Fußball, Bundesliga

James Rodríguez ist in Südamerika ein Superstar - bei Bayern will er auch sportlich wieder glänzen.

12.07.2017 - 16:40:05

«Siegertyp» - Neustart bei Bayern: James will «Geschichte schreiben». Die Münchner hoffen, dass er nach einer enttäuschenden Zeit in Madrid sich als Transfer-Schnäppchen erweist. Bei seiner Vorstellung machte James deutliche Ankündigungen.

München (dpa) - James Rodríguez sprach höflich und ruhig, sein Trainer Carlo Ancelotti nannte ihn sogar «bescheiden». Im eleganten grauen Dreiteiler mit Einstecktuch und Krawatte machte der neue Star des FC Bayern an seinem ersten Tag in München aber deutliche Ansagen.

«Ich bin hier, um Geschichte zu schreiben», sagte der Kolumbianer und grinste breit. Vor mehr als 20 Kamerateams, etlichen Fotografen und Dutzenden Reportern präsentierte sich die Luxus-Leihgabe von Real Madrid am Mittwoch selbstbewusst und erfolgshungrig - also ganz nach dem Geschmack des äußerst stolzen deutschen Fußball-Rekordmeisters.

«Ich komme mit viel Lust und will Titel gewinnen», verkündete der südamerikanische Superstar auf dem Podium der Allianz Arena zwischen Coach Ancelotti und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Dafür wurde der WM-Torschützenkönig von 2014 aus Madrid geholt - zunächst für zwei Jahre als Leihe. 2019 haben die Münchner dann eine einseitige Option, den Nationalspieler für weitere drei Spielzeiten fest zu verpflichten, wie Rummenigge verkündete. Dem Vernehmen nach kostet James zunächst zehn Millionen Euro Leihgebühr und beim definitiven Transfer in drei Jahren dann noch einmal 30 Millionen Euro Ablöse.

In dem mit Weltmeistern und Weltklasse-Profis gespickten Kader der Münchner soll James noch einmal herausstechen, das erhoffen sich die Club-Bosse. «Er ist ein fantastischer, offensiver Mittelfeldspieler», schwärmte Ancelotti. «Seine Qualitäten werden dem Team helfen, noch besser zu werden.» James selbst sagte: «Das ist eine Mannschaft, die immer Titel gewinnen möchte. Und auch ich bin ein Siegertyp.»

Wo auf dem Feld für ihn Platz sein wird neben Lewandowski, Müller, Robben, Ribéry und Co., das stehe noch nicht fest. «Da, wo der Trainer will», sagte James, «ich kann auf links, rechts und auf der Zehn spielen». Am Mittwoch bestand er den Medizincheck und unterschrieb seinen Vertrag.

Für den Familienvater markierte die Landung am Dienstagabend im Privatjet in München einen fußballerischer Neuanfang, er selbst sprach von einem «neuen Leben» und einem «neuen Ziel». In Madrid war James zuletzt nur noch Reservist gewesen: Nachdem er 2014/15 - in der ersten Saison nach seinem 80 Millionen Euro teuren Wechsel von Monaco nach Spanien - unter Coach Ancelotti noch groß aufgespielt hatte, fand der neue Trainer Zinédine Zidane zuletzt keine Verwendung mehr für ihn.

Bezeichnend war ein Instagram-Eintrag von James' Frau Daniela Ospina, in dem sie schrieb: «Es geht nicht darum, was du erreichst, sondern darum, was du überwindest. Geburtstagskind.» James feierte just am Tag seiner Präsentation in München den 26. Geburtstag. Am Ende der Pressekonferenz gab es einen Kuchen vom Verein, ehe an der Säbener Straße das erste Training mit den neuen Teamkollegen anstand. Am Sonntag wird James mit den Bayern zur Asien-Reise aufbrechen - im Gegensatz zu Arjen Robben, der wegen einer Wadenverletzung fehlt.

Apropos Robben und James: Weil der Niederländer bei den Bayern die Trikotnummer 10 trägt, wird der prominente Neuzugang - anders als bei Real und in der Nationalmannschaft - auf die 11 ausweichen. «Ich spiele mit der Nummer, die mir gegeben wird», sagte er dazu lapidar. Die 11 übernimmt er von Douglas Costa, der zu Juventus wechselt.

Der Schnäppchen-Deal mit James soll die Bayern auch abseits des Platzes nach vorne bringen, hofft Rummenigge. «Er ist nicht nur ein guter Fußballer, sondern auch für das Image des Vereins gut», meinte Rummenigge und berichtete von den sozialen Netzwerken, in denen der FC Bayern seit Dienstag einen enormen Zulauf an Fans feststellte.

Und auch in München ist die Ankunft von James Rodríguez deutlich registriert worden, wie Rummenigge berichtete: «Ich habe heute schon von meiner Frau und Tochter gehört, dass er auch noch gut aussieht.»

@ dpa.de

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