Bundesliga, Mönchengladbach

Gladbach demontiert zehn Kölner im Derby

09.10.2022 - 17:29:46

Gladbach demontiert zehn Kölner im Derby. Nach zuletzt drei Derbysiegen in Serie ist der 1. FC Köln in Gladbach diesmal chancenlos. Florian Kainz wird zur tragischen Figur. Das 5:2 der Borussia hätte noch höher ausfallen können.

Jonas Hofmann kam mit brummendem Schädel zum Sieger-Interview, das hielt ihn aber nicht vom ausgelassenen Jubel über den 5:2 (2:1)-Triumph im Prestige-Derby gegen den 1. FC Köln ab.

«Das geht runter wie Öl, es war rundum ein gelungener Sonntagnachmittag», sagte Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler, dem nach einem Ellenbogencheck kurz vor der Halbzeit noch ein wenig der Kopf schmerzte. Trotzdem tanzte und feierte er mit seinen Teamkollegen vor den euphorischen Fans. Die Borussen rehabilitierten sich mit dem deutlichen 53. Bundesliga-Derbysieg für das 1:5 in der Vorwoche bei Werder Bremen. «Es war enorm wichtig zurückzukommen», hob Hofmann die Bedeutung des Erfolgs hervor.

Farke: «Großes Kompliment an meine Mannschaft»

Für das Team von Trainer Daniel Farke, der seinen ersten Derbysieg gegen den Erzrivalen feierte, trafen vor 54.042 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park Marvin Friedrich (27. Minute), Ramy Bensebaini (45.+2, Foulelfmeter/76.), Kapitän Lars Stindl (47.) und Marcus Thuram 5:2 (90. +1), es war der erste Gladbacher Derbysieg nach drei Niederlagen in Serie. «Ein großes Kompliment an meine Mannschaft», sagte Farke beim Streamingdienst DAZN. Einzig die Phase nach dem 4:1 gefiel ihm nicht so.

Bei den Kölnern wurde derweil drei Tage nach dem 0:1 in der Conference League gegen Partizan Belgrad Florian Kainz zur tragischen Figur. Per Foulelfmeter traf der Offensivspieler zunächst zum zwischenzeitlichen Ausgleich (31.), verursachte aber vor der Pause den von Bensebaini verwandelten Foulelfmeter für die Borussia und flog dafür zudem mit Gelb-Rot vom Platz. Denis Huseinbasic sorgte in der 83. Minute für das zweite FC-Tor. Mit nun 15 Punkten aus neun Spielen zog Gladbach in der Tabelle der Fußball-Bundesliga wieder an Köln (13) vorbei auf Rang sechs.

Gladbach mit mehr Intensität als gegen Bremen

Von Beginn an war bei vielen intensiven Zweikämpfen Feuer im Spiel. Schiedsrichter Sven Jablonski verteilte bereits in den ersten zehn Minuten zwei Gelbe Karten - eine davon für Kainz. Die Kölner attackierten die Borussen sehr hoch - damit war das Farke-Team in Bremen gar nicht klargekommen. Farke gab derselben Startelf indes die Chance zur Wiedergutmachung und wurde dafür belohnt.

In der Tat war bei der Borussia eine andere Intensität zu spüren als vor einer Woche. Aus dem aggressiven Kölner Pressing befreiten sich die Gladbacher diesmal zumeist spielerisch. Verdient ging die Borussia auch erstmals seit zwei Jahren wieder in einem Derby in Führung. Per Schulter traf Friedrich nach einer Ecke von Nationalspieler Hofmann erstmals seit seinem Wechsel vom 1. FC Union Berlin im vergangenen Winter für die Elf vom Niederrhein.

Unglücklich aus Gladbacher Sicht fiel der schnelle Ausgleich. Beim ersten Gegenangriff der Kölner gingen Hofmann und Kainz gleichzeitig im Strafraum zum Ball, der Kölner war indes einen Tick schneller am Ball und wurde von Hofmann getroffen. Jablonski entschied erst nach dem Studium der Videobilder auf Strafstoß, den der Gefoulte in seinem 100. Pflichtspiel für den FC verwandelte.

Kainz trifft und sieht Gelb-Rote Karte

Noch vor der Pause sorgte Kainz wieder für die Führung der Gladbacher, weil er Hofmann diesmal im eigenen Strafraum im Luftkampf den Ellbogen ins Gesicht rammte. Für die Aktion sah der Offensivspieler zudem folgerichtig die zweite Gelbe Karte und musste vorzeitig duschen. «Ich schaue nur auf den Ball, gehe ins Kopfballduell. Es ist ein Elfmeter, unglücklich und gar nicht gewollt. Richtig bitter, dass ich die Mannschaft damit geschwächt habe», sagte Kainz.

Gegen nun nur noch zehn Kölner sorgte Gladbachs Kapitän Stindl früh im zweiten Durchgang für die Entscheidung. Mit einem unhaltbaren Schuss aus knapp 25 Metern sammelte der Routinier seinen 100. Scorerpunkt im Borussen-Trikot, den Stindl mit einem Lauf über fast den gesamten Platz emotional bejubelte.

Hernach drohten die Kölner in Unterzahl zunächst völlig auseinanderzubrechen. Allerdings waren die Borussen im Abschluss nicht mehr entschlossen genug oder es fehlte das nötige Glück. Anders als vor einer Woche, als die Kölner daheim das Spiel gegen Borussia Dortmund noch zum 3:2-Sieg gedreht hatten, kamen sie diesmal nicht mehr entscheidend heran.

@ dpa.de