Fußball, Supercup

Der erste Gradmesser bietet Frankfurt und Bayern die Gelegenheit auf einen Titel.

11.08.2018 - 11:52:06

Supercup - Kovac will Premierentitel mit Bayern gegen Eintracht. Über 50 000 Zuschauer sind dabei, über 200 Länder schauen zu. Besonders groß ist die Chance für die beiden Trainer.

Frankfurt/Main - Von einer bedeutungslosen Trophäe möchte Niko Kovac vor dem Supercup gar nichts hören. «Viele sagen, dass das kein wichtiger Titel ist. Ich sehe das genau anders», sagte der neue Trainer des FC Bayern vor seiner Pflichtspiel-Premiere bei seinem Ex-Club Eintracht Frankfurt.

Für das Kräftemessen an diesem Sonntag (20.30 Uhr) plant der 46-Jährige auch deshalb mit den WM-Profis. «Der Stand der Nationalspieler ist gut. Ich war selbst überrascht, wie gut sie im Saft standen», sagte Kovac.

Bei seiner brisanten Rückkehr zu seinem ehemaligen Verein, mit dem er im Mai noch das Pokalfinale gegen die Bayern gewann, hat der frühere Profi gehörigen Respekt vor der Eintracht. «Eine tolle Stadt, ein toller Club, ein tolles Stadion und tolle Fans», betonte Kovac. Auch die Verlängerung mit dem kroatischen Vize-Weltmeister Ante Rebic bis 2022 sei ein Zeichen, sagte er. Die Eintracht hatte vor dem Supercup nicht nur den Stürmer, sondern auch Sportdirektor Bruno Hübner und die Vorstände Fredi Bobic und Axel Hellmann langfristig gebunden.

Am Tag vor dem ersten Pflichtspiel widmeten sich Frankfurts Profis noch einmal ausführlich den Fans. Beim Familientag standen am Samstag neben der Präsentation der Mannschaft auch viel Nähe zu den Anhängern, Fotos und Autogramme auf dem Programm. Trainer Adi Hütter ist voller Vorfreude. «Wir spielen gegen die beste Mannschaft Deutschlands, aber natürlich wollen wir gewinnen», sagte der Österreicher.

Bayerns Joshua Kimmich ist nach dem verlorenen Pokalfinale und dem frühen WM-Aus topmotiviert. «Jeder, der bei uns spielt, ist titelhungrig. Wir haben natürlich noch eine Rechnung offen mit Frankfurt», sagte Kimmich.

WELTWEITE PRÄSENZ: In über 200 Ländern wird das traditionelle Kräftemessen zwischen Pokalgewinner und Meister übertragen. In Deutschland wird die Partie vom ZDF und Eurosport gezeigt. Mit eigenen Kamerateams kommen unter anderem Eleven Sports (Polen), Sky Perfect TV (Japan) und FOX Sports (Südamerika) nach Frankfurt. Über 50 000 Karten sind für die Partie verkauft, ein paar Resttickets sind nach Angaben der Eintracht noch erhältlich.

REKORDSIEGER: Der FC Bayern ist nicht nur Rekordmeister und Rekord-Pokalsieger, sondern auch der höchstdekorierte Club im Supercup. Sechs Mal ging der Titel bislang an die Münchner, zuletzt 2016 und 2017 zweimal in Serie. Mit fünf Erfolgen folgt Borussia Dortmund auf Platz zwei. Werder Bremen gewann die Trophäe dreimal, zuletzt allerdings 1994.

DAUERFINALIST MIT WECHSELNDEN GEGNERN: Zum siebten Mal in Serie stehen die Bayern im Finale. Ähnlich wie die Trainer (vor Kovac schon Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti und Pep Guardiola) wechseln für den FCB dabei auch die Gegner. Nach Dortmund (fünfmal) und Wolfsburg (einmal) folgt nun die Frankfurter Eintracht, die im Mai noch das Pokalfinale in Berlin mit 3:1 gegen die Bayern gewonnen hat.

OLYMPISCHES UND PARALYMPISCHES GOLD: Meisterschale, Pokal und Supercup - die drei Trophäen werden am Sonntag von Athleten der Sporthilfe präsentiert. Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf), Vinzenz Geiger (Nordische Kombination) und Paralympics-Sieger Johannes Floors (Leichtathletik) tragen die Pokale am Sonntag auf den Rasen.

VORAUSSICHTLICHE AUFSTELLUNGEN:

Eintracht Frankfurt: Rönnow - Abraham, Hasebe, Salcedo - Chandler, De Guzman, Torro, Willems - Gacinovic, Rebic - Jovic

FC Bayern München: Neuer - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Javi Martinez - Robben, Müller, Thiago, Coman - Lewandowski

Schiedsrichter: Fritz (Korb)

@ dpa.de

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