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Fußball, Bundesliga

Die dritte Pleite nacheinander schmerzt.

17.10.2021 - 10:24:07

Wolfsburg-Pleite bei Union - «Wölfe» vom Bayern-Jäger zum Dreifach-Verlierer. Die Probleme beim VfL Wolfsburg scheinen offenkundig: zu viele Gegentore, zu wenige eigene Treffer. Dass Trainer Mark von Bommel seinen Torjäger zunächst draußen lässt, sorgt für Diskussionen.

Berlin - Nur zaghaft wagten sich die schon wieder sieglosen und erneut geschlagenen Spieler des VfL Wolfsburg in ihren giftig grünen Trikots zu den eigenen Fans.

Frust, Enttäuschung, Ratlosigkeit: Vom Traumstart mit Tabellenplatz eins in der Fußball-Bundesliga mit vier Siegen in vier Spielen ist nicht mehr viel übrig geblieben. Da habe man sie noch zum Bayern-Jäger erklärt, nun solle der VfL in einer Krise stecken, bemerkte Trainer Mark van Bommel und brachte die «Wölfe»-Misere aus seiner Sicht auf den Punkt. «Wenn man selbst kein Tor schießt, kann man auch nicht gewinnen», habe ein Holländer mal gesagt: «Das war's.»

Der bislang letzte Sieg glückte dem Champions-League-Teilnehmer am 11. September mit einem 2:0 beim Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth. Zuvor hatte es beim vermeintlich leichten Auftaktprogramm Erfolge gegen den ebenfalls aufgestiegenen VfL Bochum (1:0), die immer wieder kriselnde Hertha (2:1) und den bisher schwächelnden Vizemeister RB Leipzig (1:0) gegeben. Nach einem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt begann die Niederlagenserie mit jeweils einem 1:3 gegen die TSG 1899 Hoffenheim und gegen Borussia Mönchengladbach.

Selbstkritischer Rekordmann Arnold

«Wenn man die letzten drei Spiele verliert, acht Gegentore kassiert, dann ist das schon relativ viel», konstatierte Wolfsburgs neuer Rekordspieler Maximilian Arnold nach seinem 259. Bundesligaeinsatz für den VfL. Er hätte lieber gewonnen und «mein Keine-Ahnung-was-für-ein-Spiel gemacht», betonte der Mittelfeldmann. «Schleunigst» müssten sie dahinkommen, «dass wir alles dafür tun, das Tor zu verteidigen», forderte Arnold.

Dass die Gäste-Defensive vor den 10.978 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stimmungstempel von Berlin-Köpenick, auf den sich auch van Bommel schon so gefreut hatte, nicht immer auf der Höhe war, nutzten die Unioner mit dem aus, was Wolfsburg abging: maximale Effektivität mit einem Initiator namens Max Kruse beim 1:0. Der Ex-Wolfsburger leitete die Chance ein, die Taiwo Awoniyi mit seinem sechsten Tor (49. Minute) im achten Saisonspiel krönte. Auf der Gegenseite schmorte der fürs Toreschießen eigentlich beim VfL zuständige Wout Weghorst zu der Zeit noch auf der Bank.

Weghorst auf der Bank

«Wir haben das Spiel nicht gewonnen, da ist es im Nachhinein immer einfacher zu sagen, das hast du nicht gut gemacht», betonte van Bommel. Und was sagte Weghorst, der sich zuletzt vor über einem Jahr am 27. September 2020 zum Spielbeginn auf der Bank ein Plätzchen hatte suchen müssen?

«Der Trainer hat mir diese Woche mitgeteilt, dass ich nicht von Anfang spiele. Dass die anderen drei vorne eine bessere Entscheidung für die Mannschaft war. Es ist das, worum es geht. Es ist nicht an mir, darüber zu reden, jeder da vorne gibt sein Bestes», sagte der 29 Jahre alte Niederländer. Nach seiner Einwechslung hatte er prompt zwei gute Chancen.

Weghorst konnte Union-Keeper Andreas Luthe - den Berliner mit den meisten Ballkontakten - aber auch nicht überwinden, ehe der eingewechselte Sheraldo Becker (83.) mit dem zweiten Treffer der Gastgeber für die Entscheidung sorgte. Die Unioner zogen mit 15 Punkten in der Tabelle am VfL vorbei auf Platz fünf, Wolfsburg bleibt Sechster bei 13 Zählern.

Zu einer Kursänderung sieht sich van Bommel angesichts der evidenten Ergebniskrise nicht veranlasst. «Man sollte aber nicht sagen, dass man von seinem Plan ablenken oder abgehen muss», betonte der 44-Jährige. «Das hört sich jetzt komisch an: Wir haben immer das Gleiche gemacht, nur die Ergebnisse sind anders.» Aber Ergebnisse entscheiden halt. Ein Sieg muss her. Mittwoch geht es in der Champions League bei Gruppenspitzenreiter RB Salzburg weiter, Wolfsburg wartet nach zwei Remis auch in der Meisterklasse noch auf den ersten Sieg.

© dpa-infocom, dpa:211017-99-626005/3

@ dpa.de

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