Fußball, Bundesliga

Lange sieht es nach einem Heimsieg aus.

16.12.2017 - 19:14:06

2:2 in der Nachspielzeit - «Ein Schock» - Bremen verspielt Sieg gegen Mainz. Werder Bremen geht gegen Mainz schnell 2:0 in Führung. Doch der Club aus Rheinhessen gibt nicht auf und hat am Ende Glück. Bremens Probe-Trainer Kohfeldt hat weiterhin gute Chancen, den Job 2018 zu behalten.

Bremen - Werder Bremens Frust war groß: «Wir müssen dieses Spiel gewinnen», sagte der Ersatzkapitän der Hanseaten, Niklas Moisander, und ergänzte: «Wir hatten alles unter Kontrolle, aber dann sind aus dem Nichts zwei Tore gefallen. Das ist eine Enttäuschung und natürlich ein Schock für uns.»

Sein Team hatte zuvor im Kellerduell gegen den FSV Mainz 05 durch ein Gegentor in der Nachspielzeit einen Befreiungsschlag verpasst. Der Mainzer Fabian Frei (90.+3 Minute) traf für die Gäste aus Rheinhessen zum 2:2 (2:0), nachdem Bremen rund 90 Minuten geführt hatte.

Vor 38.200 Zuschauern im Weserstadion brachten Philipp Bargfrede (2.) und Ishak Belfodil (17.) die Hausherren zügig in Führung. Die Gastgeber verpassten es aber, das dritte Tor zu schießen. Dem eingewechselten FSV-Mittelfeldspieler Robin Quaison (70.) gelang der Anschlusstreffer, bevor Frei ausglich. Insgesamt war das Ergebnis gerecht, da Mainz trotz des schnellen Rückstandes immer wieder zu Chancen kam.

«Hintenraus haben wir eine großartige Moral gezeigt», sagte 05-Trainer Sandro Schwarz, der mit der Leistung vor dem Seitenwechsel unzufrieden war. «Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war eine Frechheit», betonte auch Mainz-Kapitän Daniel Brosinski. Er berichtete von einer emotionalen Halbzeitansprache seines Trainers.

Bremens Coach Florian Kohfeldt ärgerte sich, weil Mainz in der zweiten Halbzeit vor dem 2:1 lange keine Chance gehabt hatte. «Das ist ein bitteres Ende für uns gewesen», sagte er. «Das tut richtig weh.» Für den Probe-Trainer Kohfeldt stehen die Chancen aber weiterhin gut, den Job in der Rückrunde zu behalten.

Der 35-Jährige hatte von Alexander Nouri übernommen, der nach einem katastrophalen Start gehen musste. Kohfeldt wurde zunächst nur bis zum Ende der Hinrunde als Cheftrainer engagiert. Unter seiner Regie gewann Werder drei von sieben Ligapartien, gegen Mainz gab es das erste Unentschieden. «Wir setzen uns nach dem Freiburg-Spiel zusammen», sagte Kohfeldt mit Blick auf seine Zukunft. Am Mittwoch trifft Werder im DFB-Pokal daheim auf den SC Freiburg.

Gegen Mainz erwischte Werder einen optimalen Start: Bargfrede wurde nach einer Balleroberung von Mittelfeldkollege Thomas Delaney nicht angegriffen, lief auf das Tor von 05-Torwart Robin Zentner zu und traf mit einem präzisen Flachschuss in die linke Ecke. Kurz danach hatte der Mainzer Levin Öztunali Pech: Der wuchtige Schuss des Ex-Bremers klatschte an die Latte (6.).

Werder zog sich danach zurück, konterte aber immer wieder gefährlich. Das Fehlen von drei wichtigen Offensivspielern schwächte die Gastgeber dabei nicht. Topstürmer Max Kruse und Kapitän Zlatko Junuzovic waren wegen Verletzungen kurzfristig ausgefallen, Stürmer Fin Bartels fehlt wegen eines Achillessehnenrisses langfristig.

Kruse-Ersatz Belfodil traf nach einem Freistoß von Ludwig Augustinsson und einer Ablage von Delaney per Kopf - es war das erste Bundesligator des Algeriers. Mainz blieb bemüht und belohnte sich.

@ dpa.de

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