Fußball, Bundesliga

Gut eine Stunde lang war RB Leipzig in Hannover drückend überlegen.

31.03.2018 - 19:42:05

28. Spieltag - Leipzig rettet turbulentes 3:2 in Hannover über die Zeit. Am Ende gewann der Vizemeister beim Aufsteiger nach turbulentem Spielverlauf zwar, doch der Sieg war etwas glücklich. Dafür sorgte auch eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung.

Hannover - Glück gehabt: Dank eines nicht gegebenen, umstrittenen Abseitstores und des Pfostens hat RB Leipzig seine Erfolgsserie im Saison-Schlussspurt fortgesetzt.

Nach dem am Ende turbulenten 3:2 (1:0) bei Hannover 96 musste RB-Coach Ralph Hasenhüttl trotz lange drückender Überlegenheit indes erst einmal tief durchatmen. «Wir sind sehr glücklich, hier gewonnen zu haben», sagte der Österreicher nach dem fünften Auswärtssieg des Vizemeisters in dieser Saison. Durch das sechste Spiel ohne Niederlage in Serie sprang Leipzig zumindest bis Sonntag wieder auf einen Champions-League-Rang. «Das waren sehr wichtige Punkte für die Tabelle», jubelte Leipzigs Abwehrspieler Konrad Laimer.

Dass die Sachsen am Ende gewannen, lag aus 96-Sicht am Schiedsrichter und einer strittigen Video-Entscheidung in der Schlussphase. Der eingewechselte Niclas Füllkrug hatte zehn Minuten vor dem Spielende und nur drei Minuten nach seinem 2:3 (78. Minute) gar noch den vermeintlichen Ausgleich erzielt. Doch Schiedsrichter Guido Winkmann kommunizierte mit dem Video-Assistenten und gab das Tor wegen Abseits nicht. Eine strittige und nicht eindeutige Situation, auch wenn Hannovers Coach André Breitenreiter behauptete: «Es war kein Abseits, ich habe die Bilder gesehen.»

Was den 96-Coach aber richtig auf die Palme brachte, war die Tatsache, dass der Video-Assistent Winkmann überhaupt einen Hinweis gab, sich die Szene noch einmal anzuschauen. «Warum greift er da ein, wenn es keine klare Situation ist?», ereiferte sich Breitenreiter. «Das ist uns anders vermittelt worden und das ist anders kommuniziert worden. Da sind wir heute auch mal sauer und das zu Recht.»

Hasenhüttl war das egal. Der Österreicher spielte auf die Ungerechtigkeit an, die Leipzig aus seiner Sicht in der Vergangenheit ereilt habe. «Es ist das erste Mal in dieser Saison, dass eine Entscheidung gegen uns nach Videobeweis zurückgenommen wurde. Das war der Anschluss zum 1:10 für uns», sagte Hasenhüttl süffisant.

Dass er überhaupt noch einmal zittern musste, war nicht nur für ihn kaum erklärbar. Mindestens 65 Minuten waren die Gäste drückend überlegen, kamen aber nur zu Toren von Emil Forsberg (16.) und Willi Orban (54.), ehe Salif Sané für die lange vollkommen harmlosen Gastgeber nach einer Ecke das Anschlusstor köpfte (71.).

Zwar schoss der eingewechselte Yussuf Poulsen (76.) Leipzig wieder zum scheinbar beruhigenden 3:1, doch 96 gelangen auf einmal auch Offensivaktionen. «Da habe ich bereits geglaubt, jetzt ist alles durch. Es war ein Irrglaube. Nix war durch», sagte Hasenhüttl trocken. Füllkrug schoss nur zwei Minuten nach Poulsens Treffer das 2:3 und wenig später das vermeintliche 3:3. Das lange Zeit in Hannover gewohnt stille Publikum brüllte das Heimteam nach dem annullierten Treffer nach vorne. Mehr als Marvin Bakalorz' Pfostentreffer kurz vor Spielende gelang aber nicht mehr.

«Wenn wir so weitermachen, werden wir auch punkten und den Klassenerhalt schaffen», sagte Breitenreiter nach der fünften Niederlage am Stück. Mit 32 Punkten bleibt der Aufsteiger zwar Tabellen-13., doch der Vorsprung auf den Relegationsrang könnte am Ostersonntag schrumpfen.

@ dpa.de

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