anhieb den höchsten Sieganteil aller Borussen-Trainer überhaupt.

Immer wieder deutete es sich dennoch an, dass Rose mit seinen Ambitionen in Gladbach an Grenzen stoßen könnte. «Max hat keine Luftschlösser aufgebaut. Er hat mir klar gesagt, was geht und was nicht geht bei der Borussia», sagte Rose am Samstag. Trotzdem äußerte er sich stets deutlich forscher als etwa Vorgänger Hecking, der zusammen mit Eberl im Vorjahr die Europa League als großen Erfolg verkaufte. Obwohl da schon die Champions League lange möglich war.

Dies würde Rose nie einfallen. Vor dem Saison-Finale trichterte er Spielern und Umfeld ein, dass die erneute Europa-League-Qualifikation enttäuschend sei. Und Rose will schon wieder mehr. «Das Stichwort ist, nie zufrieden zu sein», meinte er. «Ich bin in einen gut funktionierenden Verein gekommen. Es ist schon viel bereitet.»

Aber eben noch nicht alles. Durch den Champions-League-Einzug bekommt er die Möglichkeit, den nächsten Schritt gehen zu können. Im Vergleich zur Europa League betragen die garantierten Mehreinnahmen mindestens 20 Millionen Euro. Dadurch ist das in der Corona-Krise angehäufte Minus, das andere Clubs immer noch haben, in Höhe von 13 Millionen Euro kompensiert.

Zudem soll investiert werden. Die Leistungsträger können gehalten und der Kader mit Augenmaß und vor allem nach Roses Vorstellungen verbessert werden. «Wir wollen und wir werden diese Mannschaft behalten. Wir wollen jetzt mit schlauen Wegen gucken, diese Mannschaft quantitativ und qualitativ weiter zu bestücken. Das ist jetzt die Aufgabe, die wir haben», sagte Eberl.

© dpa-infocom, dpa:200628-99-591403/2

@ dpa.de

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