Fußball, WM

Frankreich greift nach dem zweiten WM-Titel.

10.07.2018 - 22:00:06

1:0 im Halbfinale - Frankreich greift nach WM-Titel - Taktik-Sieg gegen Belgien. In einem taktisch geprägten Halbfinale beendet die Équipe Tricolore die großen Hoffnungen des kleinen Nachbarn Belgien. Trainer Didier Deschamps kann nun in die Fußstapfen von Franz Beckenbauer treten.

  • Finalist - Foto: Christian Charisius

    Der Franzose Samuel Umtiti feiert seinen Treffer zum 1:0. Foto: Christian Charisius

  • Laufduell - Foto: Dirk Waem/BELGA

    Kylian Mbappé (l) ist schneller als der Belgier Mousa Dembélé. Foto: Dirk Waem/BELGA

  • Unterstützung - Foto: Bruno Fahy/BELGA

    Philippe von Belgien (l) und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron unterstützen ihre Teams vor Ort. Foto: Bruno Fahy/BELGA

  • Rückhalt - Foto: Frank Augstein/AP

    Belgiens Torhüter Thibaut Courtois (l) klärt vor Stürmerstar Mbappé. Foto: Frank Augstein/AP

  • Zweikampf - Foto: Laurie Dieffembacq/BELGA

    Der belgische Spielmacher Kevin De Bruyne (r) wird von Blaise Matuidi unter Druck gesetzt. Foto: Laurie Dieffembacq/BELGA

  • 1:0 - Foto: Petr David Josek/AP

    Samuel Umtiti (r) trifft zum 1:0 für Frankreich. Foto: Petr David Josek/AP

  • Ausgeschieden - Foto: Dirk Waem/BELGA

    Die Belgier Marouane Fellaini, Vincent Kompany und Jan Vertonghen (l-r) sind nach dem 0:1 bitter enttäuscht. Foto: Dirk Waem/BELGA

Finalist - Foto: Christian CharisiusLaufduell - Foto: Dirk Waem/BELGAUnterstützung - Foto: Bruno Fahy/BELGARückhalt - Foto: Frank Augstein/APZweikampf - Foto: Laurie Dieffembacq/BELGA1:0 - Foto: Petr David Josek/APAusgeschieden - Foto: Dirk Waem/BELGA

St. Petersburg - Die Grande Nation steht dicht vor dem großen Triumph: Dank Torschütze Samuel Umtiti vom FC Barcelona hat Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft den WM-Traum des kleinen Nachbarn Belgien zerstört und greift 20 Jahre nach dem Triumph im eigenen Land nach dem zweiten Titel.

Nach dem 1:0 (0:0) im spielerisch enttäuschenden Halbfinale gegen den ewigen Geheimfavoriten gehen die vom 98er-Kapitän Didier Deschamps trainierten Franzosen am Sonntag ins Finale gegen Kroatien oder England, die am Mittwoch das zweite Halbfinale bestreiten.

Die Partie in St. Petersburg bot am Dienstagabend vor 64 286 Zuschauern statt des erhofften Offensiv-Spektakels viel taktische Disziplin. Abwehrspieler Umtiti köpfte das Siegtor für die Équipe Tricolore (51. Minute) nach einem Eckball. Somit greifen in Stuttgarts Shootingstar Benjamin Pavard und dem diesmal spät eingewechselte Münchner Corentin Tolisso auch zwei Bundesliga-Spieler am Sonntag nach dem WM-Pokal.

Die Serie des FC Bayern hat somit Bestand. Seit 1982 war in jedem WM-Endspiel mindestens ein Akteur vertreten. Deschamps könnte nach Brasiliens Mario Zagallo und Franz Beckenbauer als dritter Fußballer überhaupt einem WM-Titel als Spieler den Triumph als Trainer folgen lassen.

Belgien mit den Ersatzspielern Thorgan Hazard (Mönchengladbach) und Koen Casteels (Wolfsburg) und dem in der vergangenen Rückrunde für Dortmund spielenden Michy Batshuayi schied dagegen nach 1986 auch bei der zweiten Halbfinal-Teilnahme aus und muss am Samstag erneut in St. Petersburg in das bittere Spiel um Platz drei.

Viel Kontrolle, nur keine Fehler machen. Die Grundtugenden für ein WM-Halbfinale waren bei beiden Teams erkennbar. Besonders die Franzosen verzichteten auf jedes Pressing. Lücken sollten vermieden werden gegen den belgischen Kombinationsfußball um den diesmal uneffektiven Kevin De Bruyne. Auf eigenen Kontern um den schnellen Kylian Mbappé ruhten die Offensiv-Hoffnungen.

Die Belgier mussten sich gefährliche Aktionen geduldig erarbeiten. De Bruyne war weitgehend zugestellt - wie auch Romelu Lukaku im Sturmzentrum. So war es Eden Hazard, der die Akzente setzte. Zunächst ging ein Schuss des Kapitäns knapp vorbei (15.). Dann fälschte Verteidiger Raphaël Varane per Kopf einen Versuch gerade noch so ab (18.). Frankreichs Torwart Hugo Lloris hätte keine Chancen gehabt.

Kurz darauf rettete der Schlussmann von Tottenham Hotspur vor Marouane Fellaini (20.) mit der Faust und gleich danach bei einem Drehschuss seines Londoner Club-Kollegen Toby Alderweireld (22.) mit starker Reaktion auf der Linie.

Frankreich war zu passiv - und reagierte nun. Stoßstürmer Olivier Giroud setzte einen Kopfball (31.) als erstes Signal. Nach einer Hereingabe von Mbappé bekam er dann keinen Druck auf den Ball (34.). Die beste Chance hatte der Stuttgarter Benjamin Pavard, der aus spitzem Winkel an Belgiens Schlussmann Thibaut Courtois (39.) scheiterte.

Eine Fußball-Show war das Spiel nicht, wie Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger als Tribünengast mit skeptischem Blick feststellte. Frankreich traute sich nach der Pause mehr. Giroud wurde von Vincent Kompany (50.) im Strafaum gerade noch geblockt. Und eine Standardsituation - typisch für diese WM - brachte das Tor. Denn bei dem folgenden Eckstoß entwischte Umtiti der Bewachung von Alderweireld und Fellaini und köpfte zur Führung ein.

Das Tor setzte den Belgiern mächtig zu. Giroud hätte sogar schnell erhöhen können, wurde bei seinem Versuch aber gerade noch von Moussa Dembelé (56.) geblockt. Wo blieb der belgischen Offensivfußball? De Bruyne lieferte ausgerechnet im Halbfinale sein schlechtestes WM-Spiel. Hazard konnte keine Akzente mehr setzen. Fellaini köpfte knapp neben das Tor (65.). Lloris parierte einen Schuss von Axel Witsel (81.). Belgiens Goldene Generation hatte keinen Glanz mehr zu bieten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Nach Pariser WM-Feiern noch 31 Menschen in Polizeigewahrsam. Unter ihnen seien acht Minderjährige, berichtete der französische Radionachrichtensender Franceinfo. Nach dem Titel für die französische Fußball-Nationalmannschaft in Russland hatten Hundertausende auf den Champs-Élysées gefeiert. Im Bereich der Prachtstraße wurden nach Angaben der Polizeipräfektur etwa ein Dutzend Geschäfte beschädigt. Es gab auch Diebstähle. In ganz Frankreich hatte die Polizei nach Ausschreitungen zusammen 292 Menschen in Gewahrsam genommen. Paris - Nach Krawallen am Rande der WM-Feiern in Paris sind immer noch 31 Menschen im Polizeigewahrsam. (Politik, 17.07.2018 - 09:04) weiterlesen...

Moskauer Gericht verurteilt WM-Flitzer zu 15 Tagen Arrest. Außerdem dürfen sie in den nächsten drei Jahren keine Sportveranstaltungen in Russland besuchen. Die vier Aktivisten waren am Sonntag beim Finalspiel zwischen Frankreich und Kroatien auf das Fußballfeld gestürmt. Dabei trugen sie Polizeiuniformen. Die kremlkritische Gruppe Pussy Riot hatte die Aktion für sich reklamiert und sie mit Forderungen nach mehr politischem Wettbewerb in Russland verbunden. Moskau - Ein Moskauer Gericht hat alle vier Flitzer vom Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zu 15 Tagen Arrest verurteilt. (Politik, 17.07.2018 - 01:44) weiterlesen...

Weltmeister. Hunderttausende feierten die Fußball-Weltmeister nach ihrer Ankunft in Paris. Die Spieler der französischen Fußballnationalmannschaft fahren jubelnd mit ihrem Teambus über die Champs-Élysées. (Media, 16.07.2018 - 23:16) weiterlesen...

Ausgelassene Jubelfeier für Weltmeister im Élyséepalast. Der Präsident, Trainer Didier Deschamps und die Spieler stimmten auf den Stufen des Amtssitzes die Nationalhymne «Marseillaise» an. Kapitän Hugo Lloris trug den WM-Pokal in der Hand. Macron dankte der Mannschaft: Sie sei schön, weil sie geeint gewesen sei, sagte der Staatschef. Zuvor hatten Hunderttausende Menschen das Team auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées gefeiert. Paris - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Fußball-Weltmeister in ungewöhnlich ausgelassener Atmosphäre im Élyséepalast empfangen. (Politik, 16.07.2018 - 21:50) weiterlesen...

Ankunft in Paris - «Paris ist ein Fest»: Frankreich feiert seine Champions. Ein ganzes Land jubelt den Weltmeistern um Kylian Mbappé und Antoine Griezmann zu. «Vive la France» - nun auch beim Spitzen-Fußball. (Sport, 16.07.2018 - 19:58) weiterlesen...

Frankreichs Weltmeister auf den Champs-Élysées gefeiert. Es seien mehrere hunderttausend Menschen gekommen, bestätigten Polizeikreise. Die Menschen feierten das siegreiche Fußball-Team mit Trainer Deschamps und den Spielern. Über dem Boulevard stiegen Militärjets auf, die Rauchspuren in den Farben der Nationalflagge hinter sich herzogen. Der Bus der Nationalmannschaft war mit einer rund zweistündigen Verspätung am Triumphbogen angekommen. Paris - Frankreichs Weltmeister sind auf dem Champs-Élysées von einer riesigen Menschenmenge triumphal empfangen worden. (Politik, 16.07.2018 - 19:52) weiterlesen...