Fußball, Bundesliga

Die Fußball-Bundesliga bietet auf den letzten Metern der Saison reichlich Spektakel.

14.05.2017 - 08:30:06

Torflut und Tränen - Ingolstadt steigt ab - Krimi um Relegation. Nach dem torreichen vorletzten Spieltag steht fest: Ingolstadt steigt ab, der HSV kann die Relegation immer noch vermeiden. Und die Bayern beweisen ihre Last-Minute-Qualitäten.

Berlin - Mit 37 Treffern war der vorletzte Spieltag der bislang torreichste in dieser Saison der Fußball-Bundesliga.

Das irre Neun-Tore-Spektakel im Topspiel zwischen Leipzig und dem FC Bayern hatte daran erheblichen Anteil. Um viel mehr aber ging es auf anderen Plätzen. Der FC Ingolstadt muss nach zwei Jahren zurück in die zweite Liga, vor der Relegation müssen sich noch drei Mannschaften fürchten. Auch das Rennen um die Europapokal-Plätze verspricht am letzten Spieltag noch viel Spannung.

ZWEITKLASSIG: Alles Hoffen war für den FC Ingolstadt vergebens. Nach Darmstadt 98 ist auch der Abstieg der Oberbayern vorzeitig besiegelt. Der als Retter verpflichtete Trainer Maik Walpurgis kam wohl zu spät, die Hypothek aus dem völlig verpatzten Saisonstart erwies sich als zu groß. «Wenn man so viel Energie reinsteckt und so hart arbeitet, dann ist es für jeden eine brutal harte Situation», sagte Walpurgis nach dem 1:1 in Freiburg, das zu wenig war, um die Chance auf den Klassenerhalt noch zu erhalten.

DREIKAMPF: Pierre-Michel Lasoggas Treffer in der Nachspielzeit zum 1:1 auf Schalke erlöste den Hamburger SV von der Sorge eines direkten Abstiegs. «Ich bin überglücklich, es war ein Scheißjahr für mich», sagte der Angreifer, der zuvor ein Jahr nicht getroffen hatte. Mit einem Heimsieg im direkten Duell gegen den VfL Wolfsburg kann der HSV nun auch den erneuten Gang in die Relegation vermeiden. Neben den «Wölfen» drohen auch dem FC Augsburg noch die Abstiegs-Playoffs gegen den Zweitliga-Dritten. Mainz dagegen ist nach dem 4:2 gegen Frankfurt zu 99,9 Prozent gerettet.

INTERNATIONAL: Der letzte direkte Champions-League-Platz wird im Wettschießen zwischen den punktgleichen Dortmundern und Hoffenheimern vergeben. «Ich bin mir sehr sicher, dass es jetzt ruhiger wird, weil es nicht lauter geht», sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel nach den Turbulenzen um seinen Dissens mit der Clubspitze. Nerven sind auch in Berlin, Freiburg, Köln und Bremen gefragt, die sich noch um die Europa-League-Ränge fünf und sechs balgen. Werder-Torjäger Max Kruse meinte nach dem 3:5 gegen Hoffenheim aber schon fatalistisch: «Im Endeffekt hat man heute gesehen, dass wir es nicht verdient haben, europäisch zu spielen.»

KRAFTPROBE: Das wollte sich der FC Bayern von den frechen Leipzigern dann doch nicht bieten lassen. 4:2 führte der Aufsteiger im tabellarisch bedeutungslosen Topspiel zwischen Meister und Vizemeister schon, ehe die Münchner mit ihrer ganzen Klasse die rauschende Partie in den Schlussminuten noch umbogen. «Für den Besten reicht es noch nicht ganz und weiter geht es», sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem 4:5.

TRENNUNG: Für Tayfun Korkut ist das unglückliche Intermezzo in Leverkusen in einer Woche vorbei. Schon vor dem letzten Saisonspiel verkündete Bayer-Geschäftsführer Michael Schade, dass der Vertrag mit dem Übergangstrainer nicht verlängert wird. «Fußball ist ein Erfolgsspiel, bei dem es auf die Resultate und die Erfolge ankommt. Die haben wir leider nicht gehabt», sagte Schade. Mit Sportdirektor Rudi Völler und Korkut selbst war dieser Vorstoß aber wohl nicht abgesprochen - irgendwie passend zur schwachen Saison der Werkself.

@ dpa.de

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