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Fußball, Bundesliga

Die Fußball-Bundesliga will wieder vor Zuschauern spielen.

17.06.2021 - 09:22:10

Sinkende Corona-Zahlen - DFL-Boss Seifert setzt auf Fans-Rückkehr in die Stadien. DFL-Boss Seifert stellt erste Forderungen an die Politik auf und erhält prominente Unterstützung.

Berlin - Angesichts sinkender Corona-Infektionen setzen deutsche Spitzenfunktionäre auf eine Rückkehr der Zuschauer in die Fußballstadien.

«Es geht hier um Grundrechte von Menschen und Unternehmen. Es gab gute Gründe, diese vorübergehend einzuschränken. Aber es gibt zwischenzeitlich mehr Gründe, diese Einschränkungen schrittweise zurückzunehmen», sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert (52) im «Bild»-Interview.

Er sehe «derzeit wenig Gründe, um in der zweiten Jahreshälfte nicht schrittweise zum Normalbetrieb von Großveranstaltungen jeglicher Art zurückzukehren». In der abgelaufenen Saison wurde - abgesehen von wenigen Partien zum Ende der Spielzeit - ohne Zuschauer gespielt.

«Ohne Risiko mit voller Kapelle»

Auch Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (61) und Bayerns Noch-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (65) hoffen, dass die Arenen bald zu 100 Prozent wieder gefüllt sind. «Ich wünsche dem FC Bayern und dem Fußball insgesamt, dass wir alle in unseren Stadien schon sehr bald ohne Risiko mit voller Kapelle, also mit 100 Prozent Zuschauerauslastung, spielen dürfen», sagte Rummenigge der «Bild».

Watzke betonte, dass es ihnen nicht um kurzfristige Effekte, um den Etat oder um Auslastungsquoten gehe. «Es geht uns darum, in Gesprächen mit der Politik, mit den Gesundheitsämtern und allen anderen maßgeblichen Institutionen vor dem Hintergrund der Fahrt aufnehmenden Impfkampagne und sinkender Infektionszahlen darüber zu sprechen, wann und unter welchen Bedingungen zumindest Geimpfte und Genesene ihre Rechte zurückerhalten. Zu diesen Rechten gehört natürlich auch der Besuch von Veranstaltungen im privaten Raum, im kulturellen Bereich, Sport, Theater, Konzerte, etc.»

Seifert: «Grundrechte für Bevölkerung»

Seifert erwartet «angesichts von über 60 Millionen Impfungen, nachgewiesen erfolgreichen Hygienekonzepten und deutlich gesunkenen Zahlen auf Intensivstationen» - wie viele andere Bürger - konsequente Schritte zur Rückerlangung der Grundrechte für Bevölkerung und Unternehmen. «Deshalb müssen nicht nur Großveranstaltungen, sondern die Rückkehr des gesamten sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland vor dem Hintergrund einer zwischenzeitlich völlig veränderten Faktenlage neu bewertet werden», sagte Seifert.

Für ihn spricht nichts gegen ausverkaufte Stadien bei Fußballspielen oder Konzerten, wenn nur Geimpfte, Genesene oder Getestete kommen dürfen. Dass im Ausland bereits wieder mehr Zuschauer zugelassen werden als in Deutschland, wo die Fußball-Bundesliga mit ihrem Hygienekonzept eine internationale Vorreiterrolle hatte und als erste den Re-Start schaffte, stört Seifert etwas: «Vielleicht ist man in anderen Ländern weiter hinsichtlich einer gesamthaften Herangehensweise, die eben nicht nur epidemiologisch, sondern auch psychologisch, soziologisch und wirtschaftlich funktioniert.»

Rummenigge geht derweil davon aus, dass zum Bundesliga-Start am 13. August die Stadionauslastung höher sein wird als bei der Europameisterschaft, und «dann hoffentlich nach und nach bis zur Vollbesetzung der Stadien gesteigert werden kann».

Watzke könnte sich auch einen Modellversuch mit einem ausverkauften Stadion im Supercup am 17. August seines BVB gegen den FC Bayern München vorstellen. «Wir setzen uns gern mit allen maßgeblichen Organisationen an einen Tisch und beraten, was möglich und sinnvoll ist», sagte er.

© dpa-infocom, dpa:210617-99-27776/3

@ dpa.de

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