Fußball, Bundesliga

Frankfurt wahrt mit einem Remis den Vorsprung auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze.

09.04.2018 - 20:48:05

29. Spieltag - Frankfurt bleibt nach Remis vor 1899 - «Werbung für Fußball». Der Frankfurter Torschütze muss verletzt ausgewechselt werden. Sportvorstand Bobic hofft, «dass es nicht so schlimm ist».

Frankfurt/Main - Völlig erschöpft ließen sich die Spieler von Eintracht Frankfurt nach dem Schlusspfiff auf den Rasen fallen.

Im engen Rennen um die Europapokal-Plätze der Fußball-Bundesliga hat die Mannschaft von Trainer Niko Kovac den direkten Konkurrenten 1899 Hoffenheim durch ein 1:1 (0:0)-Unentschieden auf Distanz gehalten. «Das war Werbung für den Fußball», sagte Kovac bei Sky nach der packenden Partie.

Der Punkt hilft der Eintracht mehr als der TSG, denn zumindest bis zum Duell der beiden nächsten Rivalen aus Leipzig und Leverkusen an diesem Montagabend sind die Hessen wieder auf einen Champions-League-Platz vorgerückt. «Wir halten den Abstand zu Hoffenheim. Der Punkt tut uns gut», sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic.

Der Hoffenheimer Vormarsch wurde dagegen nach zehn Punkten und 14 Toren in den vergangenen vier Spielen zumindest wieder etwas gebremst. Drei Punkte hinter den viertplatzierten Frankfurtern liegen die Kraichgauer auf Rang sieben. «Für uns waren es heute zwei verlorene Punkte», sagte Serge Gnabry. «Nichtsdestotrotz müssen wir weitermachen. Wir haben noch genug Spiele. Wenn wir Punkten, ist alles möglich.»

Luka Jovic brachte die Eintracht am Sonntag in der 49. Minute in Führung. Sechs Minuten nach seinem achten Saisontor musste der Serbe verletzt ausgewechselt werden, wiederum nur eine Minute später traf Gnabry zum Ausgleich (56.). «Vielleicht ist es nur eine Prellung, ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist», sagte Bobic zur Jovic-Verletzung.

Nicht nur aufgrund der Tabellensituation, auch angesichts der schwierigen Umstände zurzeit in Frankfurt hilft dieser Punkt der Eintracht mehr als der TSG. Denn das Kovac-Team musste in diesen spannenden und intensiven 90 Minuten zum einen die Spekulationen über einen möglichen Weggang ihres Trainers zum FC Bayern München ausblenden und zum anderen auch noch zwei äußerst wichtige Leistungsträger ersetzen. Die Wucht des Stürmers Ante Rebic und die strategischen Fähigkeiten des Mittelfeldspielers Omar Mascarell werden der Eintracht noch mehrere Wochen fehlen. Beide sind verletzt.

Trotz der eigenen Erfolgsserie und dieser Schwächung des Gegners stellte sich Hoffenheim zunächst einmal nur plump hinten rein. Auf Fehler des Gegners und auf Konter lauern: Das war die Strategie. Und mit zunehmender Spieldauer klappte das auch immer besser, denn die anfangs nur passiven Gäste hatten bei einem Konter über Gnabry (34. Minute) und einem Pfostenschuss von Andrej Kramaric (37.) die besten Möglichkeiten der ersten Halbzeit.

Frankfurt antwortete prompt mit einer dicken Chance nach einem Eckball von Jonathan de Guzman (42.), als Marco Russ zunächst per Direktabnahme an Torwart Oliver Baumann scheiterte und Jovic den Nachschuss aus kurzer Distanz über das Tor jagte. Ansonsten hatte die große Überraschungsmannschaft dieser Saison zwar deutlich mehr Spielanteile und die besseren Zweikampfwerte, aber kaum gefährliche Aktionen in der Offensive zu verzeichnen.

Nur Marco Fabian versuchte es einmal mit einem Fallrückzieher (26.) und einmal mit einem Distanzschuss aus rund 25 Metern (35.). Der kleine Techniker spielte zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an und ist nach seiner eigenen langen Verletzungspause aktuell ein Profiteur der Frankfurter Personalprobleme. Fabian darf den Kroaten Rebic im Angriff vertreten und so doch noch auf seine WM-Teilnahme mit dem deutschen Gruppengegner Mexiko hoffen.

Die zweite Halbzeit begann so turbulent, wie die erste endete: Mark Uth vergab eine dicke Chance für die TSG (48.), Frankfurt ging in Führung, Hoffenheim glich aus.

Doch wieder einmal zeigten sich die großen Widerstandskräfte der Eintracht in dieser Saison. Denn das Tor von Gnabry und die Verletzung von Jovic hatten nicht etwa eine lähmende Wirkung auf dieses Team, sondern genau das Gegenteil war der Fall: Nach etwa einer Stunde drückte nur noch Frankfurt auf den Sieg. Der für Jovic eingewechselte Sebastien Haller hatte mit einem Kopfball an die Latte die beste Chance dazu (69.).

@ dpa.de

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