Fußball, Bundesliga

Die Trainersuche bei Eintracht Frankfurt ist offenbar beendet.

16.05.2018 - 16:02:06

Kovac-Nachfolger - Eintracht-Trainersuche offenbar beendet: Hütter soll kommen. Nach wochenlangen Spekulationen soll ein Mann übernehmen, den keiner auf der Rechnung hatte.

Frankfurt/Main - Wochenlang hat Eintracht Frankfurt bei der Trainersuche erfolgreich falsche Fährten gelegt, drei Tage vor dem DFB-Pokalfinale gegen Bayern München ist der Nachfolger für Niko Kovac nun doch öffentlich geworden.

Adi Hütter vom Schweizer Meister Young Boys Bern wird nach übereinstimmenden Medienberichten künftig die sportlichen Geschicke bei den Hessen leiten.

Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hatte unlängst verkündet: «Es wird sicherlich nicht mehr so lange dauern.» Die Eintracht ließ lediglich wissen, sich nicht an den Spekulationen beteiligen zu wollen. Und auch von Führungsspieler Kevin-Prince Boateng gab es keine Bestätigung für eine Verpflichtung des 48 Jahre alten Hütter. «Natürlich sind wir gespannt, wer Trainer wird», sagte er nur.

Seit der Wechsel von Kovac zum FC Bayern Mitte April bekannt wurde, läuft die Suche nach einem geeigneten Nachfolger bei den Hessen auf Hochtouren. Um die notwendigen Gespräche in Ruhe führen zu können, wurden immer wieder andere Namen von Kandidaten gestreut. Slaven Bilic, Markus Weinzierl (beide vereinslos), David Wagner (Huddersfield Town), Ralph Hasenhüttl (zuletzt RB Leipzig), Marco Rose (RB Salzburg) oder Daniel Farke (Norwich City) wurden in den Medien als Favoriten auf die Kovac-Nachfolge gehandelt.

Nun kommt wohl Hütter, der Bern in dieser Saison zur ersten Schweizer Meisterschaft seit 32 Jahren geführt hat und im Pokalfinale am 27. Mai sogar das Double perfekt machen kann. Da der Österreicher noch bis 2019 vertraglich an die Berner gebunden ist, muss die Eintracht eine Ablösesumme zahlen. Die Millionen-Einnahmen aus dem Pokal-Endspiel kommen da gerade recht.

Die Eintracht suche keinen Niko Kovac 2.0, hatte Bobic zuletzt erklärt. Allerdings müsse auch der neue Trainer «ein Arbeiter» sein und für das «Multi-Kulti dieser Stadt» und des Eintracht-Teams stehen. «Es wird immer ein anderer Typ sein, der seine eigene Note einbringt», sagte der 46-Jährige.

Hütter passt in dieses Profil. Schon in Bern formte er Spieler aus vielen Nationen zu einer sportlich erfolgreichen Einheit. «Diese vielen verschiedenen Charaktere unter einen Hut zu bringen, das war eine Herausforderung und hat mich reifen lassen», sagte er dem «Kurier» einmal über seine Arbeit.

Hütter steht zudem dafür, stets nach Erfolgen zu streben. Nach dem Double mit RB Salzburg 2015 ging er freiwillig, weil er sich nicht damit abfinden wollte, immer die besten Spieler abgeben zu müssen. «Ich sehe mich nicht als Ausbildungstrainer», sagte er damals.

Ihm eilt allerdings der Ruf voraus, Talente zu fördern. Und er lässt seine Teams offensiv spielen. Das sind keine schlechten Voraussetzungen dafür, dass die Eintracht auch künftig attraktiven Fußball spielen wird.

@ dpa.de

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