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Fußball, EM

Joachim Löw genießt dieses K.o.-Spektakel - an ein mögliches Ende seiner letzten Mission gegen England verschwendet er keinen Gedanken.

29.06.2021 - 08:26:11

EM-Achtelfinale gegen England - Alles oder nichts für Löw: «Dafür ist man Trainer». Der Bundestrainer sieht sein Team bereit für den Kracher in Wembley.

Der Münchner Leon Goretzka wird wohl nach zwei Joker-Einsätzen in der Vorrunde nun in London in die Startelf rücken und den Platz von Ilkay Gündogan einnehmen. Der Mittelfeldspieler von Manchester City konnte nicht vollständig am Abschlusstraining teilnehmen, er leidet noch an den Folgen einer Schädelprellung aus dem Ungarn-Spiel. Der in der Abwehr gesetzte Antonio Rüdiger dürfte nach seiner Erkältung hingegen wieder fit sein. Robin Gosens hat auch einen leichten Infekt - hier wird am Spieltag entschieden.

45.000 Zuschauer dürfen im Wembley-Stadion dabei sein, was angesichts wieder steigender Corona-Infektionen und der raschen Ausbreitung der Delta-Variante europaweit für Erstaunen und sogar Fassungslosigkeit sorgt. Nur 2000 in Großbritannien lebende deutsche Fans sind durch die Reisebeschränkungen in der Pandemie im eigentlich 90.000 Zuschauer fassenden Wembley-Stadion dabei. «Logischerweise, wenn du 40.000 Fans im Rücken hast, wird das als Vorteil gesehen. Es kann aber auch, wenn die Engländer nicht so ins Spiel kommen, ein Nachteil und eine Last für sie sein. Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass Stille im Stadion ist», sagte der Bundestrainer.

Wembley soll nur eine Zwischenstation sein. Die deutschen Spieler legen immer mehr die Zurückhaltung bei der Zielsetzung für das besondere paneuropäische Turnier ab. Ob Shooting-Star Gosens oder der zweifache Turnier-Torschütze Kai Havertz: Der Titelgewinn wird als angestrebtes Ende des Weges verkündet. «Dahinter stecken 100 Prozent Überzeugung. Wir Spieler und der Staff glauben fest daran, dass wir Europameister werden können. Es wäre auch schlimm, wenn es nicht so wäre», sagte Champions-League-Sieger Havertz vom FC Chelsea: «Denn wir haben eine Top-Mannschaft, ein super Trainerteam und eine gute Mentalität. Wir müssen es nur schaffen, unsere Qualität abzurufen.»

Offiziell will natürlich noch niemand davon sprechen. Aber der Weg nach dem Achtelfinale weckt Hoffnungen auf noch Größeres. Schweden oder die Ukraine wären im Viertelfinale in Rom Gegner, danach Tschechien oder Dänemark im Halbfinale wieder in Wembley. Doch erst einmal muss England bezwungen werden. «Das wird eine Geduldsprobe. England kann gut verteidigen und gut kontern. Wir müssen immer aufpassen», sagte Kapitän Manuel Neuer: «Aber wir haben erfahrene und gute Leute, dass wir es gegen so eine gute Mannschaft gut verteidigen können.»

© dpa-infocom, dpa:210629-99-181692/3

@ dpa.de