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Fußball, Bundesliga

Kai Havertz sei Dank: Bayer Leverkusen spielt die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte und ist wieder auf Champions-League-Kurs.

23.05.2020 - 19:08:06

27. Spieltag - Erneuter Havertz-Doppelpack: Leverkusen an Gladbach vorbei. Mit seinem erneuten Doppelpack beim 3:1 in Gladbach schießt Bayers Jungstar die Werkself an der Borussia vorbei auf Platz drei.

Mönchengladbach - Nach Kai Havertz' erneutem Gala-Auftritt scheint selbst für Trainer Peter Bosz nun alles möglich für Bayer Leverkusen.

«Wenn wir das immer so machen, spielen wir Champions League», sagte Bosz nach dem bärenstarken 3:1 (1:0) im Topspiel beim direkten Konkurrenten Borussia Mönchengladbach und schob mit einem Grinsen hinterher: «Ob wir Vierter, Dritter, Zweiter, Erster sind - keine Ahnung.»

Nach 27 Partien zog die Werkself an Gladbach vorbei auf Rang drei, ist seit zwölf Pflichtspielen ungeschlagen und spielt aktuell die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte. Garant für den Höhenflug ist der europaweit begehrte Havertz, der fünf Tage nach seinen beiden Toren beim 4:1 bei Werder Bremen den nächsten Doppelpack schnürte (7. Minute, 58./Foulelfmeter). Sven Bender erhöhte knapp zehn Minuten vor dem Schlusspfiff noch zum verdienten Endstand (81.). «Wenn wir so weitermachen, werden wir das auch schaffen», sagte Havertz zu einem möglichen erneuten Einzug in die Champions League.

Gladbach droht dagegen im zweiten Jahr in Serie im Kampf um die Champions League von Bayer noch abgefangen zu werden. Mit 52 Punkten ist Gladbach einen Zähler hinter Leverkusen zwar noch Vierter. Am Sonntag kann RB Leipzig mit mindestens einem Punkt in Mainz aber ebenfalls noch vorbeiziehen. «Vorne ist alles eng beieinander. Wir haben und natürlich nicht aufgegeben und sind noch voll dabei», sagte Gladbachs Rechtsverteidiger Stefan Lainer trotzig.

Die Borussen kamen erst in der zweiten Halbzeit und einer Systemumstellung von Trainer Marco Rose besser ins Spiel. Der Ausgleich von Marcus Thuram (52.) war am Ende aber zu wenig; auch weil Schiedsrichter Sören Storks in der entscheidenden Phase des Spiels zweimal für Leverkusen entschied. Erst versagte er Gladbach nach einem Zweikampf zwischen Thuram und Bayers Aleksandar Dragovic den Elfmeter-Pfiff. Beim Gegenangriff der Leverkusener gab es nach einer Grätsche von Nico Elvedi gegen Karim Bellarabi nach dessen erfolglosen Torabschluss dagegen den Strafstoß für Bayer.

«Regeltechnisch ist das schon in Ordnung. Sicherlich ist das aber ein Elfer, über den man reden kann», sagte Rose auch angesichts Storks' Zögern. Zudem war Rose sauer, dass sich der Schiedsrichter nur die zweite Aktion noch einmal per Video anschaute. Daran, dass Leverkusen am Samstag aber klar besser war, änderte auch dies freilich nichts.

«Das war wirklich eine super Leistung heute», sagte Bosz zufrieden. Seinen Matchwinner Havertz wollte er dagegen nicht über Gebühr loben. Dabei scheint der 20-Jährige aktuell in der Form seines Lebens. «Er war ein bisschen besser als gegen Bremen», sagte Bosz trocken.

Das Spiel fand zumindest gefühlt vor etwas «Publikum» statt. 12.993 Fotos von Fans wurden auf Pappe gedruckt im Stadion montiert. Die Gladbacher Ultras beteiligten sich indes nicht an der Aktion, und protestierten gegen Geisterspiele. In der Nordkurve blieben ihre Steh-Ränge frei von Pappkameraden. Stattdessen hingen dort zuvor platzierte Plakate, auf denen stand: «Stumme Mienen für Borussia. Gegen Geisterspiele!», «Pappen-Mahnmal» und «Fussball ohne Fans ist nichts!». Wegen der Coronavirus-Pandemie finden derzeit alle Spiele der Bundesliga ohne Zuschauer statt.

@ dpa.de

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