Fußball, Paris

Die spanische Fußball-Liga erweist sich nach dem Rekordtransfer von Neymar zu PSG einmal mehr als Spielverderber.

05.08.2017 - 16:51:24

222-Millionen-Mann - Neymar-Debüt verschoben - Spanische Liga als Spielverderber. Weil die Transfer-Unterlagen nicht rechtzeitig in Frankreich eingingen, muss der Superstar auf sein Debüt warten.

Paris - Auf das spektakuläre Debüt von Neymar mussten die Fans bei Paris Saint-Germain zwar warten, trotzdem feierten die Anhänger ihren neuen Superstar euphorisch.

Zehntausende Fans jubelten dem brasilianischen Fußball-Nationalspieler bei dessen öffentlicher Präsentation am Samstag im Pariser Prinzenpark zu. «Ich bin sehr glücklich, hier zu sein», sagte Neymar, der von den Fans lange mit Sprechchören gefeiert wurde. Das Debüt des 222-Millionen-Neuzugangs musste jedoch verschoben werden, weil die nötigen Unterlagen nicht bis Mitternacht beim französischen Ligaverband eingegangen waren.

Beim anschließenden ersten Ligaspiel von PSG gegen Aufsteiger SC Amiens war Neymar daher nur Zuschauer. Einmal mehr erwies sich die spanische Liga nach dem Rekord-Transfer als Spielverderber. Bis zur Deadline zur Erteilung der Spielberechtigung für das Spiel waren die Unterlagen nicht in Frankreich eingetroffen. «Der Spieler kann gegen Amiens nicht auflaufen», hieß es von der französischen Liga.

Dennoch strömten Zehntausende Fans für die erste Ligapartie des Clubs der deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Kevin Trapp ins Stadion und jubelten Neymar zu. Unter dem Applaus der Zuschauer und begleitet von Feuerwerks-Fontänen betrat der 25-Jährige den Rasen, wo ihn Präsident Nasser al-Chelaifi persönlich per Handschlag begrüßte.

Die spanische La Liga hatte bereits im Vorfeld versucht, den Transfer Neymars vom FC Barcelona zu PSG zu verhindern. So war die Begleichung der festgeschriebenen Ablösesumme in Höhe von 222 Millionen Euro von den Spaniern wegen des Verstoßes gegen das Financial Fairplay nicht angenommen worden. Daraufhin wurde das Geld direkt an den Club gezahlt.

Ligaverbandschef Javier Tebas will sich damit aber noch nicht abfinden. Eine Beschwerde wegen Finanzdopings durch den französischen Club sei fertig und gehe an die UEFA, die Europäische Union und die Schweizer Gerichte, hieß es.

Die Euphorie um Neymar war in Frankreich dennoch groß. «Bereit für die Show», hatte die Sportzeitung «L'Equipe» in Vorfreude auf das erste Neymar-Spektakel am Samstag getitelt. Sein Liga-Debüt könnte der Offensivstar nun am 13. August im Spiel bei EA Guingamp geben.

Bereits am Freitag hatte sich der 25-Jährige in Paris der Öffentlichkeit bei einer Pressekonferenz gestellt. Er sei nicht des Geldes wegen nach Paris gekommen, hatte Neymar betont. Laut Medienberichten soll das Jahresgehalt des Ausnahmespielers auf 30 Millionen Euro ansteigen. Möglich wurde der Transfer dank des katarischen Geldgebers im Hintergrund von PSG.

Eine erste (kleine) Rendite erhielt PSG bereits am ersten Tag. Gut 12 000 Trikots mit der Rückennummer zehn wechselten am Freitag den Besitzer. Vor den Fanshops bildeten sich lange Schlangen.

Unterdessen hat Neymar seine Aufnahmeprüfung im Kreis der neuen Kollegen bestanden. Bei PSG ist es Tradition, dass die neuen Spieler ein Lied anstimmen müssen. Klatschend und singend stand Neymar auf einen Stuhl, von seinen Mannschaftskollegen erhielt er Applaus. Teamkollege Marco Verratti hielt die Einlage per Handy-Video fest und verbreitete sie via Instagram.

@ dpa.de

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