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Fußball, Personen

Hansi Flick und die Bayern-Bosse sind keine Träumer.

19.01.2021 - 16:12:12

Ablösefrei im Sommer - Bayern-Zukunft ohne Alaba - Niederlagen «schärfen Sinne». In München stellen sie sich bereits auf die Zeit nach David Alaba ein. Der Trainer äußert vor dem Hinrundenabschluss in Augsburg klare Vorstellungen. Der Weg des Abwehrchefs führt wohl nach Spanien.

München - Hansi Flick wollte über Augsburg reden, aber die meisten Fragen drehten sich um David Alaba.

Die Antworten des Bayern-Trainers brachten zwar keine Klarheit über den sich immer mehr abzeichnenden Wechsel des österreichischen Fußball-Nationalspielers zu Real Madrid in diesem Sommer, aber Flick positionierte sich in der Causa Alaba doch mit einer neuen Klarheit: Er hat sich innerlich - ebenso wie die Bayern-Bosse - mit dem Verlust des von ihm so sehr geschätzten Abwehrchefs inzwischen abgefunden.

«Die Hoffnung stirbt zuletzt», bemerkte Flick zwar. Aber der Triple-Coach ist zu lange im Profi-Geschäft dabei, um ein Träumer zu sein. «Ich weiß natürlich auch schon, dass es aktuell in eine gewisse Richtung geht, die für die Mannschaft mit Sicherheit einen Wechsel, eine Änderung bedeutet», äußerte Flick unmissverständlich. Ob Alabas Zukunft bei Real oder einem anderen Topclub wie Paris Saint-Germain, Chelsea, Manchester United oder FC Barcelona liegt, kann Flick dabei im Grunde egal sein: «Wohin der Weg geht, wissen wir alle nicht.»

Flicks Fokus der Gegenwart liegt auf der weiteren Bewältigung der jüngsten Leistungs- und Ergebnisdelle, die nach dem 2:1 gegen den SC Freiburg nun beim Nachbarn FC Augsburg (20. Januar, 20.30 Uhr/Sky) fortgesetzt werden soll. Der Trainer wähnt den Tabellenführer, der bereits als Hinrunden-Erster feststeht, nach dem 2:3 in Gladbach und dem ärgerlichen Pokal-Aus beim Zweitligisten Holstein Kiel wieder auf dem richtigen Weg. «Vielleicht haben wir die zwei Niederlagen gebraucht, um einfach wieder die Sinne zu schärfen», meinte Flick.

Auch auf Alaba, dessen Unterschrift unter einen Vierjahresvertrag bei den «Königlichen» in Madrid die spanische Zeitung «Marca» wohl etwas voreilig vermeldete («Übereinkunft besiegelt»), setzt der Bayern-Coach dabei weiterhin voll und ganz. «Wichtig ist für ihn, dass er sehr fokussiert ist. So erlebe ich ihn auch.»

Der Triple-Coach richtet den Blick aber schon auf die Zeit nach Alaba. «Änderungen sind oftmals auch dazu da, um etwas Neues in der Entwicklung einer Mannschaft voranzutreiben.» Und so platzierte Flick schon mal eine Erwartungshaltung an die Münchner Bosse: «Klar ist, wenn ein Spieler von der Qualität den Verein verlässt, dass der Verein natürlich einen anderen Spieler holen muss und holen wird.»

Real-Coach Zinedine Zidane lehnte es ab, den Bericht der «Marca» zu kommentieren. «Alaba? Er ist nicht mein Spieler. Ich werde nicht auf diese Dinge eingehen», antwortete er auf Nachfrage. Es sei «noch nichts fix», sagte zudem Alabas Vater der «Bild». George Alaba sprach zugleich von angeblich vielen Interessenten an seinem Sohn.

Alaba darf mit seinem Berater Pini Zahavi seit Jahresanfang mit anderen Vereinen verhandeln und könnte jetzt auch einen Vertrag fixieren. Da er ablösefrei ist, kann er wohl auf ein Gehalt in jener zweistelligen Millionenhöhe hoffen, das ihm die Bayern-Bosse in Corona-Zeiten offensichtlich nicht zugestehen wollten.

Einmal noch Augsburg, einmal noch Schalke am Sonntag - Alaba befindet sich endgültig auf einer Abschiedstournee im Bayern-Trikot. Er könnte sich mit seiner persönlich zehnten Meisterschaft und einem dritten Champions-League-Titel nach 2013 und 2020 aus München verabschieden.

Dafür muss gerade auch er dringend die Wackel-Abwehr stabilisieren. Diese agierte gegen Freiburg «einen Tick tiefer und ein bisschen aufmerksamer bei den langen Bällen», wie Jérôme Boateng zufrieden berichtete. An der Besetzung der Kette mit Pavard, Boateng, Alaba und Davies wird Flick in Augsburg kaum etwas ändern, «weil Konstanz wichtig ist», wie er selbst anmerkte. Flick richtete auch einen klaren Auftrag an Alaba und Co. «Natürlich wollen wir in der Defensive auch mal wieder die Null sehen. Daran arbeiten wir.»

© dpa-infocom, dpa:210119-99-79064/6

@ dpa.de